06.05.2018 - 15:34 Uhr
Oberpfalz

Tschechen freuen sich vor allem über das deutsche Bier Landkreislauf verbindet über die Grenzen

Wer morgens früh um 5 Uhr in einen Kleinbus steigt, um eineinhalb Stunden später am Ziel zu sein, und um weitere 90 Minuten später am Landkreislauf zu starten - der muss echte Leidenschaft an den Tag legen. Wie die Laufgemeinschaft Holysov aus Tschechien.

von Autor MZIProfil

Amberg. Seinen Anfang nahm die ganze Geschichte mit der Städtepartnerschaft zwischen Kümmersbruck und der unweit Pilsen gelegenen 5000-Seelen-Stadt Holysov. Insbesondere die Feuerwehren der beiden Gemeinden brachten sich in diese Partnerschaft ein.

Außer Konkurrenz

Alljährlich finden zwei bis drei Besuche statt. Da hüben wie drüben Sportbegeisterung herrscht, erwuchs daraus der Plan, sich gegenseitig zu Sportveranstaltungen einzuladen. Zweimal liefen die Kümmersbrucker Floriansjünger beim Holysover Stadtlauf mit. Im Gegenzug reisten 2017 und in diesem Jahr fünf Frauen und sechs Männer aus dem Pilsener Hügelland an. Gut versorgt, verpflegt und betreut von den Feuerwehrmännern aus der Oberpfalz kämpfte sich das tschechische Team mit der Nummer 127 auf einen Mittelfeldplatz. Sie liefen allerdings außer Konkurrenz, da sie als Nicht-Landkreisbewohner die Teilnahmekriterien des Landkreislaufs nicht erfüllen.

Kümmersbrucks Freiwillige Feuerwehr unter Leitung ihres 1. Vorsitzenden Christopher Richter, ebenso wie schon sein Vorgänger Markus Leitl, halfen finanziell und materiell in jeder Hinsicht mit. So gab es denn von tschechischer Seite nur Lob über den Landkreislauf.

Jirí Sizling nutzte die Gelegenheit zum Marathon - er lief alle Etappen durch. Seine Meinung zu dieser Breitensportveranstaltung: "Ungewöhnlich, wie viele Leute auf freiwilliger Basis mitarbeiten. Das wäre in Tschechien unvorstellbar." Auch die Atmosphäre findet er super: "Leute, die einen mitten auf der Strecke anfeuern, obwohl sie einen nicht kennen."

Echte Freizeittruppe

Auch Teamleiter Libor Schöpfer findet den Landkreislauf perfekt organisiert, sieht es aber auch pragmatisch: "Wir haben uns vor allem auf das deutsche Bier gefreut." Eine echte Freizeittruppe eben, die sich nicht wirklich gezielt auf diesen Lauf vorbereitet hat, sich umso mehr an der aus einer Partnerschaft entstandenen Freundschaft erfreut. Allerdings hat man dieses Jahr aus dem vergangenen gelernt hat und die Streckeneinteilung planvoller vorgenommen. "Die Oberpfalz ist noch etwas hügeliger als unsere heimische Landschaft", so Jan Beran

Außer Laufveranstaltungen bringt man sich auf tschechischer Seite auch anderweitig sportlich ein. 2017, anlässlich der 25-jährigen Partnerschaft mit Kümmersbruck wurde in Holysov mitten im Sommer eine Winterolympiade auf die Beine gestellt."Es war die reinste Gaudi", erklärt Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl, der mit dabei war. Überhaupt ein großer Vorteil, wenn man so einen sportlichen Bürgermeister hat.

Schnell zur Trauung

Dieses Jahr nahm Strehl zum 25. Mal am Landkreislauf teil. Für den HKV Köfering lief er die zweite Etappe. Gleich anschließend eilte er in sein Dienstzimmer, um ein Paar zu trauen, das um seine Lauffreudigkeit Bescheid wusste und ihm einen Müsliriegel überreichte. Gestärkt schwang er sich danach aufs Rad, um rechtzeitig zum Zieleinlauf in Paulsdorf zu sein.

Er unterstützte ebenfalls die Läufer aus Holysov in allen Bereichen - "der Landkreislauf verbindet", sagt Robert Graf, Leister der Sportförderung des Landratsamtes und Mitorganisator. Auch über die Grenzen hinweg.

Wir haben uns vor allem auf das deutsche Bier gefreut.Libor Schöpfer aus Tschechien, Teilnehmer des 34. Landkreislaufes und Teamleiter der Laufgruppe Holysov
Ungewöhnlich, wie viele Leute auf freiwilliger Basis mitarbeiten. Das wäre in Tschechien unvorstellbar.Jirí Sizling, Läufer der Laufgruppe Holysov
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