Konzept zur Umsetzung neuer EU-Vorgaben:
Runder Tisch für eine gesunde Vils

Hier, an der Vils bei Schlicht, muss noch etwas getan werden, um die Gewässerqualität zu verbessern. Bild: rha
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
12.01.2017
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Amberg-Sulzbach. Manches ist schon geschafft. Die Umgestaltung der Vils in Vilseck zum Beispiel. Aber es gibt auch noch einiges zu tun in Zusammenhang mit der neuen europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Ein Umsetzungskonzept für die Vils von der Einmündung Wiesenohe bis zur Einmündung Rosenbach soll helfen. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hatte dazu Träger öffentlicher Belange, Vertreter von Fischerei, Wasserkraftanlagen-Betreibern und Umweltverbänden zu einem runden Tisch ins Rathaus nach Hahnbach eingeladen.

Für einen guten Gewässer-Zustand spielen nach den Worten von Dr. Hans Weiß, Abteilungsleiter für den Landkreis und die Stadt Amberg, mehrere Faktoren eine Rolle. Die wichtigsten seien Punktquellen wie Abwassereinleitungen, aber auch Nährstoffbelastung und Gewässerstruktur. Letztere war zentrales Thema in Hahnbach. Um die staatlichen Mittel gezielt und verantwortungsbewusst einzusetzen, werden alle Schritte zur ökologischen Verbesserung in einem Umsetzungskonzept zusammengefasst und diskutiert.

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, sind 34 Maßnahmen für den Vilsabschnitt zwischen der Einmündung der Wiesenohe und der Mündung des Rosenbachs vorgesehen und zum Teil auch schon umgesetzt. Anton Baumann, Leiter des Sachgebiets Gewässerentwicklung, stellte sie vor. Bereits erledigt sind die ökologische Umgestaltung in Vilseck und die Wiederherstellung eines Vilsbogens oberhalb von Bruckmühle. Schwerpunkt des Konzeptes sind die noch erforderlichen Vorhaben:

  • Grundstückserwerb oder -tausch, um Uferstreifen zu erhalten;

  • Ergänzung der Bepflanzung, insbesondere auf den Süd- und Westuferseiten, um die Beschattung zu verbessern;

  • Umgestaltung der begradigten Ufer, zum Beispiel zwischen Laubmühle und er Rosenbach-Mündung;

  • Schaffung von Durchgängigkeit an den letzten beiden unüberwindbaren Wehranlagen in Laubmühle und Kümmersbuch;

  • Ökologischer Ausbau und Neuanlage im Bereich unterhalb Schlicht.

Peter Fröhlich, Sachgebietsleiter Wasserbau, informierte über den weiteren Ablauf der Konzeptbearbeitung. Der runde Tisch sollte die Diskussion zu diesem Entwurf eröffnen. Dementsprechend kamen zahlreiche Anregungen aus dem Teilnehmerkreis, die nun geprüft und im Konzept berücksichtigt werden sollen. Werden Maßnahmen umgesetzt, ist ein Genehmigungsverfahren nötig, in dem Anlieger und Betroffene erneut gehört werden.

HintergrundDie Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) ist eine europäische Vorschrift, die inzwischen in allen EU-Staaten in nationales Recht umgesetzt worden ist - in Deutschland im Wasserhaushalts-Gesetz (WHG) seit 2002.

Ziel ist es, die Gewässer in einen guten Zustand zu bringen. Das gilt für das Grundwasser, die Seen und eben auch die Fließgewässer. Die Maßnahmen sollen in drei sechsjährigen Zyklen von 2010 bis 2027 umgesetzt werden.

Begleitet werden die Projekte durch wiederkehrende Kontrollmessungen und Kartierungsarbeiten, sogenanntes Monitoring, an gewässertypischen Stellen.
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