28.08.2004 - 00:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Seit 60 Jahren sorgt Max Günthner aus Konnersreuth in mehreren Kirchen für Musik "Orgelspiel hat mich nie losgelassen"

Max Günthner ist ein Phänomen: Im Herbst sind es genau 60 Jahre, als er mit dem Spielen der Kirchenorgel begann. Als Zwölfjähriger spielte er zum ersten Mal in der Konnersreuther Pfarrkirche St. Laurentius die Kirchenorgel. Seitdem hat er ohne Unterbrechung die heiligen Messen, Beerdigungen, Hochzeiten oder anderen Kirchenjubiläen musikalisch begleitet.

von Konrad RosnerProfil

Als Zehnjähriger begann Max Günthner im Jahre 1942 auf einem Harmonium zu üben. "Ich hatte schon immer ein Faible für das Orgelspielen." Das Harmonium gehörte seinem Vater Engelbert, der in der Pfarrkirche mit einer Geige - eine Orgel war zu dieser Zeit nicht vorhanden - die Gottesdienst begleitete. Fleißig übte der kleine Max, nach und nach wurde er immer besser, sogar schon einige Kirchenlieder konnte er spielen. Zudem bekam er in Mitterteich ab und zu Unterricht.

Sogar aus Schule geholt

Im Herbst 1944 war es dann soweit, in der Konnersreuther Pfarrkirche ließ er die Orgel zum ersten Mal bei einer heiligen Messe erklingen. Er war so gut, dass er von diesem Zeitpunkt an alle Sonntagsmessen begleiten sollte. "Während des Krieges kamen außerdem viele Gefallenengottesdienste dazu, so dass ich als Junge manchmal sogar aus der Schule geholt wurde, um in der Kirche zu spielen." 1945 kam Hauptlehrer Josef Ziegler nach Konnersreuth, der neben dem Kirchenchor auch das Orgelspielen in der Kirche übernahm. Doch Max Günthner musste immer wieder aushelfen, weil Ziegler oft verhindert war: Jeden Sonntag eine bis zwei Messen, während der Woche eine Jugendmesse und ein Mal im Monat bei der "Glaubensstund" waren seine Fingerfertigkeiten auf der Orgel gefragt. Messen, Hochzeiten, Beerdigungen, Ämter, Roraten, Andachten im Advent, im Mai oder zur Erntezeit, Max Günthner war immer zur Stelle. Bis 1978 war er so in der Konnersreuther Pfarrkirche aktiv.

Mittlerweile hatte Konnersreuth jedoch mit ihm, Franz Queitsch und Lore Günthner sogar drei Organisten. Der damalige Münchenreuther Pfarrer Karl Rauscher bat deshalb die Konnersreuther, einen Organisten an seine Pfarrei auszuleihen, denn dort hatte man keinen Musiker für dieses Instrument. Günthner ging 1978 also nach Münchenreuth und begleitet seitdem die Gottesdienste in der Pfarrei St. Emmeram und in der weltberühmten Kappl-Kirche. 1984 übernahm er in Münchenreuth dazu noch die Leitung des Kirchenchores. Nicht zuletzt ist er seit 1988 auch als Organist im Kloster Theresianum in Konnersreuth aktiv.

"Soweit es meine Gesundheit erlaubt, möchte ich das sonntägliche Orgelspielen auch in Zukunft fortsetzen", betont Max Günthner. Obwohl die Sonntagvormittag für ihn schon ab und zu etwas stressig sind. Gerade, wenn sich die Messfeiern fast überschneiden.

Nebenbei Blasmusik

Er hat nachgerechnet, dass er alleine im vergangenen Jahr rund 400 Proben und Auftritte in Münchenreuth und im Theresianum hatte - eine stolze Zahl. Doch dies ist Günthner seit 60 Jahren gewohnt, sein großes Hobby, das Kirchenorgelspiel, hat ihn seit der Kindheit nicht mehr los gelassen. Da ist es kein Wunder, dass der frühere selbstständige Maler für andere Hobbys keine Zeit hat. Bis auf eines: Er spielt noch "nebenbei" in der Blaskapelle.

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