26.05.2012 - 00:00 Uhr
Oberpfalz

Die Schwierigkeiten der Diagnose: Borreliose

von Markus Müller Kontakt Profil

Zecken übertragen auch Borreliose. Dagegen kann keine Impfung schützen und es fällt Ärzten oft schwer, die Krankheit zu diagnostizieren. Dr. Roland Brey führt dies auf die verschiedenen Krankheitsstadien der Borreliose zurück: "Die Diagnose im akuten ersten Stadium bereitet in der Regel keine Schwierigkeiten. An der Stichstelle bildet sich bei 50 bis 70 Prozent der Betroffenen ein roter Fleck, der im Zentrum eine bleiche Färbung aufweist und mit der Zeit zunehmend an Größe gewinnt."

Im frühen Stadium einer Borreliose würden neben dieser schmerzlosen "Wanderröte" auch Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Fieber- und Kopfschmerzen beobachtet. Bei den späteren Krankheitsstadien träten dann viele Symptome auf, die auch bei anderen Erkrankungen beobachtet werden: Schmerzen, Nervenentzündungen, Gelenk- oder Herzbeschwerden. Brey: "Das macht es schwierig, eine Borreliose, die auch als Chamäleon unter den Krankheiten bezeichnet wird, zu diagnostizieren. Laboruntersuchungen werden zwar sehr häufig durchgeführt, fallen aber oft nicht eindeutig aus bzw. sind nicht einfach zu interpretieren."
So sei bekannt, dass ein erheblicher Anteil der gesunden und nie an Borreliose erkrankten Menschen positive Blutwerte (Nachweis von Borrelien-Antikörper) aufweise, die somit lediglich als "Narbe" einer durchgemachten Infektion (nicht einer Erkrankung!) einzustufen seien. Auch nach einer Borreliosebehandlung könnten diese Blutveränderungen fortbestehen. Bei neurologischen Symptomen sei eine Untersuchung des "Hirnwassers" bzw. der Rückenmarksflüssigkeit sinnvoll.

Lieber zum Arzt als ins Internet gehen

Für jemanden, der befürchtet, an Borreliose erkrankt zu sein, gibt es keine sichere Methode, diese Krankheit auszuschließen, sagt Roland Brey. "Meine Empfehlung ist, sich als Patient weniger im Internet auf die Suche nach oft zweifelhaften Informationen zu begeben als vielmehr mit dem Hausarzt zu besprechen, ob und welche Diagnostik sinnvoll ist."

Insbesondere müsse man klären, ob überhaupt Symptome bzw. Krankheitszeichen vorlägen, die auf eine Borreliose zurückgehen könnten. Eine alleinige Labordiagnostik berge die Gefahr von Fehlinterpretationen. "Der Hausarzt sollte wiederum nicht zögern, andere Fachärzte wie Neurologen hinzuzuziehen, falls Symptome vorhanden sind." Für Ärzte lohne sich auch eine Kontaktaufnahme mit dem Landesamt für Gesundheit, wo das Nationale Referenzzentrum für Borrelien angesiedelt ist.

___

Weitere Informationen zu Borreliose: http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/lyme.htm

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.