20.09.2017 - 15:30 Uhr
Oberpfalz

In Theuern lebt die Geschichte der Eisenbahn auf: Museum "Unter Dampf"

Es ist keiner mehr da, der Zeugnis ablegen könnte von der Zeit, als Amberg ein Bahnhofknotenpunkt war. Die Geschichte der Eisenbahn in der Region ist spannend. Erzählt wird sie jetzt in einer Ausstellung im Museum Theuern.

Ab Sonntag ist eine ganz besondere Ausstellung in Theuern zu sehen: Sie präsentiert die Entwicklung der Eisenbahnen, die Geschichte von Bahnhof und Bahnbetriebswerk Amberg sowie die Strecken Amberg-Schnaittenbach- Schmidmühlen-Lauterhofen. Matthias Gruschwitz, Michael Ritz, Klaus Tschierschke und Peter Rezek (von links) stellten das Programm vor. Bild: e
von Klaus HöglProfil

Theuern. Der erste Amberger Bahnhof wurde um 1857 gebaut. 1910, als er ein bedeutender Knoten war, war eine Zeit, in der die Eisenbahnen noch "unter Dampf" waren. "Unter Dampf" heißt auch der Titel für eine Ausstellung im Bergbau- und Industriemuseum Theuern. Dafür haben die Eisenbahnfreunde vom Verein Amberger Kaolinbahn viele Dokumente und Artefakte zusammengetragen. Sie zeigen: Die Geschichte der Eisenbahn im Amberg-Sulzbacher Land ist nicht nur spannend, sondern ein unverrückbarer Bestandteil seiner Industriekultur.

Damals fuhren die Lokomotiven von Amberg aus nach Schmidmühlen, Schnaittenbach und Lauterhofen. Die Hauptlinie führte von Schwandorf über Amberg nach Nürnberg und in Amberg stand noch ein Bahnbetriebswerk. Jahrzehntelang hing die Industrialisierung mit Eisenerz, Stahl, Eisen, Kaolin, Holz, Flussspat, Glashütten, Emaille und Steinbrüchen ganz wesentlich von der Schiene ab.

Amberg hatte aber auch militärische Bahn-Bedeutung. 1910 gab es im Landkreis noch 34 Bahnhöfe oder Haltepunkte, sieben Bahnhöfe und 24 Haltepunkte auf der Ostbahn Schwandorf-Nürnberg. Heute sind es noch sechs.

Der alte Amberger Bahnhof wurde in den 1960er-Jahren abgerissen und durch einen Neubau ersetzt - das aktuelle Gebäude.

Hintergrund

Die Artefakte

Laternen, alte Fahrkarten, Weichen, eine 100 Jahre alte Bahnhofsuhr, Streckenbeschreibungen, Modelle: Die Mitglieder des Vereins Amberger Kaolinbahn haben viele Schätze aus der Amberg-Sulzbacher Eisenbahngeschichte gerettet, die sonst wohl verlorengegangen wären. Vor allem liefern sie für die Ausstellung in Theuern jede Menge Bilder, Karten, Daten und Fakten, die bis dato noch nicht zu sehen waren. Damit rufen sie die einstige "Dampfzeit" der Region wieder ins Gedächtnis.

Der Verein

Der Verein Amberger Kaolinbahn hat sich vorgenommen, den historischen Ring-Lokschuppen in Amberg, die dortige Drehscheibe, Gleis- und Signalanlagen zu erhalten, erklärt 2. Vorsitzender Matthias Gruschwitz. Auch historische Lokomotiven und andere Schienenfahrzeuge sollen für die Nachwelt bewahrt bleiben. Der Verein hat sich im Januar 2010 gegründet - mit dem Ziel, das Gelände der ehemaligen Lokstation in Amberg zu erhalten und es langfristig in ein Museum umzuwandeln.

Die Ausstellung

Matthias Gruschwitz, seine Mitstreiter Peter Rezek und Klaus Tschierschke sowie Museumsleiter Michael Ritz sind gerade dabei, die Sonderausstellung "Unter Dampf" vorzubereiten. Eröffnet wird sie am Sonntag, 24. September, mit einem Vortrag von Matthias Gruschwitz. Zu sehen ist sie dann in Theuern bis Sonntag, 17. Dezember. (e)

 

 

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