12.10.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Volker Zelinsky widmet Ausstellung den Künstlerinnen Helene Fischer und Maria Piffl Keramik-Sonderausstellung VasenKunst

Hirschau. Gut 200 Gäste gehören zum erlauchten Kreis derer, die heute um 19 Uhr in der Alten Mälzerei bei der Eröffnung einer kunsthistorisch hochinteressanten Ausstellung dabei sein dürfen. Unter dem Titel "VasenKunst" werden etwa 150 Keramikentwürfe aus der Carstens-Ära (1918 bis 1938) von Helene Fischer, Maria Piffl und Eva Schulz-Endert präsentiert.

Dem Hamburger Kunsthistoriker Volker Zelinsky (links) ist es zu verdanken, dass der Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Altbürgermeister Hans Drexler (rechts) nach der heutigen Eröffnung ab morgen mit die Sonderausstellung "VasenKunst" präsentieren kann. Es ist dies ein weiteres, bedeutendes Kapitel der Geschichte der Hirschauer Steingutfabriken, das der Öffentlichkeit gezeigt wird. Bild: u
von Werner SchulzProfil

2004 weckte Michael Popp - unterstützt vom Festspielverein - mit einer Steingutausstellung das lange verlorengegangene Bewusstsein für ein bedeutendes Kapitel der Hirschauer Kultur- und Wirtschaftsgeschichte - die von 1826 bis 1956 währende Ära der Steingutfabriken. Nach den Ausstellungen von Entwürfen der zwei bekanntesten in Hirschau tätigen Künstler Eva Zeisel (2013 in Weiden) und Siegfried Möller (2016 in Hirschau) waren viele der Meinung, damit sei die Geschichte der Steingutfabrik erschöpfend beschrieben.

Wer so dachte, hatte den Hamburger Kunsthistoriker Volker Zelinsky nicht auf der Rechnung. Die Begeisterung an Keramik führte ihn nicht nur zur eigenen Keramiksammlung von Carstens Hirschau und dem gesamten Carstens-Konzern, sondern schließlich zur Doktorarbeit am Kunstgeschichtlichen Seminar der Universität Hamburg mit dem Titel "Die Gebrauchskeramik des Carstens-Konzerns. Beispiele für die Durchsetzung der abstrakten Moderne in der Alltagskultur." Durch langjährige Recherchen und den glücklichen Umstand, Nachlässe zu entdecken, stieß er neben Zeisel und Möller auf sechs weitere für Carstens in Hirschau tätige Künstler, darunter Helene "Mau" Fischer (1930) und Maria Piffl (1930/31). Diesen beiden jungen Österreicherinnen ist die von Volker Zelinski in Zusammenarbeit mit dem Festspielverein mit seinem Vorsitzenden Hans Drexler und Pfarrer Klaus Haußmann organisierte Sonderausstellung gewidmet.

Mit ihren avantgardistischen, streng geometrisch gestalteten Formen (Fischer) und abstrakten, das Auge täuschenden und verwirrenden "Strichel-Dekoren" (Piffl) im Stil der Minimal Art haben die Künstlerinnen die Abstraktion in die Oberpfalz gebracht. Ihre seltenen Arbeiten für Carstens Hirschau - Leihgaben verschiedener Sammler und Objekte aus dem Nachlass der Künstlerinnen - sowie der Überblick über ihr Lebenswerk werden nun, 90 Jahre nach ihrer Entstehung, erstmals ausgestellt und in einem 66 Seiten starken Katalog präsentiert angeboten wird (15 Euro). Außerdem sind Exponate der ausgebildeten Keramikerin Eva Schulz-Endert zu sehen, die 1933/34 für Carstens in Hirschau arbeitete.

Für die Allgemeinheit öffnet der Festspielverein die "VasenKunst-Ausstellung" am Samstag, 14., und dann ab Sonntag, 15. Oktober, bis einschließlich 7. Januar 2018 jeden Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr in der Alten Mälzerei bei freiem Eintritt.

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