12.11.2017 - 16:16 Uhr
Oberpfalz

Ärztlicher Kreisverband Amberg-Sulzbach verzichtet auf Sponsoring: Fortbildung ohne Hilfe Pharmaindustrie

Der Ärztliche Kreisverband will seine Fortbildungen künftig ohne Unterstützung der Industrie anbieten. Damit gemeint ist in erster Linie die Pharmaindustrie.

Dr. Martin Pöllath (Vierter von links), Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes, mit weiteren Mitgliedern und Vorstandskollegen. Bei der Mitgliederversammlung stellte sich auch Vincent Wanji (Dritter von links) vor: Er ist der neue Chefarzt der gastroenterologischen Abteilung im St.- Anna-Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg. Bild: exb
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Amberg-Sulzbach. Der Beschluss, auf dieses Sponsoring zu verzichten, fiel einstimmig bei einer Mitgliederversammlung. Die ärztliche Fort- und Weiterbildung gehört zu den Aufgaben des Verbands, der dabei in Zukunft ganz ohne die Pharmaindustrie tätig sein will.

Den Hintergrund des entsprechenden Vorschlags, den er mit seinen Vorstandkollegen abgestimmt hatte, erläuterte Vorsitzender Dr. Martin Pöllath den Mitgliedern vor der Entscheidung. In den vergangenen Jahren sei in der Fachpresse wiederholt auf das Problem des Industrie-Sponsorings bei ärztlichen Fortbildungsveranstaltungen hingewiesen worden. Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass damit versucht werde, Einfluss auf die Ärzteschaft und insbesondere auf deren Verordnungsverhalten zu nehmen, um die Umsätze zu steigern, sagte Pöllath.

Der Kreisverband wolle gegenüber der Öffentlichkeit, aber auch gegenüber den eigenen Mitgliedern die Unabhängigkeit der Ärzte von Einflussnahmen Dritter zum Ausdruck bringen. Daher sei es dem Vorstand ein Anliegen, mit gutem Beispiel voranzugehen, um dadurch die Sensibilität der Kollegen für dieses Thema zu verstärken.

Wie der Fortbildungsbeauftragte des Verbands, Dr. Jens Trögner, berichtete, seien schon bisher die Fortbildungen überwiegend eigenfinanziert worden. Dies könne im Fortbildungskalender im Internet (www.aekv-as.de) eingesehen werden. Hier sollen künftig auch nicht vom Kreisverband organisierte Ärztefortbildungen verzeichnet werden.

Der Ärztliche Kreisverband

Der Ärztliche Kreisverband Amberg-Sulzbach hat als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Aufgabe, die beruflichen Belange der Ärzte wahrzunehmen, deren Fort- und Weiterbildung zu fördern sowie bei der Überwachung der Erfüllung der ärztlichen Berufspflichten und in der öffentlichen Gesundheitspflege mitzuwirken.

Der Kreisverband ist die Berufsvertretung aller Ärzte, die in der Stadt Amberg und im Landkreis berufstätig oder wohnhaft sind. Derzeit gehören ihm rund 770 Mitglieder an, rund neun Prozent mehr als vor fünf Jahren.

Der Zuwachs resultiert nach Auskunft des Verbands hauptsächlich aus den Krankenhausärzten als Folge vermehrter Teilzeitbeschäftigung von Medizinerinnen und geänderten Arbeitszeitregelungen. Dagegen sei die Zahl der niedergelassenen Ärzte im selben Zeitraum um fünf Prozent gesunken. (exb)

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