15.03.2018 - 11:58 Uhr

Koordinator skizziert Ziele und zeigt wie weit Landkreis beim Klimaschutz ist Klima-Mann lässt nicht locker

Der Landkreis hat sich ein Klimaschutzkonzept mit ehrgeizigen Zielen teils bis ins Jahr 2035 auferlegt. Erste Schritte auf dem langen Weg sind getan, viele weitere müssen noch folgen. Dazu fordert Amberg-Sulzbachs eigens für diese Aufgabe eingestellter Klimaschutzko-ordinator Joachim Scheid auf.

von Thomas Amann Kontakt Profil

Amberg. Er tat das kürzlich schon bei einer Dienstversammlung der Bürgermeister aller Gemeinden und trug dazu den bisherigen Sachstand vor. In der Umweltausschusssitzung wiederholte er im Grunde seine Themen und verhehlte nicht, dass er sich bereits nach dem Treffen mit den Gemeindeoberhäuptern etwas mehr Resonanz erwartet hätte.

"Einen einzigen Anruf zu Elektroautos habe ich bekommen. Wenn es mehr gewesen wären, hätte ich mich gefreut", sagte er am Mittwoch und hoffte, dass Nachfragen zu Nachhaltigkeits- und Energiethemen "noch exponentiell steigen". "Dazu brauche ich auch Sie", appellierte er an die Kreisräte, die als Multiplikatoren zu einem Wandel im Kopf der Menschen beitragen sollten. Ähnlich formulierte es Karl Trummer (CSU), weil man nicht alle Aufgaben "den Kommunen überstülpen kann, deren Finanzen so überstrapaziert werden".

Nicht nur Gemeinde-Sache

Zuvor war es in einer offenen Diskussion zum Bericht schon um die Frage gegangen, wo und wie häufig die Gemeinden in die "Vorreiterrolle" schlüpfen können - zum Beispiel bei Elektromobilität und neuen Formen der Wärmeversorgung. Abgesehen davon, dass viele da sowieso gut dabei sind, "können es die Kommunen aber nicht schaffen", finanzielle Anreize für ihre Bürger zur Verfügung zu stellen, damit diese den positiven Beispielen eher folgen. So sah das Landrat Richard Reisinger und meinte: "Das muss vom Staat kommen."

Dass sich gerade bei der Wärmeversorgung viele Haushalte "- 80 Prozent - mit neuen Formen befassen", hob Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl hervor. Bei diesem Thema ist nach seiner Ansicht "die Bewusstseinsbildung da", die man halt "nicht mit der Brechstange machen kann. Aber das läuft bei uns im Landkreis in die richtige Richtung."

Dennoch haben die fossilen Brennstoffe laut Scheid den größten Anteil am Gesamtverbrauch im Landkreis, der bis 2035 ganz anders aussehen soll: Dann sollten 79 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen, so die Vorgabe des Klimaschutzkonzepts (derzeit sind es nur rund 18 Prozent). Deshalb war Scheid auf die Frage nach "Anreizprogrammen" gekommen, damit meist teure Maßnahmen für die Hausbesitzer wie ein kompletter Kessel- oder Energietausch unterstützt werden. Hildegard Geismann (SPD) erinnerte in dem Zusammenhang an ein früher schon bestehendes Programm für den Wärmepumpentausch, wusste aber, dass das "auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein war".

Drei Projekte jedes Jahr

"Gut wäre es, wenn jede Kommune drei Projekte im Jahr umsetzt", ließ Joachim Scheid mit konkreten Wünschen nicht locker, ohne zu verhehlen, dass 17 Gemeinden im Kreis beim eigens aufgestellten Elektromobilitätskonzept mitmachen. Aber auch Wege wie energieeffiziente Gebäudesanierungen, ein konsequenter Umstieg auf LED-Beleuchtungskonzepte und dergleichen mehr müssen her, forderte der Klimaschutzkoordinator und ermunterte, dass es für vieles "einen ganzen Strauß von Förderungen gibt".

Um all diese Themen "konzentriert in den Landkreis zu tragen", ist von 14. bis 17. Mai eine Klimaschutzwoche mit dezentralen und örtlichen Veranstaltungen im LCC in Sulzbach geplant; im Herbst ferner ein Infotag für Unternehmen, die ebenfalls stärker eingebunden werden sollen. Nicht zuletzt beim Thema Solarpotenzial, das per Kataster stärker in den Blickpunkt rücken soll, ebenso wie ein Solardachkataster als internetbasierte Software, die dem Nutzer laut Scheid nicht nur zeigt, wie sinnvoll Photovoltaik ist, sondern auch, wie viel CO2 und Stromkosten man einspart. Apropos: Hier ist der Kreis schon gut unterwegs mit 76 Prozent erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch, wie Scheid sagte.

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