23.08.2017 - 20:00 Uhr
KonnersreuthOberpfalz

Resl-Gebetstag in Konnersreuth Wichtige Impulse für Ökumene

Mit einer leidenschaftlichen Predigt bereicherte Pfarrer Edgar Neidinger aus Bruchsal den jüngsten Resl-Gebetstag. Der Geistliche wirkt bereits zum dritten Mal als Urlaubsvertreter in der Pfarrei St. Laurentius. Der Pfarrer ist ein großer Verehrer von Therese Neumann, auf sie kommt er in fast allen Gottesdiensten zu sprechen. "Ihr Konnersreuther habt das große Glück, ,Heiland ich liebe dich' am Hochaltar lesen zu dürfen. Ich wünsche uns allen, dass wir sagen können: ,Jesus, wir lieben dich'". Musikalisch wurde der Gebetstag von Solistin Inge Härtl und Alois Fischer (Orgel) begleitet.

Bereits zum dritten Mal arbeitet Pfarrer Edgar Neudinger (Bild) als Urlaubsvertretung in der Pfarrei St. Laurentius in Konnersreuth. Am Freitagabend führte er den Gebetstag um die Seligsprechung der Therese Neumann an. Dabei sah er in einer möglichen Seligsprechung viel Wegweisendes für die Ökumene
von Josef RosnerProfil

Gleich zu Beginn seiner ausführlichen Predigt machte Pfarrer Neidinger deutlich, dass die Resl die Gegenwart Christi gespürt habe. "36 Jahre lang lebte sie ausschließlich von der heiligen Kommunion", so Neidinger. Zuweilen, so wird berichtet, habe die Resl engagierte Diskussionen mit evangelischen Geistlichen über die Gegenwart Christi geführt. Buchautor Ignaz Kosubek sagte einmal: "Mir kommt es vor, als wollte sie der Heiland als sein ganz persönliches Werkzeug benutzen, um die Vereinigung der protestantischen Glaubensbrüder mit der katholischen Mutterkirche zu erwirken." In vielen Visionen habe Therese Neumann mit ihr bekannten Heiligen in Kontakt treten dürfen, so der Prediger. "Aber sie spazierte an Allerheiligen wie selbstverständlich im Himmel und streckte nach den Sterbenden oftmals ihre Hand aus und sagte ,mit, mit, mit'", berichtete Pfarrer Neidinger von Visionen der Resl.

Weiter erinnerte Neidinger an ein Treffen der Resl mit dem Konvertiten Paul Schondorf im August 1931. Der frühere Ministerialrat war dann später zum katholischen Glauben übergetreten. In seiner früheren Kirche habe Schondorf einiges vermisst. "Kein Opfer, kein Geheimnis, keine heilige Messe, keine heilige Wandlung, keine Heiligen, kein Rosenkranz und vieles mehr." Trotz aller Unterschiede zwischen den Konfessionen sei die Resl offen für alle Gläubigen und alle Zweifler gewesen, egal aus welcher Konfession. "Wichtig war ihr jeder, den der Heiland zu ihr geschickt hat", betonte Neidinger. So sei sie auch aufgeschlossen gegenüber dem protestantischen Journalisten Fritz Gerlich gewesen, der später zum katholischen Glauben übertrat, ehe er im KZ Dachau umkam. "Beseelt von einer grenzenlosen Liebe zum Heiland nahm die Resl alles auf sich, um andere dieser Liebe zu Christus zuzuführen, unabhängig von Religion und Geisteshaltung, unabhängig von Rang und Namen."

Pfarrer Edgar Neidinger zeigte sich überzeugt, dass eine Seligsprechung der Resl der Ökumene wichtige Impulse geben würde. "Ihre Liebe zum Heiland, zum Erlöser, besonders im eucharistischen Zeichen der Hostie, ihre Gewissheit einer ewigen Zukunft bei Gott und vieles mehr aus ihrem Leben setzte Maßstäbe. Das überkonfessionell Verbindende bei ihr ist die unerschütterliche Liebe zum Heiland." Pfarrer Neidinger sah darin viel Wegweisendes für die Ökumene.

Die sonst übliche Prozession zum Resl-Grab auf dem Friedhof fiel wetterbedingt aus, die weiteren Gebete um die Seligsprechung wurden in der Pfarrkirche gesprochen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.