59-Jähriger kehrt selbst wieder in Heim zurück
Große Suchaktion nach Vermisstem

Symbolbild / dpa

Poppberg. Der Mann war völlig verwirrt und orientierungslos als er Dienstagfrüh gegen 7 Uhr ohne ein Ziel zu nennen die Loew'schen Einrichtungen in Poppberg verließ. Als er nicht zurückkehrte, schaltete die Heimleitung die Polizei ein, "da Selbstgefährdung und Suizidgefahr nicht auszuschließen" waren, wie es im amtlichen Bericht formuliert wurde. Entsprechend groß war das Aufgebot an Hilfskräften, das sich anschickte, den 59-Jährigen zu suchen.

Einsatzleiter war Erster Hauptkommissar Michael Kernebeck, Chef der Inspektion in Sulzbach-Rosenberg. Er zog in der waldreichen Umgebung von Poppberg zunächst unter anderem drei Diensthundeführer mit ihren Tieren, je eine Streife des Einsatzzuges und der Autobahnpolizei aus Amberg, eine weitere aus Hersbruck sowie drei Besatzungen aus seiner Dienststelle zusammen.

Angesichts der Geländebeschaffenheit und im Wissen um die erfragten Gewohnheiten des Mannes wurden zusätzlich spezielle Menschensuchhunde (Mantrailer) aus Nürnberg und Bayreuth angefordert. Außerdem schwebte ein Polizeihubschrauber aus Roth über dem Gelände. Dieser drehte allerdings ohne Erfolg ab.

Kurz nachdem die Suche wegen der herrschenden Temperaturen und der Belastungen für die Vierbeiner abgeblasen worden was, löste sich der Fall in Wohlgefallen auf: Der Vermisste kehrte gegen 17.15 Uhr selbst zurück zum Heim.

Dort willigte er in die Einweisung ins Bezirkskrankenhaus nach Regensburg ein. Wo er sich aufgehalten habe, dazu habe der 59-Jährige nichts sagen können.

Zum Thema"Mantrailing ist die Suche mit Gebrauchshunden nach Vermissten unter Anleitung eines Hundeführers", so schildert die in Franken beheimatete Arbeitsgemeinschaft Mantrailing im Internet ihre Tätigkeit. Der Begriff stammt aus dem Englischen von "man" (für Mensch) und "trailing" (verfolgen). Genutzt werde die Nase als best entwickeltes Organ des Hundes, um Vermisste zu finden. Dabei orientiere sich das Tier, im Gegensatz zum "Fährtenhund", an der tatsächlichen Duftspur des Menschen, am Individualgeruch. Dies geschehe in eher aufrechter Haltung. Der Hund habe also nicht, wie bei der Fährtensuche, die Nase dicht am Boden. Die Duftspur des Menschen drifte durch Wind und Sonneneinstrahlung ab, verdünne sich in einigen Bereichen und verdichte sich an windgeschützten Stellen. Beim Mantrailing würden Duftmoleküle der Zielperson gesucht und nicht Bodenverletzungen wie bei der Fährtenlese. So könne eine Suche noch nach Tagen oder gar Wochen erfolgen. (ben)
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