24.08.2014 - 00:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Kewog sieht nur in Zusammenschluss eine Chance, die Standorte festzulegen - SPD-Sommergspräch Ohne die "Welt" ein Wildwuchs

Aktuell befinden sich im Landkreis sieben Windkraftanlagen "am Netz". Für 15 Anlagen gebe es laufenden Verfahren, informierte Landrat Wolfgang Lippert beim Sommergespräch der Arbeitsgruppe Energie der Kreis-SPD. In Bearbeitung seien zudem 13 Anträge der "Welt".

von Konrad RosnerProfil

Landrat Wolfgang Lippert verdeutlichte erneut das Ziel, die Windkraftanlagen zu zentrieren. Er könne aber auch die Sorgen der Windkraftgegner verstehen. Als Energiemodell der Zukunft setzte der Landrat vor allem auf die Methanisierung. "In 15 Jahren ist die Energie das Methan!"

Gut zwei Stunden diskutierte Moderator Edgar Wenisch mit Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer, Stadtrat Gottfried Beer aus Wendern sowie Projektleiterin Dr. Susanne Stangl vom Landratsamt und Dr. Diana Hehenberger-Risse von der Kewog. Ob denn die "Welt" noch lebe, wollte Wenisch von der Kewog-Mitarbeiterin wissen.

Dr. Diana Hehenberger-Risse verwies darauf, dass alle Kommunen, die der "Welt" beigetreten seien, auch Interesse für die Energiewende bekundeten. "Die Windräder kommen so oder so", war sich die Kewog-Vertreterin sicher. Entscheidend sei, dass die Kommunen die Chance haben, dies zu steuern. Dies sei mit der "Welt" möglich. Ohne der "Welt" sei ein "Wildwuchs" zu befürchten.

In diesem Zusammenhang wies sie darauf hin, dass bei Falkenberg eine erste Windkraftanlage geplant sei (wir berichteten). Die Bürger sollen in einer Versammlung darüber informiert werden. Sie machte aber auch klar, dass ein Flächennutzungsplanverfahren eine gewisse Zeit in Anspruch nehme. Weitere Projekte könnten bei Waldsassen und Konnersreuth entstehen. "Vielleicht kann im Mai 2016 schon der erste Windpark der Welt und der Genossenschaft stehen", gab sich Dr. Diana Hehenberger-Risse zuversichtlich. Sie machte weiter klar, dass die Befürworter der Energiewende eindeutig in der Mehrheit seien, die Blockierer würden nur lauter schreien.

Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer sprach sich für die erneuerbare Energie aus. Wichtig sei aber auch, dass Energieeinsparung und die Energieeffizienz vorangetrieben werden. Zur Windkraft machte Sommer einmal mehr klar, dass die Kommunalpolitik die Planungshoheit habe. Zu den laufenden Diskussionen sagte er, "es gibt Flächen, da passt eine Windkraftanlage hin, und eben Flächen, das passt keine hin". Die "Welt" sei auf einem richtigen Weg, auch wenn es wohl etwas länger dauere. Vom Ziel Weltkulturerbe erhofft sich Sommer eine enorme Wirtschaftskraft für die Region. "Strom, der hier produziert wird, braucht nicht auf langen Wegen her transportiert werden", betonte Gottfried Beer. Deshalb gebe es keine Alternative zur dezentralen und nachhaltigen Stromerzeugung. "Wir haben den Wind, der wirtschaftlich genutzt werden kann, warum sollten wir dies nicht tun?" Nicht nachvollziehen kann Beer die Forderung nach bis zu 2000 Meter Abständen der Windkraftanlagen zur Wohnbebauung. "Bei Atomkraftwerken ist mir von solchen Abständen nichts bekannt", so Beer.

Projektkoordinatorin Dr. Susanne Stangl verwies darauf, dass man die Bürger mit einbinden müsse. Zudem könnte sie sich auch bei den Windparks eine touristische Nutzung vorstellen. "Erneuerbare Energie und Tourismus muss kein Gegensatz sein"!

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