Warum der Landkreis Amberg-Sulzbach bei Krankenhäusern abblockt
Fusion = Verlust

Richard Reisinger. Bild: wsb
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
16.12.2016
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Amberg-Sulzbach. Die Fusionsgelüste der Stadt Amberg in Sachen Krankenhäuser stoßen bei Landrat Richard Reisinger nicht auf Gegenliebe. "Wir wissen, zu wessen Ungunsten das gehen würde.

Wir wollen nicht in einer großen Fusion unter die Räder geraten", äußerte Reisinger im Gespräch mit der AZ. Eine öffentliche Auseinandersetzung wolle er aber nach den Amberger Vorwürfen einer mangelnden Kooperationsbereitschaft des Landkreises in dieser Frage nicht führen.

Alles schrumpft

Reisinger erläuterte, warum die Amberg-Sulzbacher Verantwortlichen keine Fusion möchten: Die ergebe nur Sinn, wenn weniger Ärzte, weniger Pflegekräfte und weniger Investitionen herauskämen. Also müsse an einigen Standorten das Leistungsspektrum reduziert werden - naturgemäß an den kleineren. Für die sei das ein Verlust an medizinischer Fachkompetenz. Die langfristigen Folgen seien absehbar: "Von den Kliniken, die eine Konzentration ihrer Leistungen versucht haben, gibt es viele schon gar nicht mehr."

Man wisse sehr genau um die Ansprüche, die die Menschen im Landkreis in Bezug auf ihre Krankenhäuser hegten. "Die vertrauen uns einfach." Und die Kommunalpolitik sei stolz auf das hohe Maß an Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit, das nicht zuletzt durch die Investitionen der letzten Jahre erreicht worden sei. Die Patienten-Weiterempfehlungsquote von 91 Prozent nannte Reisinger hier als Beispiel.

Klaus Emmerich, der Vorstand des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises, rechnet für 2016 mit einem Patientenrekord: rund 10 600 für die beiden Häuser in Sulzbach-Rosenberg und Auerbach zusammen, alleine 8700 für die St.-Anna-Klinik - "die höchste Fallzahl und Fallschwere seit dem Bestehen des Kommunalunternehmens", das rund 650 Mitarbeiter beschäftigt.

Auch mal kein Bedarf

Laut Reisinger gibt es mit dem Klinikum St. Marien in mehreren Bereichen eine "sehr gute partnerschaftliche Kooperation". Das Haus sei Schwerpunktversorger "und daher für den Landkreis und das Kommunalunternehmen unverzichtbar". Überhaupt arbeite man mit Amberg auf vielen Gebieten sehr eng zusammen, bei einigen der vom Amberger CSU-Fraktionschef Dieter Mußemann aufgeführten Punkte im Gesundheitsbereich sehe man aber im Landkreis keinen Bedarf. "Und die Fachstelle für pflegende Angehörige macht jetzt die Caritas für uns."
4 Kommentare
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 17.12.2016 | 11:11  
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detlef bethmann aus Mantel | 17.12.2016 | 17:46  
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Stefan Kreuzeck aus Weiden in der Oberpfalz | 17.12.2016 | 22:26  
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detlef bethmann aus Mantel | 17.01.2017 | 19:11  
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