Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann in Konnersreuth
In Land und Leute massiv investieren

Vollbesetzt präsentierte sich der „Kouh-Lenzen“ in Konnersreuth mit Genossinnen und Genossen aus dem ganzen Landkreis.
Politik
Konnersreuth
23.08.2017
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Juso-Bundesvorsitzende Johann Uekermann.

Massive Investitionen, um den ländlichen Raum zukunftsfähig zu machen, forderte Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann. Im voll besetzten Gasthaus "Kouh-Lenzen" sprach sie sich für den Ausbau des Nahverkehrs, bezahlbare Wohnungen für Jugendliche und das Wahlrecht schon ab 16 Jahren aus. "Ich traue unserer Jugend sehr viel zu, sie sollte selber mit entscheiden können, wenn es schon um ihre Zukunft geht."

"Mit so einem Ansturm hatten wir nicht gerechnet", war SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Pötzl überrascht. Sozialdemokraten aus allen Teilen des Landkreises und sogar aus Wunsiedel waren gekommen. Viele Jugendliche würden die Region verlassen, weil ihnen die Perspektiven fehlten, hoffte Pötzl auf Antworten von der Juso-Bundesvorsitzenden, die auch stellvertretende SPD-Vorsitzende in Bayern ist. MdL Annette Karl nannte den Ortsverein Konnersreuth einen Garanten für großartige Veranstaltungen und setzte sich für gleichwertige Lebensbedingungen in ganz Bayern ein.

"Niemand soll gezwungen werden, wegzugehen, wenn er dies nicht will", sagte die aus Niederbayern stammende Johanna Uekermann. "Wir müssen Voraussetzungen schaffen, dass die jungen Leute ihre Heimat nicht verlassen oder später wieder zurückkehren." So forderte sie eine Ausbildungsplatzgarantie für junge Menschen und eine deutlich bessere Bezahlung. Vielfach würden Lehrstellen nicht besetzt, weil einfach die Entlohnung schlecht sei.

Breiten Raum räumte sie einer verbesserten Mobilität ein. "Unsere jungen Leute kommen ja gar nicht von Zuhause weg und zu den Ausbildungsplätzen." Beim Nahverkehr sei vieles versäumt worden. Weiter fehlten bezahlbare Wohnungen für die Jugend. Die Juso-Chefin monierte, dass Studierende Bafög erhielten, Auszubildende dagegen keine finanzielle Unterstützung des Staates.

Leichtes Grummeln der Zuhörer war zu hören, als die 29-Jährige davon sprach, im Kreistag ihrer Heimat oft einer "grauen Wand" gegenüberzusitzen. Ausdrücklich bat sie um Verständnis für die jungen Leute, denen nach dem Studium oft Zeit und Lust fehlten, sich auch noch in den Vereinen ehrenamtlich zu betätigen. Gleichwohl erbat sie mehr Wertschätzung für dieses Engagement.

Isgard Forschepiepe (Pechbrunn) begrüßte den Vorschlag, bezahlbaren Wohnraum für Jugendliche in den Städten zu schaffen: "Dann wissen wir unsere Jugend wenigstens dort gut aufgehoben." Ein Jugendlicher aus Wunsiedel fand die Forderung gut, schon 16-Jährige wählen zu lassen. Edgar Wenisch (Konnersreuth) nannte den Nahverkehr als Schlüssel für die Zukunft des ländlichen Raums: "Jeder junge Mensch muss seinen Ausbildungsplatz im Landkreis auch erreichen können." SPD-Kreisvorsitzender Rainer Fischer stellte hier das "Baxi" als Erfolgsmodell heraus. Friederike Sonnemann fragte: "Was wünscht sich die Jugend, wie können wir sie noch besser einbinden?" Edgar Wenisch griff die Frage der Waldershofer Bürgermeisterin auf und meinte: "Unsere Jugend hat im Moment so viel Macht wie noch nie, nur sie nützt sie nicht." Brigitte Scharf (Erbendorf) wünschte sich, dass die jungen Leute in den Abschlussklassen erfahren, welche Möglichkeiten und Leistungen es für sie gibt. Florian Dick (Waldershof) sprach von oft fehlendem Respekt der Politik gegenüber der Jugend.

Uekermann fasste zusammen, dass viele junge Leute frustriert seien, weil Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg gefällt würden. "Wir als SPD sollten vorangehen und junge Leute mitarbeiten lassen. Ziel muss es sein, sie für die Politik zu gewinnen und auch daran zu beteiligen."
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