Martina Popp übergibt Petition in München
Unterschriften für den Minister

Im Beisein des SPD-Abgeordneten Reinhold Strobl (links) überreichte Martina Popp die für die Petition gesammelten Unterschriften an dessen Fraktionskollegen Martin Güll, der Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus ist. Bild: exb
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
22.06.2017
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Ihrem Anliegen, dass Schüler mit Dyskalkulie künftig gegenüber Legasthenikern nicht benachteiligt werden, ist Martina Popp ein Stück näher gekommen. Am Mittwochnachmittag überreichte sie in München eine Petition. Jetzt hofft sie, dass ihr Wunsch im bayerischen Landtag Gehör findet.

Amberg-Sulzbach/München. "In der neuen bayerischen Schulordnung vom August 2016 werden die Kinder mit Dyskalkulie leider nicht zu den Gruppen von Kindern mit Behinderung gezählt, denen individuelle Unterstützung, Nachteilsausgleich oder Notenschutz gewährt werden darf. Dyskalkulie wird nicht einmal erwähnt", heißt es in der Petition, die knapp 900 Menschen unterzeichnet haben. Am Mittwochnachmittag übergab Martina Popp, eine betroffene Mutter aus dem Landkreis, die Unterschriften an den SPD-Landtagsabgeordneten Martin Güll, Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Kultus.

Martina Popp und ihre Mitstreiter fordern konkrete Maßnahmen, die ihren Kindern im schulischen Alltag helfen: Zeitzuschlag, Verwendung von Hilfsmitteln im Unterricht und bei den Proben. Nach der neuen Schulordnung vom August 2016 dürfen die Schüler Hilfsmittel wie Taschenrechner oder 100-Tafel bei den Proben nicht verwenden. Außerdem dürfen ihnen die Lehrer keinen Nachteilsausgleich bei den Noten gewähren. Martina Popp und andere betroffene Eltern haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder und Jugendlichen dadurch wieder einem verstärkten Druck ausgesetzt sind. Prüfungsängste, Furcht vor Mathematik, aber auch generell vor der Schule würden massiver auftreten, weiß Popp. Am Mittwoch weilte sie in München. Begleitet vom SPD-Abgeordneten Reinhold Strobl übergab sie eine Petition an dessen Landtagskollegen Martin Güll. Dieser sicherte der Frau aus dem Landkreis zu, er werde versuchen, das Thema gleich bei der ersten Sitzung nach der Sommerpause auf die Tagesordnung zu setzen. Wie Reinhold Strobl erklärte, muss eine Petition behandelt werden. Die Staatsregierung ist außerdem verpflichtet, eine Stellungnahme abzugeben.

Durch Zufall traf Martina Popp auch noch auf den bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle. Als sie beim Kaffeetrinken mit Reinhold Strobl auf der Terrasse saß, marschierte dieser vorbei. Die Mutter eines Kindes mit Dyskalkulie nutzte die Gunst der Stunde und trug ihm ihr Anliegen vor. Sie überreichte ihm die Petition - in der Hoffnung, "dass ich eine positive Rückmeldung vom Kultusministerium bekomme".

Fast 900 Unterschriften hat die Frau für die Eingabe gesammelt. In Listen hatten sich rund 620 Menschen eingetragen, online waren es ein bisschen über 200. Ob ihr Ansinnen Aussicht auf Erfolg hat, weiß sie nicht. Güll hatte ihr gesagt, dass es schwierig werde, da eine Gesetzesänderung erforderlich sei. "Wir werden aber dranbleiben, da lassen wir nicht locker", sagt Martina Popp und schließt damit auch viele andere betroffene Eltern mit ein.
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