Bürgermeister bündeln Kräfte
An einem Strang ziehen

Zum Gedankenaustausch trafen sich die Bürgermeister dere vom Ostbayern-Ring betroffenen Gemeinden im Markt Konnersreuth. Im Bild (von links) Roland Grillmeier, Mitterteich, Uwe Döbereiner, Höchstädt, Bernd Hofmann, Thiersheim, Horst Geißel, Marktredwitz, Hermann Rabensteiner, Arzberg, Max Bindl, Konnersreuth, und Geschäftsleiter Thomas Weiß, Wiesau/Falkenberg. Bild: hfz
Politik
Konnersreuth
05.01.2017
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Der Neubau des Ostbayernrings und die mögliche erdverkabelte Gleichstromtrasse des Südost-Links sind Herausforderung und Belastung zugleich. Die Bürgermeister der Region wollen da ihre Kräfte bündeln.

Auf Initiative des Mitterteicher Bürgermeisters Roland Grillmeier und seines Kollegen max Bindl in Konnersreuth trafen sich die politisch Verantwortlichen oberfränkischer und oberpfälzer Gemeinden zum Gedankenaustausch im Rathaus Konnersreuth. Bindl sprach von einer großen Herausforderung mit erheblichen Problemen für die Region und die hier lebenden Menschen.

sei durch den Trassenverlauf gleich mehrfach betroffen. Man erwarte, dass gerade die Interessen der Betroffenen besonders berücksichtigt würden. So habe auch Landrat Wolfgang Lippert kürzlich herausgestellt, dass es beim Trassenverlauf nicht nur um Belange der Natur gehe. "Die Interessen der Menschen müssen doch auch berücksichtigt werden."

Bürgermeister Roland Grillmeier stellte heraus, dass er schon von Anfang skeptisch gewesen sei. "Nachdem klar war, dass die Gleichstromtrasse erdverkabelt möglichst in gerader Linie und entlang vorhandener Infrastruktur laufen soll, haben viele auch politische Vertreter der Region den Ostbayernring favorisiert." So einfach werde man es aber Tennet nicht machen .

Es könne nicht sein, dass gerade vom Ostbayernring betroffene Landwirte und Grundstücksbesitzer gleich mehrfach belastet würden: Neubau des Ostbayernring, dann Rückbau und schließlich noch zwei bis drei Jahre später durch die Erdverkabelung des Südost-Links. "Eine Region wäre dann Leidtragende der gesamten Energiewende." Dies könne allein durch Ausgleichszahlungen nicht ausgeglichen werden, forderte Grillmeier Alternativplanungen.

Die Bürgermeister stellten dazu durchaus ein differenziertes Bild dar. In manchen Bereichen laufe der Ostbayernring und damit auch die mögliche Variante des Südost-Links überwiegend in Bereichen des Staatsforstes. In andern Orten, wie etwa Marktredwitz sei eine Trasse entlang der Autobahntrasse schwer vorstellbar, so dass die Kommunen gegenüber der Tennet mit unterschiedlichen Ansätzen in die Gespräche gehen. Einig waren sich die Kommunalvertreter mit der Forderung, auch die West-Trasse entlang der A 9 intensiv zu prüfen. Wenn diese sowohl umwelt- als auch menschenverträglicher sei, dann dürfe auch die einige Kilometer kürzere Trasse des Ostbayernrings den Ausschlag geben.

Aufgrund der Forderungen der Landwirtschaft müssten die Entschädigungszahlungen in der Stromnetzentgeltverordnung neu geregelt werden. Durch eine Initiative von Städte- und Gemeindetag sollen nun in Berlin auch die Forderungen der Kommunen nach Ausgleichszahlungen nochmals mit vorgebracht werden. "Die Erdverkabelung belastet unsere Infrastruktur. Unsere Wege und Leitungen werden in Mitleidenschaft gezogen.Unsere Kommunen und Bürger haben aber nichts von diesen Stromleitungen", so Roland Grillmeier. "Warum sollen gerade wir eine weitere Wertminderung unserer Grundstücke hinnehmen." Die Kommunalvertreter forderten die politischen Mandatsträger der Region auf, diese Forderungen vehement mit zu vertreten.

Im Januar wird Tennet nun die Vorzugstrasse vorstellen. Dann werden sich die betroffenen oberfränkischen und oberpfälzer Bürgermeister wieder treffen, um die weitere Vorgehensweise zu beraten.
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