CSU-Arbeitskreis sucht Lösungen
Naturschutz praxistauglich umsetzen

Eine blühende Wiesenlandschaft vermeidet Monokulturen: Der CSU- Arbeitskreis für Umwelt hat sich Gedanken über praxistauglichen Naturschutz in der Landwirtschaft gemacht. Bild: bö
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
16.12.2016
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Eine blühende Wiesenlandschaft vermeidet den Eindruck von Monokulturen CSU Arbeitskreis für Umwelt will mehr "Greening" in der Landschaft wissen.

"Wir müssen den Landwirten Entwicklungsraum zugestehen und den Naturschutz praxistauglich umsetzen": Zu diesem Fazit kam Stefan Schönberger, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft (AGL) im CSU-Kreisverband. Dann sei auch die Akzeptanz bei den Landwirten besser.

Amberg-Sulzbach. (bö) Es ging überwiegend um die Nachhaltigkeit bei einem Treffen des Arbeitskreises Umwelt (AKU) und der AGL im CSU-Kreisverband. "Greening" und Wildlebensraum-Beratung auf den Äckern, Flächenverbrauch und Herausforderungen in der Landwirtschaft waren Gesprächsthemen. Die Teilnehmer suchten nach praktikablen Lösungsansätzen.

Hinter dem Begriff des "Greening" verbergen sich Forderungen nach zusätzlichen Leistungen für die Umwelt. Bauernhöfe müssen beispielsweise fünf Prozent ihrer Äcker als ökologische Vorrangflächen bereitstellen und dort bestimmte Pflanzenmischungen einsäen. Von Vertretern der Landwirtschaft kam die Forderung, das teure Saatgut aus dem Naturschutzfonds zu fördern. Nach der Vorgabe der EU müsse der Landwirt auf eine geregelte Produktion verzichten. Wenn er entlang der Felder auch Wiesen mit blühenden Blumen kultiviere und dafür Äcker stilllege, erfülle er Wünsche der Gesellschaft und respektiere sie, sagte AKU-Sprecher Sebastian Schärl.

Der Oberpfälzer Bauernpräsident Franz Kustner hält es für falsch, Greening-Flächen einfach brach liegen zu lassen: Das sei keine gute Lösung für Natur und Umwelt. Für Landwirte, die etwas für den Naturschutz tun, forderten die AKU-Vertreter mehr Geld. Solche Aktivitäten müssten eine echte Einkommenswirkung haben. Beide Arbeitsgemeinschaften sehen es als positiv für das Ansehen der Bauern, wenn Spaziergänger, Wanderer und Jogger eine artenreiche Landschaft antreffen. "Wir Landwirte wollen Lebensräume für Wildtiere in Abstimmung mit unseren Berufskollegen erhalten, verbessern und neu schaffen", stellte AGL-Sprecher Stefan Schönberger fest. Hier setze auch die Arbeit des Wildlebensraum-Beraters ein, der für die Oberpfalz seinen Sitz im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Amberg hat. Diese Institution sei bundesweit einzigartig.

Im BlickpunktNeben dem "Greening" gebe es mit der Förderung über das Bayerische Kulturlandschafts- (KULAP) und das Naturschutzprogramm (VNP) ein Instrument, um Lebensräume in der Kulturlandschaft ökologisch aufzuwerten und so die Lebensbedingungen für Tiere und Pflanzen zu verbessern, informierte Stefan Schönberger. Aber auch hier stecke der Teufel im Detail. Der AGL-Sprecher wünscht sich deutlich praxisnähere Regelungen für die Landwirte - mehr Flexibilität und weniger Bürokratie.

Bei der Wildlebensraum-Beratung sollten sich Landwirte, Jäger, Imker, Landschaftspflegeverband, Gemeinden und Naturschützer vernetzen. Damit schaffe man im Landkreis "einen Umsetzungsmotor für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft", sagte AKU-Sprecher Sebastian Schärl. Besorgt äußerten sich AGL und AKU über die Steigerung des Flächenverbrauchs in Bayern von 10,8 Hektar pro Tag 2014 auf 13,1 im Jahr 2015.

Beide Arbeitsgemeinschaften forderten den Übergang von ebenerdiger Nutzung zum flächensparenden Geschossbau in Gewerbegebieten, insbesondere bei Handelsgeschäften. (bö)
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