09.03.2018 - 20:10 Uhr

Seit 13 Jahren Engagement für afrikanisches Land Inge Iberl lebt seit Jahren in Gambia

Wer kann schon von sich sagen, einen afrikanischen Vornamen zu tragen? Oder sogar, ihn als Oberpfälzer Urgestein von Afrikanern bekommen zu haben? Das bleibt wohl nur Menschen wie Inge Iberl aus Seugast vorbehalten. Sie ist so eng mit "ihrem Gambia" verbunden, dass sie sogar ihre eigene Hilfsorganisation für das Land gegründet hat.

Besonders den Kindern in Gambia fühlt sich die Hilfsorganisation von Inge Iberl (Bild) - "Gambiahilfe Kaytola" - verpflichtet. Bilder: exb (3)
von Tatiana SichelstielProfil

Seugast. Wenn man sich 13 Jahre lang immer wieder für das gleiche Land engagiert, dann muss es schon die richtig große Liebe sein, die einen gefangen nimmt. Inge Iberl wollte irgendwie schon ihr ganzes Leben lang nach Gambia: "Schon sehr früh habe ich mir einen Reiseführer gekauft." Das sei eigentlich kein Land, in das ein normaler Mensch fliege. "Aber es war damals schon interessant", wird sie in einer Mitteilung ihrer Organisation zitiert.

Eher zufällig habe sie einen Diavortrag über die Unterstützung für Gambia besucht - und sei sofort Feuer und Flamme gewesen, erzählt die 52-Jährige. Im September 2004 sei sie erstmals nach Gambia geflogen. Seitdem habe sie als Mitglied des Hilfevereins einige Projekte in dem westafrikanischen Land unterstützt. Ganze 34 Mal war die Oberpfälzerin bis jetzt in "The Gambia" einem der ärmsten Länder Afrikas, das sie nach eigenem Bekunden fast wie ihre Westentasche kennt.

In dem kleinen Staat habe nahezu schon jeder von ihr gehört und rede sie mit Namen an. Nie bleibe lange verborgen, wenn die engagierte Frau im Land ist. Kein Wunder, dass sie irgendwann sogar einen afrikanischen Namen bekommen hat. Kaytola lautet er, ein alter Frauenname.

Iberl erinnert die Einheimischen an eine Kaytola, die den ortsüblichen Tanz auf ganz besondere Weise darbieten konnte. "Mehr Auszeichnung geht hier nicht für eine Weiße", ist sie sich sicher. Insofern erstaunt es nicht, dass der Hilfeverein, den die Seugasterin Mitte 2017 aus der Taufe hob, genau diesen Namen trägt. Die "Gambiahilfe Kaytola" ist nun Inge Iberls ganzer Stolz.

Besonders den Kindern fühlt sich der Verein verpflichtet. Gerade in den ärmeren Gebieten des Landes haben viele von ihnen keine oder wenig Möglichkeiten, um gut gerüstet in die Grundschule zu starten. In diesem Fall heißt es vor allem, die offizielle Landessprache Englisch zu beherrschen.

"In Westafrika gibt es kaum staatliche Vorschulen, so dass viele Kinder gar nicht oder nicht ausreichend vorgebildet in die Grundschule kommen. Die Eltern haben für Vorschulen kein Geld und diese sind keine Pflicht. Sie wären jedoch wichtig, damit die Kinder dort die englische Sprache erlernen können, um in der Grundschule dem Unterricht überhaupt zu folgen, der ausschließlich in Englisch stattfindet", erklärt Iberl.

Also will sie einfach selbst eine kleine Vorschule, eine Art Kindergartenschule, bauen. Ein Grundstück hat sie schon bekommen, kostenlos. Nun warten alle auf den Startschuss, damit bereits im September drei Vorschulklassen für Kinder von drei bis sechs Jahren eingerichtet sein können. Alles soll den Kindern hier kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Angefangen bei den entsprechenden Räumlichkeiten, einem Brunnen und einer Krankenstation über die Schuluniformen für die Kleinen bis hin zum Mittagessen.

Doch bis sie das alles bewerkstelligen kann, braucht Inge Iberl vor allem eines: Geld. Etwa 40 000 Euro, ein Klacks im Vergleich zu deutschen Bauvorhaben, werden benötigt, um den großen Traum zu verwirklichen, lässt sie wissen.

Dazu sind Inge Iberl und ihre Vereinsmitglieder auf den Märkten der Umgebung unterwegs, um sich mit selbst hergestellten Flyern zu präsentieren und gambische Produkte, die die Gambia-Unterstützer direkt aus dem Land mitbringen, zu verkaufen. Jede Spende sei sehr willkommen. "Wir bieten auch noch an, symbolisch einen Stein der neuen Schule zu kaufen. Als Dankeschön wird ein Foto oder eine Visitenkarte an der Tafel am Tor angepinnt", erklärt Inge Iberl

Irgendwann werde sie das Geld für die Ausbildung der Kinder beisammen haben. Ein vielleicht kleiner Beitrag, aber ein immens wichtiger. Denn das Land soll sich irgendwann selbst aus der Armut helfen können. Gut ausgebildete Kräfte, die in Gambia bleiben und so das Land stärken, seien die beste Hilfe zur Selbsthilfe.

"In Gambia leben so wahnsinnig tolle Menschen. Sie haben nichts, wirklich nichts und sind so freundlich und gastfreundlich, dass man ihnen einfach helfen muss", schwärmt Iberl. Anonymes Hotel und Strandurlaub? Fehlanzeige. Wenn sie in Gambia ist, ist sie einfach eine von ihnen. Sie wohnt und isst mit den Einheimischen und kann sich nichts Schöneres vorstellen.

Wer die Gambiahilfe Kaytola unterstützen möchte, kann sich direkt an Inge Iberl wenden (inge.iberl[at]web[dot]de, 09646/80 91 10. Spenden an das Bankkonto. VB Vilseck, IBAN DE13 7529 0000 0000 2353 69).

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