11.07.2017 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Kreisausschuss genehmigt 40-prozentige Kostensteigerung bei Sanierung Schloss Theuern lieb und teuer

Amberg-Sulzbach. Aus sieben Millionen werden zehn. Die neue Kostenberechnung zur Sanierung des Bergbau- und Industriemuseums Ostbayern im Schloss Theuern traf die Mitglieder des Kreisausschusses nicht ganz unerwartet. Begeisterung löste sie aber natürlich nicht aus.

"Passen tut die Sanierung von Theuern nie, aber für mich ist sie alternativlos. Kultur kostet eben auch Geld." Zitat: Stefan Braun (CSU)
von Markus Müller Kontakt Profil

Architekt Thomas Raithel vom Gebäudemanagement des Landkreises erklärte, wie die Steigerung entstand: Die erste Kostenberechnung stammt von 2013/14. Damals war der Baubeginn für 2015 geplant. Dann habe aber die denkmalfachliche Prüfung recht lange gedauert, so dass der Bauabschnitt I (Nord- und Westtrakt) tatsächlich erst vor wenigen Tagen begann. Die Sanierung von Dach und Gewölbe ist hier der erste Schritt. Sie soll bis 2018 dauern.

Zu den jetzt deutlich höheren Kosten führten laut Raithel zum einen die allgemeinen Preissteigerungen zwischen dem Zeitpunkt der Berechnung und der Ausschreibung. Die Steigerungsrate liegt beim Bauabschnitt (BA) I bei etwa 8 Prozent, beim BA II bei rund 11 Prozent und beim BA III, der 2020 beginnen soll, wohl bei mindestens 15 Prozent. Zudem führten die späteren Änderungen bei beschlossenen Maßnahmen zu Mehrkosten: bei der Lüftung, der Heizung, den Innentüren, der Holzfaserdämmung, dem Gewölbeputz und den Brandschutzschaltern. Zum Teil gehen sie auf neue Vorgaben des Denkmalschutzes zurück, zum Teil auf neue Sicherheitsvorschriften oder die zusätzlichen Anforderungen einer angedachten behördlichen Nutzung. Und zum Dritten führten zusätzliche Maßnahmen zu den höheren Kosten, etwa die Erneuerung der Veranstaltungstechnik (375 000 Euro), der Einbau eines Systems zur Gebäudeautomation für das Energiemanagement (137 000 Euro) und die Vorbereitung für eine behördliche Nutzung (+ 600 000 Euro). So wurden aus 7,02 Millionen Euro im Jahr 2014 jetzt 9,85 Millionen Euro.

Veterinäramt soll kommen

"Wegen der behördlichen Nutzung entscheiden wir zu gegebener Zeit", erläuterte Landrat Richard Reisinger. Der Umzug des Veterinäramts ins Schloss Theuern sei ins Auge gefasst, das müsse aber nicht sofort beschlossen werden. Die behördliche Nutzung gehe gegebenenfalls auf Kosten der musealen Ausstellungsfläche, bestätigte Reisinger eine Vermutung von Karl-Heinz Herbst (Grüne). Auf der anderen Seite habe gerade Generalkonservator Mathias Pfeil diese Idee ins Spiel gebracht, weil das bei vergleichbaren Gebäuden auch den Erhalt sichere.

Unverkäuflich

Peter Dotzler (FW) sähe das Schloss am liebsten vom Freistaat übernommen oder als Bildungseinrichtung mit geschichtlichem Hintergrund genutzt. Da müsse er dann schon eine konkrete Institution nennen, entgegnete ihm Reisinger, denn vonseiten des Landkreises habe man bereits alle Möglichkeiten geprüft, ohne auf Resonanz zu stoßen. "Und verkaufen können wir das Schloss auch nicht."

Gegen Dotzlers Aussage, dass die museale Nutzung des Schlosses inzwischen schon zu lange andauere, so dass sich für die Inhalte kaum noch jemand interessiere, wandte sich der Kümmersbrucker Richard Gaßner (SPD). Im Jahr 2002 habe man lediglich 7000 Besucher gezählt, jetzt seien es um die 20 000. Also steige das Interesse wohl eher. Zum Schluss segneten alle außer Peter Dotzler die neuen Kosten ab.

Passen tut die Sanierung von Theuern nie, aber für mich ist sie alternativlos. Kultur kostet eben auch Geld.Stefan Braun (CSU)
Wir haben noch nicht einmal mit dem Bau begonnen und haben schon 40 Prozent Kostensteigerung.Peter Dotzler (FW)

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