Bauausschuss sieht durch 300 Meter neue Trasse beste Anbindung des Gewerbeparks Ursensollen ...
Wird wegen Grammer Kreisstraße verlegt?

Rechts führt ein geschotterter Feldweg von der Juraallee in Richtung Kreisstraße AS 4. Der Plan für die neue Anbindung sieht aber vor, dass über die Wiese links 300 Meter Straße inklusive Geh- und Radweg zur Kreisstraße gebaut werden, die dann zusammen mit der Juraallee die neue AS 4 bilden. Bild: Steinbacher
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
03.07.2017
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Amberg-Sulzbach. Zunächst sprach Landrat Richard Reisinger am Montag im Bauausschuss noch etwas kryptisch davon, der Hintergrund für den Wunsch nach der Verlegung der Kreisstraße AS 4 in Ursensollen sei "die Ansiedlung eines größeren Betriebs". Doch als sich Meinungsverschiedenheiten über dieses Vorhaben abzeichneten, wurden schnell Ross und Reiter genannt: Es geht um die Firma Grammer.

Die zieht ins Ursensollener Gewerbegebiet, und zwar überraschend schnell: An Weihnachten 2018 sollen in dem Neubau schon alle 700 Mitarbeiter ihre Büros beziehen können, wie Bürgermeister Franz Mädler (FW) erläuterte. Achim Bender (SPD) vermutete bei dieser Geschwindigkeit einen Hörfehler, doch Mädler bestätigte, im nächsten Jahr solle alles über die Bühne gehen.

Der Beitrag des Landkreises in Sachen "Willkommenskultur für Gewerbetreibende" (Reisinger) könnte eine Verlegung der Kreisstraße AS 4 sein. Die läuft, von Hohenburg kommend, am östlichen Ortsrand von Ursensollen entlang und mündet an einer ziemlich unübersichtlichen Stelle in die B 299. 300 Leichtunfälle gab es laut Mädler in den vergangenen Jahren an dieser Einmündung.

Der Vorschlag, den Diplom-Ingenieur Matthias Kolb vom Tiefbauamt ausgearbeitet hatte, sah deshalb vor, die Kreisstraße ab Station 0,550 nach Nordosten abzweigen zu lassen und auf die Juraallee zu führen, die den Gewerbepark A 6 an die B 299 anbindet - inklusive Abbiegestreifen und deutlich verbesserten Sichtverhältnissen. Dazu wären etwa 300 Meter an Straße (mitsamt Geh- und Radweg) neu zu bauen, und die Juraallee würde in der Folge ein Teil der AS 4, während der alte Verlauf ab der Abzweigung zu einer Gemeindestraße abgestuft würde.

Vorteil dieses Umbaus: Der von Süden kommende Berufs- und Lieferverkehr wird unkompliziert an das Gewerbegebiet angeschlossen, und für alle, die danach in Richtung Amberg oder A 6 weiter wollen, hätte die neue Streckenführung die Funktion einer Ortsumgehung. Die Gesamtkosten für die 300 Meter lange neue Trasse schätzte Kolb auf rund 460 000 Euro. Gut 250 000 davon müsste der Landkreis selbst tragen.

Während Landrat Reisinger andeutete, dass der Grundstückserwerb nicht einfach werden könnte, hatte Stefan Lindenberger (Grüne) grundsätzliche Bedenken: "Was sind unsere Vorteile aus dem Bauprojekt? Warum müssen wir durch eine Grünfläche eine Straße bauen?" Womöglich bringe es bereits mehr Sicherheit, die alte Einmündung umzugestalten. Oder man könne einfach den geschotterten Feldweg von der AS 4 zur Juraallee zur Straße ausbauen. Dann gebe es aber keine Förderung für das Projekt, entgegnete Kolb, und die Kreisstraße hätte Vorfahrt.

700 Arbeitsplätze

Landrat Reisinger sah die Notwendigkeit der Maßnahme in der Verantwortung des Landkreises für die Infrastruktur begründet. Hier gehe es um 700 Arbeitsplätze und einen entsprechenden Verkehr zu den Stoßzeiten: "Das ist kein kleiner Betrieb." 300 Arbeitsplätze sind laut Franz Mädler bereits jetzt im Gewerbepark angesiedelt. Grammer werde am 18. Juli seinen Bauplan der Öffentlichkeit präsentieren. Schon der erste von zwei Bauabschnitten schaffe rund 450 weitere Arbeitsplätze.

Während Mädler der Ansicht war, dass der Landkreis über seinen etwa 45-prozentigen Anteil an der Gewerbesteuer seine Kosten schnell wieder ersetzt habe, war Lindenberger der Auffassung, ein Unternehmen zahle nach einer so großen Investition ein paar Jahre lang überhaupt keine Gewerbesteuer mehr. Der Grünen-Kreisrat blieb aber mit seiner ablehnenden Haltung alleine. Alle anderen Ausschussmitglieder stimmten dafür, dass der Landrat einen Ingenieurvertrag für eine Vorplanung abschließt.
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