04.08.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Ausstellung "Tatort Garten" im Landratsamt Appell: Im Garten zurück zur Natur

Mag sein, dass er pflegeleicht ist. Allerdings führt der Trend zum Schottergarten auch weg vom blühenden Naturgarten und seiner Artenvielfalt. Die Frage lautet also "Ödnis oder Oase?": Eine Ausstellung zu diesem Thema im Zeughaus richtet einen klaren Appell an Besucher.

Kreisgartenfachberater Arthur Wiesmet (links) hielt bei der Ausstellungseröffnung im Landratsamt mit Landrat Richard Reisinger, den BN-Kreisvorsitzenden aus Landshut, Heinrich Inkoferer, und Amberg-Sulzbach, Peter Zahn (von links) ein leidenschaftliches Plädoyer für den blühenden Naturgarten zum Erhalt der Artenvielfalt. Bild: ads
von Adele SchützProfil

Amberg-Sulzbach. Die Aufforderung der Ausstellungsmacher heißt: "Im Schweinsgalopp in Richtung Grün!" Schon seit einiger Zeit werden Schottergärten immer beliebter. Peter Zahn vom Bund Naturschutz hat dafür eine andere Bezeichnung: ökologische Wüste.

Mut zur Natur

Um die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren und Mut zur natürlichen Gartengestaltung zu machen, hat das Landratsamt, unterstützt von der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz die Fotoausstellung "Tatort Garten - Ödnis oder Oase" aus Landshut nach Amberg gebracht.

Noch bis Freitag, 18. August, stellt sie Negativbeispiele von Schottergärten und als Gegenstück bezaubernde Naturgärten im Foyer des König-Ruprecht-Saals aus (zugänglich zu den Öffnungszeiten des Landratsamts).

"Unsere Gärten als kleine Biotope haben ein großes Potenzial zur Erhaltung der Artenvielfalt und gewinnen deshalb zunehmend an ökologischem Wert", betonte Landrat Richard Reisinger: "Deshalb steht der Gärtner auch in gewisser Verpflichtung, in seinem Garten Tieren und Pflanzen Lebensraum zu schaffen, diesen zu pflegen und zu erhalten."

Gefahr für die Ökologie

Das Landratsamt sei für die Ausstellung der richtige Ort, denn von hier aus könnten Kommunen sowie Bewohner des Landkreises auf die Gefahr für die Ökologie durch die Gartengestaltung auf öffentlichem und privatem Grund aufmerksam gemacht werden. Der Garten bekomme nicht nur zunehmend ökologischen Wert, sondern bereichere das Ortsbild und genieße als Wohlfühloase zur Entspannung und Erholung der Besitzer hohen Stellenwert. Kreisfachberater Arthur Wiesmet weist laut Reisinger schon seit geraumer Zeit auf den lebensfeindlichen Trend in der Gartengestaltung hin. Neben Reisinger, der auch Kreisvorsitzender des Verbandes für Gartenbau und Landespflege ist, habe sich auch die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz um ihren Vorsitzenden Peter Zahn um die Ausstellung bemüht.

"Tatort Garten"

BN-Vorsitzender Peter Zahn erinnerte daran, dass Gärten seit Urzeiten als schützenswerter Bereich um das Haus gegolten haben - ein Lebensraum und Rückzugsbereich für Tiere. Die modernen Schottergärten lassen viele Arten sterben, weil sie ihnen den Lebensraum nehmen. Zahn sieht den Gärtner deshalb in der Pflicht zum Erhalt der Artenvielfalt durch gezielte Gestaltung im "Tatort Garten". Den "Schweinsgalopp in Richtung Grün" wünscht sich Heinrich Inkoferer, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Landshut und Mitinitiator der Ausstellung. Der Antrieb dazu sei für ihn und sein Team das nackte Grauen vor den zunehmenden toten Steinwüsten in den Gärten gewesen. Ziel sei es, Betrachter dafür zu sensibilisieren und mit zahlreichen motivierenden Beispielen für den Naturgarten zu werben. Kreisfachberater Arthur Wiesmet wies darauf hin, dass die vermeintliche Pflegeleichtigkeit des Steingartens bei näherem Hinsehen nicht haltbar sei - und zählte viele weitere negative Aspekte der Schotterbeete auf. Die Ausstellung wolle Gartlern auch praktische Tipps an die Hand geben, wie sie eine "pflegeleichte, grünende und sprießende Wohlfühloase für Mensch und Tier schaffen und erhalten können". Wiesmet und Michaela Basler stehen als Kreisgartenfachberater Interessierten für Führungen und Tipps zur Gestaltung des "Tatorts Garten" zur Verfügung. (ads)

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