15.02.2018 - 20:00 Uhr

40-Jährige verweigert Miet-Zahlungen Betrügerin muss in Haft

Nach vier Stunden Verhandlungsdauer war endgültig Schluss mit lustig. Weil sie permanent betrügt, muss eine 40-Jährige für 15 Monate hinter Gitter. Diesmal ohne Bewährung. "Sie haben andere hinters Licht geführt", befand die Richterin.

von Autor HWOProfil

Amberg-Sulzbach. Eines zeigte der Prozess ganz deutlich: Es dauert lange, bis Vermieter Personen aus ihren Wohnungen bringen, die nichts zahlen und es darauf anlegen, ein kostenloses Dach über dem Kopf zu haben. Die Frau auf der Anklagebank hatte im nördlichen Landkreis zwei Mietverträge abgeschlossen und das so geschickt in Szene gesetzt, dass die Hausherrn guten Glaubens sein konnten, sie würde schon regelmäßig jeden Monat die fälligen Beträge überweisen. In eine der Wohnungen zog die Mutter der 40-Jährigen ein, in die andere sie selbst mit ihrem Sohn. Die Vermieter zeigten sich angesichts mangelnder Zahlungsbereitschaft geduldig. Sie baten schriftlich um Begleichung der Mietschuld, mahnten an. Doch das störte die seinerzeit, 2016, arbeitslose Frau wenig. Sie ignorierte Bitten und Aufforderungen hartnäckig.

Pferd, Einkäufe, Zigaretten

Vor Richterin Julia Taubmann schilderte die Beschuldigte allerlei aus ihrer Sicht eher unglückliche Umstände, die sie am Begleichen des Mietzinses für ihre eigene Wohnung und die ihrer Mutter gehindert hätten. Dabei wurde deutlich: Sie hatte offenbar für viele andere Annehmlichkeiten Geld. Auch für ein Pferd, Einkäufe bei diversen Firmen und Zigaretten. "Dafür war wohl Bares vorhanden", kritisierte die Richterin.

Dann kam einer der Vermieter. Er schilderte, wie er sich abmühte, sein Geld zu bekommen. Was allein in seiner Wohnung an Rückständen auflief, waren über 10 000 Euro - eingedenk der Kosten einer von ihm eingeschalteten Rechtsanwältin und die Gebühren für einen Gerichtsvollzieher. Im Fall der zweiten angemieteten Wohnung standen 2400 Euro unter dem Strich. Die 40-Jährige, unterdessen wieder im Erwerbsleben tätig, brachte fünf Vorstrafen mit. Fast alles Betrügereien und mit einer noch offenen mehrmonatigen Bewährungsstrafe. "Sie machen hier keinen reinen Tisch", tadelte Staatsanwalt Holger Vogl und hielt der Frau vor, "dass nach Ihrer Darstellung eigentlich immer andere schuld sind." Vogls Forderung: 17 Monate ohne Bewährung.

Kein Grund für Bewährung

Aus der Sicht von Verteidiger Helmut Miek waren die Mietbetrügereien nicht eindeutig nachzuweisen: Er forderte Freispruch. Im Fall einer Verurteilung reiche ein Jahr Freiheitsentzug aus. Die Richterin verhängte 15 Monate Gefängnis und sah keinen Grund, erneut Bewährung zu geben. "Sie haben andere hinters Licht geführt", unterstrich Julia Taubmann.

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