29.01.2018 - 20:10 Uhr
Oberpfalz

Nach nichtöffentlicher Kreistagssitzung am Montagabend Birkl kein Landratsvertreter mehr

Franz Birkl tritt zurück - als Stellvertreter von Landrat Richard Reisinger. Am frühen Montagabend folgt der Kreistag in einer Sondersitzung im König-Ruprecht-Saal dem Wunsch des 60-Jährigen und nimmt das Ansinnen entgegen. Das Treffen geht hinter verschlossenen Türen und nichtöffentlich über die Bühne.

Noch keine Spur von Rückzugsgedanken: Landratsvize Franz Birkl (Zweiter von links) freudig lachend beim Neujahrsempfang des Landkreises am 19. Januar. Links im Bild Landrat Richard Reisinger in der Reihe mit seinen beiden weiteren Stellvertretern Brigitte Bachmann und Martin Weiß (von links). Bild: Hartl
von Erich Lobenhofer Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Beim Neujahrsempfang des Landkreises am 19. Januar an gleicher Stelle war von offizieller Seite nichts über diese anstehende Personalie zu hören. Birkl stand mit Landrat Richard Reisinger und dessen anderen beiden Vertretern, Brigitte Bachmann (SPD) und Martin Weiß (FW), am Saal-Portal.

Hier nahm er gut gelaunt Neujahrsglückwünsche entgegen und gab seinerseits den Gästen solche mit auf den Weg. Kein Hauch von Rückzugsgedanken. Wenngleich - zu diesem Zeitpunkt wurde innerhalb der illustren Gästeschar - unter Hinweis auf die nun außer der Reihe stattgefundene Sitzung - verschiedentlich schon gemunkelt, dass ein solcher Schritt Birkls möglicherweise bevorstünde. Das Montags-Treffen, so wurde gemutmaßt, diene ausschließlich dem Zweck, das Rücktrittsgesuch entgegenzunehmen.

So geschah es dann auch: Franz Birkl selbst wohnte der Runde am Abend nach unseren Informationen nicht bei. Unberührt vom Rückzug als Landratsvize bleibt dessen Kreistagsmandat. Der 60-Jährige wird weiterhin der CSU-Fraktion in diesem Gremium angehören. Ferner behält er zudem das Amt des Ersten Bürgermeisters in seiner Heimatgemeinde Poppenricht. In seiner Erklärung zur Amtsniederlegung schrieb Birkl:

"Gerne hätte ich meine zweite Amtszeit regulär bis zum Jahr 2020 zum Abschluss gebracht. Nach meiner persönlichen Auffassung bin ich aufgrund der Doppelbelastung nach zehn Jahren als stellvertretender Landrat und Bürgermeister aktuell jedoch nicht mehr in der Lage, dem Amt als Stellvertreter des Landrats wie gewohnt vollumfänglich nachzukommen. Ich bitte um Verständnis für diese Entscheidung, die mir definitiv nicht leicht fiel."

Das Schreiben endete mit dem Dank an Landrat und Kreistag für die gewährte Unterstützung und das entgegengebrachte Vertrauen. Zugleich verwies Birkl mit Nachdruck darauf, dass er sein Amt als Bürgermeister ebenso behalten werde wie das des Kreisrats. Er werde diese Positionen "auch künftig zum Wohle der Menschen ausführen und dabei mein ganzes Wissen und meine Erfahrung einbringen".

Der Kreistag nahm dies zur Kenntnis. Ein Nachfolger des Landratsstellvertreters wird voraussichtlich Ende Februar vom Kreistag gewählt.

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