04.07.2017 - 15:40 Uhr
Oberpfalz

Erste Planungen zum Beruflichen Schulzentrum im Bauausschuss Generalsanierung kostet über 46 Millionen Euro

Als Architekt Herbert Osel am Montag im Bauausschuss die Summe nannte, die die Generalsanierung des Beruflichen Schulzentrums in Sulzbach-Rosenberg voraussichtlich kostet, gingen bei einigen Kreisräten die Augenbrauen hoch: rund 46,5 Millionen Euro.

Mit der Generalsanierung sowie Um- und Neubauten soll das Berufliche Schulzentrum gestärkt werden. Bild: Royer
von Markus Müller Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Die Erklärung von Landrat Richard Reisinger für diese hohen Kosten: "Das ist die Schule, bei der man am längsten am wenigsten investiert hat." Deshalb müsse man es jetzt "einmal gescheit machen". Das heißt konkret: Der älteste Bereich (mit der Verwaltung und Klassenräumen) im Osten des Geländes wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Im westlichen Teil entsteht ein sechsstöckiges Schülerwohnheim mit etwa 80 Einzelzimmern. Neben diversen Sanierungen in den Werkstätten kommt zudem ein Saalanbau (300 Quadratmeter), und die Zahl der Parkplätze steigt von 50 auf 150. Laut Herbert Osel darf der Landkreis bei diesen Kosten auf 16 Millionen Euro Förderung hoffen, während er etwa 30 Millionen Euro selbst tragen muss. Die Bauzeit prognostizierte der Architekt vom Würzburger Büro "hjp" mit "2020 bis 2025 oder 2026".

Reisinger gestand, vor zehn Jahren hätte er nicht den Mut gehabt, so viel Geld in ein Berufliches Schulzentrum zu stecken. Doch jetzt seien so viele starke Berufe hier, dass er keine Bedenken mehr habe. Noch heuer werde man auf über 1000 Schüler kommen. "Die Schüler brauchen gute Räume", plädierte Josef Gilch (CSU) für eine Investition auch in dieser Größenordnung. Stefan Lindenberger ergänzte, es sei vor allem dem Einsatz von Reisinger zu verdanken, dass zukunftsträchtige Berufe nach Sulzbach-Rosenberg gekommen seien und so die Entwicklung des BSZ ins Positive gewendet hätten.

Im Schülerwohnheim gibt es nur Einzelzimmer, weil das laut Reisinger "der Wunsch aller Beteiligten" war. Etwa fünf davon seien behindertengerecht. Ob die geforderte Barrierefreiheit durch einen Aufzug oder eine andere Planung gewährleistet werde, sei noch nicht klar, erläuterte Herbert Osel. Albert Geitner und Thorsten Grädler (beide FW) hielten aber nur einen Aufzug für zeitgemäß. Sollten die Wohnungen nicht alle für die Berufsschüler gebraucht werden, fänden sich nach Reisingers Ansicht in Sulzbach-Rosenberg auch genügend andere Interessenten, etwa junge Leute, die die Berufsfachschule für Musik besuchen.

In den ersten drei Jahren der Bauzeit sind nach Herbert Osels Planung Container nötig, wenn der Altbau abgerissen wird. Sie könnten zunächst auf der Fläche stehen, die später das Wohnheim benötigt. "Baulogistisch ist das eine Herausforderung", meinte der Architekt. Sollte sich - wie bei der Wiesauer Berufsschule - noch während des Baus herausstellen, dass sie zu klein dimensioniert sei, könne von der Statik her problemlos noch ein Stockwerk draufgesetzt werden. Denn das Gebäude sei auf Fels gegründet.

Ein Beschluss über die Generalsanierung erfolgt erst in der Sitzung des Kreisausschusses am kommenden Montag sowie im Kreistag, der in 14 Tagen zusammentritt.

Das ist die Schule, bei der man am längsten am wenigsten investiert hat.Landrat Richard Reisinger

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