Weihnachtssitzung des Kreistages Amberg-Sulzbach
Nur kurz die Rute ausgepackt

Zur letzten Sitzung des Jahres 2016 trafen sich die Mitglieder des Kreistages auf Burg Dagestein in Vilseck. Endgültig durchgewunken wurden dabei zwei weitere Bauabschnitte für die Sanierung des Industrie- und Bergbaumuseums (Kulturschloss) Theuern. Bild: Hartl
Politik
Kreis Amberg-Sulzbach
13.12.2016
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Es war eine Kreistagssitzung, die recht gut in die Adventszeit passte - ruhig und harmonisch. Da machte es auch nichts aus, dass Peter Dotzler wegen des Theuerner Schlosses noch einmal den Krampus spielte und die Rute zückte.

Vilseck. Er hatte es ja schon ein paar Mal gesagt und wiederholte es in der letzten Plenumssitzung des Jahres auf Burg Dagestein in Vilseck: "Wir müssen schauen, dass wir das Schloss in Theuern unter staatliche Trägerschaft bekommen." Die Immobilie stand auf der Tagesordnung, weil der Kreistag die Bauabschnitte 2 und 3 für die Sanierung absegnen sollte. Er tat es dann auch - mit allen Stimmen, außer der von Peter Dotzler (Freie Wähler). Damit werden in den nächsten fünf Jahren rund sieben Millionen Euro in die Renovierung des Südtraktes und des Hauptgebäudes gesteckt. Landrat Richard Reisinger (CSU) fasste die Mehrheitsmeinung noch einmal zusammen. "Wir müssen realistisch bleiben", sagte er. Es gebe derzeit keine alternative Nutzungsmöglichkeit. Und der Landkreis stehe als Eigentümer der Liegenschaft in der Verantwortung. "Außerdem ist das Schloss ständig mit Leben erfüllt. Das muss man auch mal anerkennen."

Gymnasium bald Baustelle

Die anderen elf Tagesordnungspunkte arbeitete der Kreistag recht zügig ab. Zum einen, weil sie in den beratenden Ausschüssen vorher ausführlich diskutiert wurden. Zum anderen, weil im Saal ein Stockwerk tiefer das gemeinsame Essen zum Jahresabschluss in den Töpfen brutzelte. So erhoben sich auch keine Stimmen gegen die rund 850 000 Euro teure Sanierung der Fachbereiche Physik und Informatik am Herzog-Christian-August-Gymnasium in Sulzbach-Rosenberg.

Und am Ende war noch Zeit für Dankesworte der einzelnen Fraktionen. Für die CSU bedankte sich Fraktionssprecher Stefan Braun aus Kastl beim Landrat und den Kreistagskollegen für eine "außergewöhnlich positive Arbeitshaltung". 2016 habe der Landkreis große Herausforderungen gemeistert, die Region habe sich positiv weiterentwickelt. Auch Winfried Franz (SPD, Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg) lobte die Zusammenarbeit zwischen den Fraktionen. Er machte als einen Anker für den wirtschaftlichen Erfolg und den Zusammenhalt im Landkreis das Netzwerk an Ehrenamtlichen aus. "Unter diesen Voraussetzungen haben wir eine gute Perspektive für die nächsten Jahre", sagte er. "Die Fraktionsvorsitzenden bewegen sich auf einer gemeinsamen Linie", stellte Peter Dotzler (Freie Wähler) fest. "Es gibt bei uns keine politischen Gegner, sondern nur politische Partner." Zur guten Stimmung im Kreistag habe die Klausurtagung in Leipzig beigetragen. Josef Flierl aus Kümmersbruck sprach für die Ausschussgemeinschaft, die er und die drei Mitglieder der FWS/FDP-Fraktion bilden. Er hob unter anderem die Bedeutung der beiden Krankenhäuser des Landkreises hervor. "Ich bin jedes Jahr froh, wenn Mittel für diese Einrichtung bereitgestellt werden können."

Stolz auf Flüchtlingshilfe

Etwas weiter holte Michael Birner aus, der für die ÖDP und die Grünen Bilanz zog. Er erinnerte an das Max-Frisch-Zitat "Wir haben Arbeitskräfte gerufen, und es sind Menschen gekommen". Birner wandelte es ab in "Wir haben unser Land für Flüchtlinge geöffnet und es sind Menschen gekommen". Auf die Hilfe, die die Menschen in Stadt und Land für die Neuankömmlinge geleistet haben, "können wir alle stolz sein".

Es gibt bei uns keine politischen Gegner, sondern nur politische Partner.Peter Dotzler (Freie Wähler)
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