29.01.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Neujahrsempfang der Landkreis-CSU in Neukirchen In Afrika ohne Perspektiven

Schon im Zeichen der Bundestagswahl im September stand der Neujahrsempfang, zu dem die Landkreis-CSU nach Neukirchen eingeladen hatte. Mit der Wahl des Festredners lenkte Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Harald Schwartz das Augenmerk auf viele Fluchtursachen.

CSU-Kreisvorsitzender Harald Schwartz (vorne Mitte) begrüßte zum Neujahrsempfang der Landkreis-CSU neben Landrat Richard Reisinger (zweite Reihe links) auch Ambergs CSU-Chef Stefan Ott (rechts) und Bezirksrat Martin Preuß (links daneben). Gastgeber war sozusagen Neukirchens Ortsvorsitzender Peter Achatzi (links). Bilder: usc (2)
von Autor USCProfil

Amberg-Sulzbach. Kluge und weitsichtige Entwicklungspolitik sowie Wirtschaftshilfe für Länder der Dritten Welt wären ein probates Mittel, um den weiteren Zustrom aus armen Ländern zu mindern. Das bedarf aber nach Überzeugung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesentwicklungsministerium, Thomas Silberhorn, anderer politischer Systeme, vor allem in Afrika. Silberhorn berichtete von hoffnungsvollen Projekten seines Ministeriums in Irak und Afrika.

Optimistischer Blick

Schwartz nutzte den Neujahrsempfang, die politische Arbeit der 48 Ortsverbände zu würdigen. Angesichts der Tatsache, dass die CSU nur 16 der 27 Bürgermeister im Landkreis stellt, war Neukirchen mit einem SPD-Bürgermeister durchaus gezielt als Veranstaltungsort ausgewählt worden. Der Kreisvorsitzende blickte optimistisch in die Zukunft. Das unterstrich er mit der Bemerkung, dass es der CSU vor der Bundestagswahl nicht allzu bange werden müsse. Optimismus und Zuversicht werde die Partei auch 2017 begleiten.

Völlig skandalfrei

"Deutschland allein kann nicht in allen Ländern für bessere wirtschaftliche Verhältnisse sorgen, damit die Migranten zu Hause bleiben." Mit dieser Einschätzung moderierte Schwartz in seiner Begrüßung den Festvortrag seines ehemaligen Studienkollegen an. Er sei, so bemerkte Silberhorn schmunzelnd, gerne in eine Ecke der Oberpfalz gekommen, wo man kommunalpolitisch völlig skandalfrei sei.

Die Schwierigkeit effizienter Wirtschaftshilfe in Entwicklungsländern liege oftmals daran, dass dort eine kleine politische Elite sage, wie es lang geht. In diesen Staaten habe man keine historische Entwicklung durchlaufen wie in Deutschland mit gewachsenem Mittelstand und Industrie, die unsere Republik stark machten. In Afrika gebe es mehr Mobiltelefone als funktionierende Wasserversorgungsanlagen. Man rechne damit, dass sich die Bevölkerung dort von derzeit 1,2 Milliarden Menschen bis 2050 verdoppeln werde. Es sei nicht abzusehen, wie viele Menschen sich auf den Weg machen werden, wenn der Meeresspiegel weiter steige und Küstengebiete unbewohnbar werden.

Sein Ministerium bemühe sich durch gezielte Maßnahmen erfolgreich, dass Flüchtlinge in ihr Herkunftsland, beispielsweise in den Irak, zurückkehren. "Die Menschen tun das, wenn sie daheim eine Chance und neue Perspektiven bekommen", betonte Silberhorn. Das Ministerium investiere beispielsweise im Irak in bessere Schulbildung, die Kinder jahrelang verwehrt geblieben sei. Deutschland kümmere sich auch um Unterrichtung von Kindern in türkischen Flüchtlingslagern.

Unsere Aufgabe

Derzeit seien 65 Millionen Flüchtlinge weltweit erfasst, berichtete Silberhorn. Viele Flüchtlingsbewegungen innerhalb Afrikas bekämen wir gar nicht mit. Viele Menschen verließen ihre Heimat, weil sie dort keine Perspektive hätten. "Dies zu ändern, ist unsere Aufgabe", sagte Silberhorn. Dazu bräuchte es allerdings vor Ort die richtigen Rahmenbedingungen, damit sich ausländische Firmen ansiedeln.

Die deutsche Wirtschaft habe die asiatischen Märkte mit Erfolg erschlossen. Warum sei in Asien gelungen was in Afrika nicht geklappt hat?, fragte Silberhorn. Es fehle dort an Grundsätzlichem für wirtschaftlichen Aufschwung, von Bekämpfung der Korruption angefangen bis hin zu einer unabhängigen Justiz und einem funktionierenden Bankenwesen, das auch entsprechend Kredite ausgebe. Es werde in Afrika mehr Geld ins Ausland verschoben als Entwicklungshilfe ins Land komme. Verdientes Geld dürfe nicht ins Ausland wandern, sondern müsse im Land investiert werden.

Lösungen vor Ort

Freiheit lasse auch Freiraum für Initiativen. Der politische Wille zu Reformen sei ganz wichtig für Unterstützung nachhaltiger Entwicklungspolitik. Lösungsansätze müssen in den Entwicklungsländern vor Ort gesucht werden, damit gerade junge Leute eine eigene Existenz aufbauen können.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sei in Afrika auch im Bereich Energiewirtschaft tätig. So fördere es in Marokko den Bau einer großen Solaranlage mit Technik aus der Oberpfalz. Und Ägypten, so Silberhorn weiter, wolle mit der Firma Siemens den größten Windpark der Erde bauen. Auch dies schaffe neue Arbeitsplätze im Land. Silberhorn plädierte dafür, mehr Wertschöpfung im eigenen Land, etwa in den Ländern mit Kaffeeanbau, zu betreiben.

Harald Schwartz bedankte sich bei Silberhorn für die Neujahrsrede mit nahrhaften Produkten aus dem Landkreis.

Es wird in Afrika mehr Geld ins Ausland verschoben, als Entwicklungshilfe ins Land kommt.Thomas Silberhorn

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