05.03.2018 - 17:24 Uhr

Truppenübungsplatz Grafenwöhr: Bürgerforum-Vorsitzender kritisiert deutsche Behörden America first auch beim Schießlärm?

Bei der Übung Dynamic Front 2018, die derzeit auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr läuft, entsteht "eine Lärmbelastung für die Anwohner, die in Amerika verboten wäre". Darauf weist Werner Dier hin, der Vorsitzende des Bürgerforums Umwelt und Truppenübungsplatz.

Wenn es auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr rumst, bekommen die Auerbacher in letzter Zeit ziemlich viel von dem Lärm ab. Das Bürgerforum Umwelt und Truppenübungsplatz (BUT) fordert deshalb mehr Einsatz der deutschen Behörden für die Belange der Übungsplatz-Anwohner. Bild: Staff Sgt. Jennifer Bunn/2d Cavalry Regiment Public Affairs
von Markus Müller Kontakt Profil

Dem Bundesfinanzministerium als Eigentümer des Truppenübungsplatzes wirft Dier vor, nicht einen Cent für Lärmschutzmaßnahmen im Sinne der Bürger auszugeben. Er fragt, ob die Bundesbehörden nun dem deutschen Volk verpflichtet seien "oder einem 'Partner' dessen oberste Prämisse America first ist?". Das Thema Schießlärm kam am Montag auch bei einer Bürgermeisterfahrt durch den Truppenübungsplatz Grafenwöhr zur Sprache.

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Kommentare

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Hubert Senf

Jedem Oberpfälzer, der den Schießlärm von "Übungen" in unserer Heimat hört, sollte sich auch moralisch bewusst sein, dass den "Übungen", die de facto schlichtweg eine von vielen Kriegsvorbereitenden Maßnahmen sind, der praktische Tod von Menschen in Kriegseinsätzen in anderen Ländern folgt. Ebenso wie die Rüstungsgüter (Jeder Waffe findet seinen Krieg) exportieren wir auch dadurch Krieg aus Deutschland.
So war es z.B. auch im Irak-Krieg. Grafenwöhr und auch v.a. die Airbase Ramstein haben dazu Ihren Beitrag geleistet.(Kann jeder online nachrecherchieren).

Hört man das Grollen aus Grafenwöhr, dann klingt das nicht nur wie Krieg, es ist bereits ein Teil davon.

Der "Lärm" wäre aber noch auszuhalten, wenn hier die Bundeswehr für reine Verteidigungs-Aufgaben (zu dessen Zweck Sie nach dem zweiten Weltkrieg gegründet wurde) trainieren würde. Aber eben im Verbund des NATO "Verteidigungsbündnisses" ist die Bundeswehr in allen möglichen Einsätzen im Ausland unterwegs und "Verteidigt die Sicherheit Deutschlands am Hindukusch" oder sonstwo. Doch nur weil jemand diese These einmal aufgestellt hat, wird sie deshalb nicht wahrer, sie ist eine blanke Rechtfertigungsthese für Kriegseinsätze der Bundeswehr im Ausland. Auch sollte man sich mit der Geschichte der NATO vertraut machen (Hinweis auf: Die Geschichte der NATO - NATO Geheimarmeen - Gladio).

"Wer einen Angriffskrieg (Artikel 26 Abs. 1 des Grundgesetzes), an dem die Bundesrepublik Deutschland beteiligt sein soll, vorbereitet und dadurch die Gefahr eines Krieges für die Bundesrepublik Deutschland herbeiführt, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft."

Dieser still und heimlich im Januar 2017 gestrichene § 80 StGB, der in verwässerter Form zwar ins Völkerrecht "geschoben" wurde, allerdings wegen ausstehenden Ratifizierung noch nicht in Kraft ist, zeigt auch, dass die Bundeswehr im Rahmen der NATO auch im Ausland "mehr Verantwortung übernehmen soll". Dies fordern die USA und diverse Geostrategen schon länger ("Europa wird seine Kriege haben" George Friedman im Vortrag "STRATFOR: US-Hauptziel war es immer, Bündnis Deutschland + Russland zu verhindern").

Wer jetzt denkt "NATO Angriffsbündnis? > Das ist doch eine Verschwörungstheorie", der sollte zwei Dinge tun: 1. Den Ursprung, das Ziel und die heutige Mundtot-Methode des Begriffs "Verschwörungstheorie" recherchieren und 2. aus der Geschichte lernen "Es begann mit einer Lüge" - Doku über NATO-Einsatz in Jugoslawien, ARD 2001"
Denn es ist eben mehr als wahrscheinlich, dass Kosovo oder Syrien nicht der letzte völkerrechtswidrige Krieg (da kein UN Mandat vorlag) bleiben wird. Statt Prozessen, die es geben hätte müssen, wurde das Völkerrecht allerdings "uminterpretiert". (Ist auch nachzulesen)

Daher begrüße ich als friedensbefürwortender Oberpfälzer, dem die Heimat und der Friede viel wert ist, die Friedensbemühungen in unserer Region (Friedensmarsch Weiden oder Stopp Grafenwöhr) und zwar nicht nur zur Reduzierung des Lärms jede zusätzliche Gegenstimme zu den NATO Übungen. Es soll sogar von lokalen Politikern den Irrwitzigen Gedanken geben, sich für noch mehr NATO Engagement zu "bewerben". Da kommt man dann aus dem Kopfschütteln nicht mehr raus…

Die NATO in der aktuellen Situation, die vielmehr ein Angriffsbündnis als ein Verteidigungsbündnis ist (jeder kann und sollte sich im Internet heutzutage gut selbst hierüber informieren), sollte eben NICHT nach Grafenwöhr oder Amberg kommen.

Ich kann nur jeden Oberpfälzer ermutigen sich mit den geostrategischen Interessen, die in Deutschland Richtung Konfrontation v.a. mit Russland wirken, zu informieren und aktiv zu werden. Passivität bedeutet heutzutage Zustimmung zu Kriegsvorbereitungen und Krieg.

02.06.2018

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