06.08.2017 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Tierschutzverein müsste nach Katzenquarantäne auch Hundetrakt neu bauen Mammutaufgabe im Tierheim

Der Tierschutzverein nimmt den Kommunen eine wichtige Aufgabe ab, für die eigentlich sie zuständig sind: Er kümmert sich mit Herzblut um verwahrloste, ausgesetzte und einst wildlebende Haustiere, päppelt sie auf und versucht sie dann in gute Hände weiterzuvermitteln.

Tierische Unterstützung und Freude herrschte bei der Spendenübergabe der CSU-Vertreter im Tierheim. Das Bild zeigt von links Patrick Fröhlich, Michaela Frauendorfer, Sabine Falk Alois Karl, Carmen Gurdan, Stefan Ott (knieend) und Harald Schwartz. Bild: exb/ Kathrin Fischer
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Amberg. Dafür erhält der Verein auch in Amberg und im Landkreis eine finanzielle Unterstützung aller Mitgliedsgemeinden, die an deren jeweilige Einwohnerzahl gekoppelt ist. "Leider reichen diese Zuschüsse nicht aus, um das Tierheim kostendeckend zu betreiben", erläuterte Vorsitzende Sabine Falk dem CSU-Kreisvorstand Amberg mit seinem Vorsitzenden Stefan Ott bei dessen Besuch in der Einrichtung in Gailoh.

280 000 Euro jährlich nötig

Der Verein ist nach Falks Worten auf Spenden angewiesen. Das benötigte Jahresbudget liege bei rund 280 000 Euro, das neben dem finanziellen Pflichtteil der Gemeinden nur durch Zuwendungen und den "großen persönlichen ehrenamtlichen Einsatz des Vorstands und einiger Mitglieder" zu stemmen sei, zitiert die CSU in einer Pressemitteilung die Vorsitzende. Beim Rundgang durch das Tierheim erfuhren die Christsozialen nach eigener Auskunft die Funktionsweise der Katzenquarantäne, in der jeder Neuzugang mindestens 14 Tage verbringen müsse, bevor er in die eigentlichen Katzenzimmer darf. Hausleiterin Carmen Gurdan bedauerte demnach, dass Halter zu oft ihre Katzen oder Kaninchen nicht kastrieren ließen. Dies könne für sie und letztlich auch den Verein schnell zum Problem werden, wie erst kürzlich wieder: "Aus drei Kaninchen wurden im Laufe von zwei Jahren 54! Dass Halter damit schnell überfordert sind, versteht sich von selbst. Damit wird dann ganz schnell das Tierwohl gefährdet. Das ist der Hauptgrund, wieso rechtzeitige Kastration so wichtig ist", betonte Gurdan.

Nach ihrer Auskunft wäre es ferner dringend nötig, die alte Hundezwingeranlage, die wegen Wasserschäden teilweise gesperrt sei, abzureißen und neu zu errichten. "23 Boxen würden wir benötigen. Allerdings müsste der Verein nach früheren Berechnungen dafür einen siebenstelligen Betrag in die Hand nehmen. Es gibt aber Bedenken hinsichtlich des Unterhalts. Deshalb diskutieren wir auch alternative Überlegungen", schilderte Falk laut CSU, ohne manch rechtliche Hürden zu verschweigen.

Ehrenamtler an Grenzen

"Diese Maßnahme wäre dringend nötig, uns sind hier aber derzeit die Hände gebunden. Das ist eine extrem fordernde Mammutaufgabe, die uns Ehrenamtler an die Grenzen unserer Belastbarkeit bringt", lässt der Pressetext erneut Falk zu Wort kommen. Stefan Ott übergab zusammen mit Landtagsabgeordnetem Harald Schwartz, Bundesparlamentarier Alois Karl und den Listenkandidaten der CSU für Berlin eine Spende des CSU-Kreisverbands. "Die Stadt und die Gemeinden tragen eine große finanzielle Unterstützung bei, aber das Tierheim ist dennoch auf die Hilfe privater Spender - vor allem für Zuschüsse zu Arztkosten bei finanziell schwächer gestellten Tierhaltern - angewiesen", verdeutlichte Schwartz.

Karl bedankte sich bei allen Helfern, die "großartige Arbeit" leisteten: "Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre diese wichtige Aufgabe nicht zu stemmen." "Alle Halter stehen in der Pflicht, stets im Sinne des Tierwohls zu handeln", erinnerten Patrick Fröhlich und Andreas Otterbein, während Michaela Frauendorfer hervorhob: "Jeder muss sich im Vorfeld gut überlegen, was es - auch finanziell - heißt, ein Haustier zu haben und welch große Verantwortung damit einhergeht."

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