14.03.2018 - 17:52 Uhr
Konnersreuth

Markus Wenisch neuer SPD-Ortsvorsitzender Dritten Marktratssitz fest im Blick

Unter neuer Führung steht der SPD-Ortsverein Konnersreuth: Markus Wenisch löst Marktrat Wolfgang Pötzl im Amt des Vorsitzenden ab. Scharfe Kritik üben die Sozialdemokraten an der politischen Konkurrenz.

Neuwahlen standen bei der SPD Konnersreuth an. Im Bild (von links) Landtagskandidatin Jutta Deiml, Helga Mannl, Anni Kreuzer, Lothar Mannl, MdL Annette Karl, Herbert Neumann, Marktrat Wolfgang Pötzl, Tobias Proksch, der neue Ortsvorsitzende Markus Wenisch, Johann Kreuzer, Bezirkstagskandidatin Brigitte Scharf, Marktrat Edgar Wenisch, Kreisrat Johann Brandl und Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl. Bild: jr
von Josef RosnerProfil

Der bisherige Vorsitzende Wolfgang Pötzl wirkt künftig als Stellvertreter von Markus Wenisch, der übrigens ein Sohn von Marktrat Edgar Wenisch ist. Warum es nach nur zwei Jahren zu dem Wechsel an der Spitze kam, erklärten die Verantwortlichen nicht. Ebenfalls gewählt wurden Kassiererin Anni Kreuzer, Schriftführer Gerald Härtl, Organisationsleiter Edgar Wenisch und die Beisitzer Johann Kreuzer, Herbert Neumann, Lothar Mannl und Helga Mannl. Die Kasse prüfen Jürgen Lindner und Tobias Proksch.

In seinem letzten Vorstandsbericht betonte Wolfgang Pötzl, dass die SPD Konnersreuth gute Arbeit leiste und dies auch über die Gemeindegrenzen hinaus erkannt werde. Nicht zufrieden sei er dagegen oftmals mit der Arbeit der Bundes-SPD. "Wir reden den Oberen in Berlin nicht nach dem Mund, jeder Sozialdemokrat hat seinen eigenen Kopf. Wir kämpfen, wenn wir merken, dass unsere stolze SPD auf dem falschen Weg ist." Angesichts der Turbulenzen um die Regierungsbildung und der Querelen um Posten sprach Pötzl von einem "Kasperltheater". In seinem Rückblick erinnerte Pötzl an die Diskussions- Veranstaltungen mit MdEP Ismael Ertug und Juso-Bundesvorsitzender Johanna Uekermann sowie den Vortrag zum Thema Rechtsextremismus und die 10. Konnersreuther Schafkopfmeisterschaften. Nicht zuletzt wies Pötzl auf das neue Infoblatt des Ortsvereins hin. "Wir berichten über gewisse Vorgänge detailliert und schonungslos."

Bürgerwillen ignoriert

Aus der Arbeit im Marktrat berichtete bei der Jahresversammlung Edgar Wenisch. Im Zentrum seiner Kritik steht unverändert das Projekt Schafferhof, das er weiter als "Luftschloss" bezeichnet. Nachdem der Bürgerwille von der Marktrats-Mehrheit ignoriert worden sei, habe die SPD vergeblich versucht, das Projekt durch ein Ratsbegehren zu stoppen. Schafferhof-Referenten seien eingesetzt worden, obwohl es den gewählten Bauausschuss gibt. Die Rechtsaufsicht habe nach einer Beschwerde der SPD zwar erklärt, dass dies rechtens sei, doch sei klar geworden, dass es sich um "Pappkameraden ohne echte Befugnisse" handele. Der Bürgermeister habe einst versprochen, dass es mit ihm keine finanziellen Abenteuer geben werde, so Edgar Wenisch. "Heute befindet er sich im größten finanziellen Abenteuer, das diese Gemeinde je hatte."

Erneut bemängelte Wenisch die Sparmaßnahmen und Steuererhöhungen, um Stabilisierungshilfen gewährt zu bekommen. So seien den Bürgern 90 000 Euro "aus den Rippen geleiert" worden. Verärgert zeigte sich Edgar Wenisch auch über die Auflösung des Kommunalunternehmens, das eine "echte Nahwärmeversorgung" geplant habe. Jetzt sollen nur Rathaus und Schafferhof angeschlossen werden, die Bevölkerung bleibe außen vor. Dazu Wenisch: "Die Freien Wähler sind die reinen Mehrheitsbeschaffer für eine vom Bürger arg gerupfte CSU geworden."

Nicht weniger angriffslustig gab sich der neue Ortsvorsitzende Markus Wenisch. "Zehn Markträte, ein Bürgermeister und ein Möchtegern-Bürgermeister haben es geschafft, dass der Schafferhof gebaut wird." Hätte der Bürgermeister für den Bürgerwillen ähnlich gekämpft wie bei seinen "Betteltouren um Fördergelder", hätte Konnersreuth ein Problem weniger und das Resl-Museum wäre längst umgesetzt. Bei seiner Kritik an der Politik vor Ort zitierte Wenisch auch den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner: "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren." In Konnersreuth werde Letzteres schon lange praktiziert.

17 Mitglieder

Voller Zuversicht blickt Markus Wenisch in die Zukunft. "Wir bestreiten bis zur Wahl 2020 eine klare Strategie, an deren Ende drei Markträte stehen werden. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher." Obwohl dem Ortsverein aktuell nur 17 Mitglieder angehören, sollen bei den Kommunalwahlen "18 starke Kandidaten" antreten. Dazu werde man laut Wenisch in den kommenden Monaten über 70 Konnersreuther gezielt ansprechen. MdL Annette Karl dankte den Konnersreuther Genossen für ihre Arbeit vor Ort. Näher ging sie auf örtliche Themen nicht ein. Vielmehr nannte sie die wichtigsten Ziele der SPD für die Bezirks- und Landtagswahlen.

Wir bestreiten bis zur Wahl 2020 eine klare Strategie, an deren Ende drei Markträte stehen werden.Der neue SPD-Ortsvorsitzende Markus Wenisch

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