Sitzungssaal in den Schafferhof?

Im winterlichen Nebelwetter gibt das Schafferhof-Anwesen in der Ortsmitte ein noch traurigeres Bild ab als sonst. Jetzt ist im Zuge der Machbarkeitsstudie die Idee aufgetaucht, den Sitzungssaal aus dem gegenüberliegenden Rathaus ins Obergeschoss des zu sanierenden Anwesens zu verlegen. Ein kostspieliger Umbau des Rathauses zur Schaffung von Barrierefreiheit wäre dann nicht mehr erforderlich. Bild: jr
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Konnersreuth
16.12.2016
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Mit einer Neuerung wartete jetzt Architekt Gerhard Plaß auf: In seinem Bericht zur Machbarkeitsstudie "Schafferhof" regte er die Verlegung des Rathaus-Sitzungssaals ins Obergeschoss des zu sanierenden Anwesens an.

Ausführlich schilderte Plaß in der jüngsten Marktratssitzung den aktuellen Stand in Sachen Machbarkeitsstudie. Unter anderem könne er sich vorstellen, dass der Marktgemeinderat künftig im Obergeschoss des Schafferhofs tagt. Denn dieses wäre barrierefrei zu erreichen und werde über modernste Tagungstechnik verfügen. Der derzeitige Sitzungssaal im Rathaus sei recht beengt - und um diesen barrierefrei erreichen zu können, müsste unverhältnismäßig viel Geld investiert werden. Der neue Saal im Schafferhof könnte bis unters Dach mit sichtbarer Konstruktion offen sein.

Großer Spielraum

Plaß machte aber deutlich, dass das ursprünglich museale Konzept umgeplant und einige Teile sogar wegfallen müssten. Entstehen könnte im Gewölbesaal eine Einführung zum Thema Therese Neumann, wobei dieser Saal auch für andere Nutzungen offen wäre. An möglichen Kosten für den Ausbau des Schafferhofs nannte Plaß folgende Zahlen: Remise 300 000 Euro, Wohnstallhaus 950 000 Euro, Außenanlagen 250 000 Euro, Scheunen einschließlich Ratssaal 800 000 Euro - insgesamt 2,3 Millionen Euro. Zur Ausstattung des Museums vermochte Plaß keine Zahlen zu nennen, weil es kostenmäßig einen "großen Spielraum" gebe und dies in einer Machbarkeitsstudie nur schwer darstellbar sei. Zudem sollten hier andere Fördertöpfe angezapft werden. Zu stemmen seien seiner Ansicht nach die Unterhalts- und Betriebskosten, ohne jedoch genaue Zahlen zu nennen.

2. Bürgermeister Reinhard Wurm (Freie Wähler) zeigte sich verwundert, dass das Museumskonzept in der Kostenaufstellung nicht vorkomme. Gerhard Plaß verwies noch einmal darauf, dass die Kosten für die Ausstellung noch nicht umrissen seien. Bürgermeister Max Bindl machte deutlich, dass der Marktrat an der Grenze von maximal drei Millionen Euro an Investitionen festhalte. Edwin Pfohl (Freie Wähler) warnte vor einem "Fass ohne Boden". Mit dem "wissenschaftlichen Anspruch" sollte man es nicht übertreiben. "Alles was über drei Millionen Euro geht, kann sich Konnersreuth nicht leisten", so Pfohl. Edgar Wenisch (SPD) wollte wissen, ob der neue Sitzungssaal auch anderweitig genutzt werden könnte, was Gerhard Plaß ausdrücklich bejahte.

Entscheidung im Januar

Andreas Malzer (CSU) plädierte dafür, das Projekt nicht schlecht zu reden. Derzeit müsse man eben prüfen, was möglich ist und welche Lösungen sich anbieten. Malzer machte deutlich, dass touristisch auf Konnersreuth noch viel zukommen könnte. "Das Projekt Schafferhof hat es verdient, dass es verwirklicht wird." Edgar Wenisch kritisierte die erneute Kursänderung: "Kernpunkt des Schafferhofs ist doch das museale Konzept, doch dieses ist jetzt außen vor, das ist schon mehr als erstaunlich." Bürgermeister Max Bindl beendete die Diskussion und verwies auf die vereinbarte Entscheidungsfindung im Januar des neuen Jahres. Dann soll der Marktrat beschließen, ob das Projekt umgesetzt wird.

Geschäftsleiter Markus Troesch sah in der Idee, einen neuen barrierefreien Ratssaal im Schafferhof einzurichten, "durchaus Charme" - zumal auch eine Neunutzung des bisherigen Sitzungsraumes im Rathaus möglich wäre.
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