27.10.2017 - 16:10 Uhr
Sport

SG Siemens Amberg gibt's nur noch bis 31. Mai 2018 Der Abschied steht bevor

Nur bei wenigen Sparten der SGS Amberg geht es nicht mehr weiter, die meisten der 17 Abteilungen haben schon vor Jahresfrist in anderen Vereinen eine Heimat gefunden. Es bleiben nur noch die Fußballer. Aber die sind auch bald Geschichte.

Als die Fußballer noch kürzere Hosen trugen, waren die Zeiten für die SGS Amberg noch besser. Bis in der A-Klasse kickten sie, der heutigen Kreisliga. Bild: Archiv/Ziegler
von Autor WFOProfil

Amberg. Der Plan sieht vor, dass die Fußballsparte der SG Siemens Amberg zum 31. Mai 2018 zur DJK Amberg wechselt - steht für die A-Klassenfußballer dann noch irgendeine Relegation an, kann dieser Stichtag auch noch um vier Wochen verlängert werden, aber danach ist für die SGS in Amberg endgültig Schluss. Die älteren Fußballfreunde erinnern sich noch an die Glanzzeiten der SG Siemens Amberg: Das sportliche Leben pulsierte, die Fußballer hatten einen schmucken Rasenplatz mit Laufbahn und noch dazu einen Hartplatz. Die erste Mannschaft spielte auf höchster Kreisebene in der A-Klasse, der heutigen Kreisliga, die Junioren schafften es bis in die Bezirksoberliga und die Fußballmädchen sogar bis in die Bayernliga.

Dann expandierte das Werk und die Fußballplätze fielen wirtschaftlichen Gründen zum Opfer. Die SG Siemens suchte sich andernorts ein Domizil, wurde auf dem Gemeindeplatz in Kümmersbruck oder auf Plätzen der Bundeswehr heimisch. Motor dieses sportlichen Überlebenskampfes war und ist Thomas Gebele, mit einigen alt eingesessenen Verbündeten bei der SG Siemens Amberg. Vor 43 Jahren trat der jetzige Pädagoge und Sportfunktionär in die SGS ein und seit über 30 Jahren fungiert er als Spartenleiter.

Das "Werk Siemens" hat sich nun ganz zurückgezogen und "hinter diesen Jahren haben sich bei mir viele Emotionen versteckt", lässt Thomas Gebele ein bisschen in seine Gefühlswelt blicken. Ähnliche Gedanken spüren sicherlich auch viele andere Sportler, die der SG Siemens ihr Herz verschrieben hatten und haben, wie die Gründungsmitglieder des Vereins, ehemalige Mitarbeiter von Siemens oder andere Sportfreunde. Nun ist aber der Abschied nicht mehr zu verhindern und die Auflösung im Sommer 2018 fix, wobei man bei Fußballern der SG Siemens Amberg schon auch stolz sein kann, diese Situation so lange ausgehalten und mit einem Aufstieg in die A-Klasse im Mai dieses Jahres sogar noch einmal sportlich bereichert zu haben - die "Unbeugsamen" eben.

Die geplante Zusammenlegung mit der DJK Amberg muss durch den Fußballbezirk Oberpfalz schriftlich abgesegnet werden. Diese Entscheidung wurde durch den überraschenden Tod des Vorsitzenden Max Karl vor wenigen Tagen vertagt, soll aber bald nachgeholt werden. "Die Meldefrist läuft am 15. Mai ab, unser Plan ist, mit der kompletten derzeitigen Mannschaft - das sind 17 Spieler und noch dazu ein paar Verletzte und Ehemalige - zur DJK Amberg zu wechseln", so Gebele.

Die Sondierungsgespräche mit DJK-Chef Theo Daller und seiner Mannschaft waren zielführend. Damit sollte die DJK Amberg in der nächsten Saison wieder zwei Mannschaften für den Spielbetrieb anmelden können. Steigt beispielsweise eine Mannschaft ab, kann in der A- und B- Klasse um Punkte gespielt werden. Bleiben die SGS Amberg und die DJK Amberg in der A- Klasse, könnte nach der sportlichen Koalition auch eine Mannschaft in der A-Klasse Nord und ein Team als DJK Amberg I und II in der A -Klasse Süd spielen, dies würde jedenfalls die Satzung ermöglichen.

Als Trainer für die beiden Mannschaften ist Boris Finkel vorgesehen, der knapp 50-Jährige hat auch als Spielertrainer mit der SGS Amberg den Aufstieg in die A-Klasse Nord geschafft und ist den "Ex-Siemensianern" schon lange verbunden.

Derzeit spielen sowohl die SGS Amberg als auch die DJK Amberg in der A-Klasse Nord. Während die SGS Amberg als Neuling einen starken dritten Rang zu Buche stehen hat, läuft es bei er DJK Amberg nicht: Kein einziger Sieg wurde bisher erspielt, die rote Laterne baumelt an er Werner-von-Siemens-Straße.

Unser Plan ist, mit der kompletten derzeitigen Mannschaft zur DJK Amberg zu wechseln.Thomas Gebele, Fußballabteilungsleiter der SGS Amberg

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