Kreishandwerkerschaft Amberg-Sulzbach sieht Berufsbilder in Gefahr
Meisterbrief hat zentrale Bedeutung

Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
11.04.2018
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Amberg-Sulzbach. "Unsere Berufsausbildung genießt über die Grenzen Bayerns und Deutschlands hinaus einen sehr guten Ruf", betonte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) bei einem Treffen mit der Kreishandwerkerschaft. Unter anderem waren die duale Ausbildung, die Anerkennung ausländischer Abschlüsse und die Differenzierung von Berufsbildern Themen.

Die duale Ausbildung sei immer noch das Nonplusultra für den Berufseinstieg, vor allem im Handwerk: Darin waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Schwartz sieht die Unternehmer der Region, vor allem im Handwerk und im Mittelstand "hervorragend aufgestellt". Ein Schwerpunkt beim Fachgespräch war der Meisterbrief. 2004 fiel bei 53 Berufen die Meisterpflicht weg, etwa bei Parkettlegern, Raumausstattern und Feinoptikern. 57 Berufe wurden als "handwerksähnlich" eingestuft, beispielsweise Bodenleger und Bestattungsgewerbe. Damit sind weder Meisterprüfungen noch Qualifikationsnachweise Voraussetzung für die Selbstständigkeit.

Die Folge sei eine regelrechte Explosion der Kleinstbetriebe und Ich-AGs gewesen, die mit dem Schwund der Lehrlinge und Meister einherging, berichtete Kreishandwerksmeister Hans Weber. Er sieht "die Gefahr, dass Berufsbilder aussterben, weil die vielen Kleinstbetriebe nicht mehr ausbilden". Der Qualitätsstandard im Handwerk sei gefährdet, wenn Spezialfertigkeiten und Wissen verloren gehen.

Schwartz sieht das ähnlich, der Meisterbrief sei für die CSU "von zentraler Bedeutung", ein wichtiges Instrument zur Sicherung des Handwerks und Fundament der bayerischen Wirtschaft. Daher hat die Staatsregierung zum Jahresbeginn den Meisterbonus für jeden erfolgreichen Absolventen der beruflichen Weiterbildung zum Meister oder zu einem gleichwertigen Abschluss angehoben - von 1000 auf aktuell durchschnittlich 1500 Euro. Das entspreche insgesamt 17 Millionen Euro pro Jahr ab 2018. Anreize zu schaffen, sei ein wichtiger Baustein für den Erhalt des Meisters, sagte Schwartz. Es gebe aber noch weitere Maßnahmen. Beispielsweise würden mit dem "Aufstiegs-BAföG" Teilnehmer der beruflichen Aufstiegsfortbildung - etwa zu Meister, Techniker, Fachwirt oder Erzieher - unterstützt.
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