Initiator Pfarrer Klaus Haußmann eröffnet Sonderausstellung im Kulturschloss Theuern
Die Sehnsucht nach Protz und Pracht

Eines der sehenswerten Exponate: die Figurengruppe Schäferstündchen.
Kultur
Kreis Amberg-Sulzbach
20.03.2018
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Theuern. Von Generation zu Generation werden Prachtobjeke weiter gegeben, stets mit dem Hinweis, ja nichts wegzuwerfen. Diese Prachtstücke aus Porzellan, Glas und Emaille landen bei Kunst und Krempel oder Bares für Rares - oder auch bei Pfarrer Klaus Haußmann in Ammerthal: Der hat zusammen mit dem Kulturschloss Theuern eine Sonderausstellung mit rund 250 Prachtstücken zusammengestellt.

Es handelt sich um Objekte des Wiener Barock, deS Historismus', des Jugendstils oder des Art déco aus den 1950er-Jahren. Vergangenen Sonntag wurde die Präsentation eröffnet, Ludmilla Portnova und ihr Mann Vadium Vasilkov sorgten für die passende musikalische Einleitung.

Haußmann ging zu Beginn umfassend auf die Ausstellung und die jeweiligen Exponate ein. "Die Sehnsucht nach Prunk und Pracht sind tief in der menschlichen Seele verankert", sagte Haußmann. Mit Beginn der Zivilisation erstrahlten Tempel und Paläste in kostbaren Dekorationen. Üppigen Pomp habe es ausschließlich bei Adligen gegeben. Das änderte sich dann grundlegend im 19. Jahrhundert. Die industrielle Revolution beseitigte viele alte Privilegien. Von nun an galt: Wer es sich leisten konnte, durfte sich grenzenlos mit Prunk umgeben. Der immense Nachholbedarf und die kritiklose Begeisterung für überschwängliche Dekore ließen die Pracht oft zum Protz geraten. Sehr früh und überdeutlich wird das bei Porzellanen, Gläsern und Emaillegeschirren, denen die Ausstellung besonders gewidmet ist.

"Gold war damals das Sahnehäubchen auf der prunkvollen Form mit dem aufwendig gemalten Dekor." Aber bitte mit Sahne? In der Vitrine jedoch jubelt es: "Aber bitte mit Geld." Haußmann ging auf den Beruf des Vergolders in der Fabrik ein. Die Ausstellung selbst beginnt mit dem Wiener Barock, die nächste Phase ist dem Historismus gewidmet.

Der Sehnsucht des "kleinen Mannes" kommt eine Vitrine nahe, deren Exponate exotischen Glanz verleihen, mitgebracht von Kaufleuten, Diplomaten, Militärs. Schließlich ist der Jugendstil ab 1890 vertreten, Haußmann hat dann die 1950er-Jahre und die Epoche von 1965 bis 2000 mit einbezogen und eine Ausstellung geschaffen, die es sich lohnt (bis 9. September) zu betrachten.
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