26.05.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Da Bobbe ist Schlusspunkt beim FFW-Fest Da tobt das Zelt

Ebermannsdorf. Er ist ein echtes Oberpfälzer Urgestein, liebt seine Heimat und seinen Dialekt - da Bobbe, alias Robert Ehlis aus Regensburg. Genauso gschert wie Monika Gruber nimmt er das Leben auf der privatesten Ebene auf die Schippe, spricht aus, was niemand in Worte fassen würde, und fordert zum aktiven Mitmachen auf. Das kam verdammt gut an in Ebermannsdorf im voll besetzten Festzelt zum 125-Jährigen der Feuerwehr.

Michael Jackson feierte auch mit. Da Bobbe setzte einen ganz besonderen Schlusspunkt beim Jubiläum der Ebermannsdorfer Feuerwehr. Bild: wec
von Christine Wendl - wecProfil

Mit seinem neuen Programm "zefix!" präsentiert da Bobbe sich als wahrer Verwandlungskünstler. Er schlüpft mit wenig Aufwand in verschiedene Rollen, mutiert vom singenden Showstar zum bekannten Facklberger Feuerwehrhauptmann, dem Brandlhuber Muk, und klagt als frustrierter Nikolaus über die modernen Eltern, die ihren Kindern alles erlauben, nur keinen Krampus. Er schildert sehr anschaulich seine Erlebnisse in den Arabischen Emiraten. Die klingen ja ganz ähnlich wie er ("Dubaier - du Bayer?") - nur die Frauen gingen mit "schwarzen Tischdecken" leider gänzlich unsichtbar durch die Straßen, und als Mann laufe man Gefahr, beim Date die Oma vor sich zu haben. Aber die Sprache dort ist beim genaueren Zuhören für den Bayern zu verstehen, zum Beispiel beschreibt "Dawanamalhaarda" definitiv den kahlen Glatzkopf.

Da Bobbe, wie er seit seiner Kindheit genannt wird, bedauerte, dass sein Name von Frau Geiss ("Rooooooobert!) "so verhunzt" wurde. Auf der Bühne bewies er, dass sein größtes Talent seine Goschn ist. Bei ihm kam alles spontan rüber, er reagierte auf Zwischenrufe und bezog alles mit ein - was natürlich hervorragend ankam.

Schneller als das Ohr

Kleine Szenenwechsel wurden geschickt mit "Verbraucherinformationen" überbrückt, die allein schon ihr Geld wert waren. Bekannte Werbefilme wurden von Oberpfälzern neu interpretiert - und waren garantiert nicht ernst zu nehmen. Das ganze Zelt war gebannt von seinem Auftritt, eine Pointe reihte sich an die andere, ein Lachanfall ging über in den nächsten. Da Bobbe erkundigte sich nach anwesenden DDR'lern oder anderen Preißn - und erklärte dem einen, der sich geoutet hatte, den Unterschied: "Der Preiß schneidt 'es Holz auseinander und der Bayer schneidt's zam." Sein Kabarettprogramm strotzte vor lebensnaher Situationskomik und Wortakrobatik. Man konnte gar nicht so schnell hören, wie er sprach und dabei noch die Anfangsbuchstaben vertauschte. Er ließ die "Satze aus dem Kack" und erzählte, dass er früher mal "Stapelgabler" gefahren ist und auch "Bolzhoden" verlegt hat - alles in einer Geschwindigkeit, dass man bei den verzögerten Lachanfällen das Hirn der Leute knirschen hörte. Mittendrin musste er auch mal selber lachen über das, was er von sich gab.

Ein Busserl von der Eva

Er holte sich die fesche Eva aus Wolfring auf die Bühne und bezog sie mit ein in sein Programm, ließ sich zum Schluss noch ein Busserl von ihr geben. Der johlende Applaus der Zuschauer bedarf keiner weiteren Erklärung. Immer wieder griff da Bobbe zu seiner Quetschn und zeigte, dass er auch das drauf hat. Mit scheinbar wenigen Akkorden, einer guten Stimme und herrlich Oberpfälzer Texten, bei denen man mitsingen kann und soll, gab es alles, nur keine Sekunde Langeweile. Es wurde ein langer Abend, der mit tosendem Applaus und einer geforderten Zugabe belohnt wurde.

Wenn da Bobbe am 2. Dezember nach Amberg kommt, sollte man sich auf jeden Fall um eine Karte bemühen - es lohnt sich.

Der Preiß schneidt 'es Holz auseinander und der Bayer schneidt's zam.Da Bobbe erklärt den feinen Unterschied
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