23.06.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Antragkonferenz zur Trasse des Südost-Links: Soll Südost-Link durch Industriegebiet bei Schafhof?

Groß in Aufregung ausgelöst hat die geplante Stromtrasse Südost-Link Bürger und Gemeinden im Landkreis noch nie. Aussitzen wollen sie das Thema aber unter keinen Umständen.

Der Bebauungsplan Schafhof III Ost wurde vor noch nicht allzu langer Zeit erst rechtskräftig. Deshalb geht Ebermannsdorfs Bürgermeister Josef Gilch davon aus, dass die dieses Areal durchschneidende Alternativ-Trasse des Südost-Links nicht zum Zug kommen wird. Bild: Steinbacher
von Michael Zeissner Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Der Landkreis wird deshalb einen offiziellen Beobachter zu der sogenannten Antragskonferenz in Regensburg schicken. Sie beginnt am Dienstag, 27. Juni, in der Donau-Arena und ist vorsorglich auf zwei Tage terminiert. Harald Herrle, im Landratsamt für die Wirtschaftsförderung zuständig, wird die Veranstaltung, die einem Erörterungstermin in einem Planfeststellungsverfahren gleichzusetzen ist, verfolgen. Dort können Bürger, Verbände oder Fachstellen Einwände gegen das Projekt vorbringen

Herrle repräsentiert mit seiner Teilnahme das Landratsamt als ein an dem Verfahren beteiligter Träger öffentlicher Belange. Er war vor rund sechs Wochen schon in Weiden mit dabei, als dort der künftige Trassenbetreiber Tennet und die Bundesnetzagentur die Detailplanung des Vorhabens vor- und zur Debatte gestellt haben. Dort ging es um etwa 600 Meter eines Planungskorridors bei Holzhammer. Der östliche Landkreis war von Beginn an bei den ersten Trassen-Entwürfen mit dabei. Allerdings fast immer nur als alternative Streckenführung und deshalb nicht allzu gravierend. Die Hauptlinienführung konzentriert sich auf das Naabtal und damit in der mittleren Oberpfalz auf den Nachbarlandkreis Schwandorf.

Schwandorf sperrt sich

Dort hat die Große Kreisstadt kürzlich jedoch den Grundsatzbeschluss gefasst, einen Großteil der geplanten Trasse durch ihre Gemarkung nach Westen auf die Alternativroute zu verschieben. Damit wäre der östliche Landkreis Amberg-Sulzbach deutlich mehr tangiert. Hauptsächlich das Gemeindegebiet von Ebermannsdorf. Den dortigen Bürgermeister Josef Gilch (CSU) beunruhigt das inzwischen nicht mehr allzu sehr, nachdem er und sein Gemeinderat sich recht bald intensiv mit dem Thema befasst haben.

Gute Gründe dagegen

Danach führt die Alternativtrasse schnurstracks durch das neue Gewerbegebiet Schafhof III Ost. "Das geht natürlich nicht, und das haben wir schon frühzeitig gegenüber Tennet und der Bundesfachplanung vorgebracht", verweist Gilch auf die Rechtskraft dieses Bebauungsplanes ohne Gleichstromtrasse. Das werde so wohl auch bleiben, sei ihm von den zuständigen Stellen zugesichert worden, sieht Gilch keinen Grund, nervös zu werden. Zudem ist in dem weiteren Umfeld dort auch noch ein Vorranggebiet zum Sandabbau angesiedelt.

Damit wird die Ebermannsdorfer Gemarkung nur noch im Bereich der landwirtschaftlich geprägten Weiler Arling und Niederarling tangiert. "Von dort sind mir keine Widerstände bekannt, das ist Sache der Landwirte", bleibt auch in diesem Punkt der Bürgermeister gelassen. Mit der Zusicherung der Erdverkabelung ist für Gilch sowieso das meiste Konfliktpotenzial aus der Stromtrassen-Diskussion draußen. "Wir haben bekommen, was wir wollten, und irgendwie muss der Strom ja von A nach B kommen", spricht aus dem Bürgermeister der Pragmatiker. An der Antragskonferenz in Regensburg kann er wegen einer Veranstaltung des Gemeindetages sowieso wie viele seiner Amtskollegen aus dem Landkreis nicht teilnehmen.

Auch Harald Herrle verweist auf eine Reihe von Stellungnahmen seines Hauses im Vorfeld des Termins am Dienstag. Er reduziert seine Rolle auf die Funktion des Trägers öffentlicher Belange. "Was wir uns wünschen, ist eine Korridor-Festsetzung nach objektiv nachvollziehbaren und vernünftig abgewogenen Kriterien." Nur das sei der Garant für eine möglichst hohe Akzeptanz des Südost-Links am Ende. Den Schwandorfer Stadtratsbeschluss sieht er vor diesem Hintergrund als nicht allzu glücklich an. Denn: "Was wir nicht wollen, ist auch nur der Anschein einer politischen Einflussnahme auf den Trassenverlauf", sagte er.

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