03.02.2017 - 20:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Einblicke ins Leben der Resl

Da kehrte selbst bei den wortgewaltigsten Lokalpolitikern Stille ein: Altbürgermeister Michael Hamann führte die Mitglieder der Kreistagsfraktionen von CSU und "Zukunft Landkreis Tirschenreuth" durch das Resl-Haus und schilderte persönliche Erlebnisse.

Altbürgermeister Michael Hamann (Fünfter von links) führte die Mitglieder der CSU-Kreistagsfraktion um Vorsitzenden Toni Dutz (Siebter von links) durch das Resl-Haus. Mit dabei waren auch Philipp Schwan (Zweiter von rechts), Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes, und Andreas Malzer (links), Sprecher der CSU-Fraktion im Konnersreuther Marktrat. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Geradezu leidenschaftlich erzählte Michael Hamann in dem vielbesuchten Museum von seinen Erfahrungen während der Lebzeiten von Therese Neumann, die am 18. September 1962 verstarb. So berichtete Hamann, dass Landwirte nach einer Erkrankung oft lieber zur Resl als zum Arzt gegangen seien. "Die Landwirte damals hatten nicht viel Geld. Arztbesuche kosteten Geld, die Resl dagegen hat nichts verlangt für ihren Rat." Hamann kam auch auf die häufig angezweifelte Nahrungslosigkeit der Resl zu sprechen, von der er absolut überzeugt sei. "Damals im Zweiten Weltkrieg wurde die Resl von Ärzten genauestens beobachtet. Zwei Wochen lang waren Ärzte vor Ort, danach wurden sie wieder abgezogen." Verdächtiges hätten sie nicht feststellen können. Unterlagen darüber, so Hamann, befänden sich im Archiv des Landratsamtes. Freilich seien die Nahrungslosigkeit und auch die Stigmata noch lange keine ausreichenden Gründe für eine Selig- oder Heiligsprechung. Da zählten eher Werke und der heroische Tugendgrad, so Hamann. Der Altbürgermeister erinnerte auch an Pfarrer Joseph Naber, der der Resl sehr nahe stand."Für mich als Junge war er ein heiliger Mensch." Weiter erzählte Hamann vom Münchner Journalisten Fritz Gerlich, der einst in Konnersreuth vom Calvinismus zum katholischen Glauben konvertierte, obwohl er einst losgezogen war, um den angeblichen "Schwindel von Konnersreuth" aufzuklären. "Fritz Gerlich starb für seinen Glauben und seine Überzeugungen 1933 im Konzentrationslager Dachau", so Hamann. Für ihn soll demnächst ein Seligsprechungsprozess starten. Für Therese Neumann läuft der Prozess nun seit 2005. Weil immer wieder neues Material auftauche, das aufwendig ins Italienische übersetzt werden müsse, werde der Prozess wohl noch andauern. Michael Hamann hofft aber inständig, "dass wir das alle noch erleben dürfen".

CSU-Kreistagsfraktionsvorsitzender Toni Dutz dankte Michael Hamann für die Führung mit Herz. "Wir haben Worte gehört, die uns alle zum Nachdenken veranlassen", sagte Dutz und überreicht ein Geschenk. Im Anschluss traf sich die CSU-Kreistagsfraktion im Gasthaus "Kouh-Lenzen", wo auch der Kreishaushalt 2017 vorberaten wurde.

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