23.01.2018 - 16:22 Uhr
Oberpfalz

Africa-Luz-Engagement in Nepal trägt Früchte Hochwasserkatastrophe ein Rückschlag

Bei der Reiseplanung vor einem Jahr standen medizinische Aspekte im Vordergrund. Dann kam das Hochwasser und alles anders. Africa-Luz findet im November im nepalesischen Saurahua eine völlig andere Situation und die Folgen eine Katastrophe vor.

Mit Bildern dokumentierten Bärbel Birner und Isabelle Haustein die Schäden, die das Hochwasser im Prof.-Dausch-Kinderhaus angerichtet hatte. Die gesamte Einrichtung war zerstört, sämtliches Inventar in der dort untergebrachten Nähschule durch den Schlamm unbrauchbar gemacht.
von Werner SchulzProfil

Amberg-Sulzbach. Davon berichteten nach ihrem jüngsten Hilfseinsatz dort die Geschäftsführerin der Initiative, Bärbel Birner, und Isabelle Haustein dem Africa-Luz-Vorstand bei dessen von Professor Dr. Dieter Dausch geleiteten Jahresabschluss-Sitzung. Zwei Wochen dauerte im November der Aufenthalt der beiden Frauen in dem im Royal-Chitwan-Nationalpark gelegenen Ort, in dem sich Africa Luz seit 2006 engagiert. Entstanden sind dort unter anderem das Prof.-Dausch-Kinderhaus und ein Ambulatorium.

Ursprünglich war laut Birner beabsichtigt, die im Notfallkrankenhaus arbeitenden Ärzte bei Augenuntersuchungen und Operationen zu unterstützen, sie einmal mehr mit Medikamenten und medizinischen Geräten zu versorgen und wieder einmal "nach dem Rechten zu sehen". Doch im August sei Nepal von einer bisher beispiellosen Hochwasserkatastrophe heimgesucht worden. Dass auch Sauraha betroffen war, habe im Vorfeld Sher Kintzl-Bahadur, Vizepräsidenten der Green Society Nepal, mitgeteilt. Seit Jahren arbeitet Africa Luz mit ihm zusammen.

Inventar unbrauchbar

Dann das: "Das Kinderhaus bot einen mehr als traurigen Anblick. Die gesamte Einrichtung war zerstört", berichtete Birner, um im gleichen Atemzug anzufügen: "Gott sei Dank war das Ambulatorium von den Wassermassen verschont geblieben." Bilder dokumentierten die Schäden an der Bausubstanz, während das gesamte Inventar in der dort untergebrachten Nähschule unbrauchbar sei. Vordringlich seien deshalb nötigen Sanierungsarbeiten in die Wege geleitet und auch schon in Angriff genommen worden.

Rund 30 Familien, deren Häuser von den Fluten zerstört wurden, waren obdachlos geworden. Deren Not konnte Africa Luz dank einer 20 000-Euro-Spende von Klaus und Gertrud Conrad akut lindern. Die betroffenen Familien erhielten für den Wiederaufbau ihrer Häuser jeweils 500 Euro in bar. Im Ambulatorium galt das erste Interesse der beiden Besucherinnen der augenärztlichen Untersuchungseinheit, die 2015 zur Einweihung der Klinik installiert worden war. "Sie hat einwandfrei funktioniert. Eine junge Assistenzärztin aus dem nahen Augenkrankenhaus hat damit gerade Untersuchungen durchgeführt", erzählte Haustein.

Diabetes-Aktionstag

Mindestens 200 Patienten seien an diesem Tag kostenlos untersucht. In einem zweiten Raum habe derweil ein Internist einen Patienten mit einem Ultraschallgerät untersuchen. Das neue, hochmoderne Gerät für 15 000 Euro hat Africa Luz finanziert. "Natürlich war der Andrang sehr groß." Da bei zurückliegenden Besuchen in Saurahua aufgefallen war, dass viele Menschen an Diabetes leiden, hatten Birner und Haustein fünf Messgeräte und 300 Teststreifen dabei, um bei einem eigens organisierten "Zuckertag" kostenlos unzählige Tests vorzunehmen. Auffällige Probanten seien danach sofort an einen Internisten zur weiteren Behandlung überwiesen worden.

Auch der Augenklinik, mit der das Ambulatorium kooperiert, stattete die Delegation noch einen Besuch ab, um 50 intraokulare Linsen, Salben und Augentropfen im Gesamtwert von 7000 Euro zu übergeben. Als Geste des Dankes wurden Birner und Haustein eingeladen, einer Grauer-Star-OP beizuwohnen, bei der eine der mitgebrachten Linse eingesetzt wurde. Im Blickpunkt

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