Amberg-Sulzbacher Dartspieler hoffen, von der Weltmeisterschaft zu profitieren
„Wir sind keine Kneipensportart“

Manchmal schaut es wirklich so aus, als ob er mit seinen Dart-Pfeilen zaubern könnte: Der Niederländer Michael van Gerwen gewann am Montag das Finale der Darts-WM in London. Bild: dpa

Im Fernsehen sieht das ganz leicht aus: Ein hochkonzentriert wirkender Mann wirft drei Dartpfeile auf eine Scheibe. Sie landen alle - nur Millimeter voneinander entfernt - in der Zone, die die meisten Punkte bringt, und Tausende von Zuschauern jubeln, halten Schilder mit der Aufschrift "180" hoch..

Das steht für die maximale Punktzahl, die man mit drei Würfen erreichen kann. Im Finale der Darts-WM am Montag in London schafften Michael van Gerwen (Holland) und Gary Anderson (Schottland) dieses Kunststück miteinander 42 Mal - ein neuer Rekord. 180er bekommen auch die Dartspieler im Landkreis hin, sagt Michael Stümpfl, der Vorsitzende der Dartliga Amberg-Sulzbach, aber natürlich nicht mit dieser Häufigkeit. Der Beste im Landkreis habe vielleicht einen 180er pro Spiel, andere erfahrene Darter drei am Abend. "Bei uns freut man sich riesig, wenn man einen hat."

300 Aktive in der Region

In der Dartliga Amberg-Sulzbach sind 300 Spieler in 39 Teams aktiv. Der Schwerpunkt der Mannschaften liegt in und um Amberg. "Interessierte sind jederzeit willkommen", sagt Stümpfl. Kontaktdaten für die Vereine in ihrer Nähe finden sie auf der Homepage www.dartliga-as.de. Der Vorsitzende würde sich freuen, wenn die jüngste mediale Aufmerksamkeit für den Sport sich in neuen Mitspielern oder Fans niederschlagen würde. "Bei uns in der Liga können Jugendliche ab 14 Jahren mitspielen." Auch Frauen begeistern sich für das Spiel, obwohl bei der WM in London keine dabei war. Für die Darter in der Region ist Nadine Schöpf aus Amberg sogar ein Aushängeschild: Sie gewann 2016 den Titel einer bayerischen Meisterin im E-Dart.

Wer die großen Stars der Szene - den neuen Weltmeister "Mighty Mike" van Gerwen, "The Flying Scotsman" Gary Anderson, "Snakebite" Peter Wright oder "The Power" Phil Taylor - live erleben will, muss dafür nicht zur WM fahren, sagt Michael Stümpfl, die kommen auch zu den vier großen Turnieren in Deutschland. Am nächsten an Amberg liegt das in Sindelfingen.

"Bei vielen gilt Darts als Kneipensportart", weiß Stümpfl um den ausbaufähigen Ruf seines Hobbys. "Das ist es aber nicht, bei uns steckt schon ein sportlicher Gedanke dahinter." Mindestens genauso wichtig wie ein aufpoliertes Image wäre nach seiner Einschätzung aber mal ein deutscher Darter, der nicht schon in Runde 1 oder 2 der Weltmeisterschaft ausscheidet, sondern sich ins Viertelfinale oder sogar noch weiter vorkämpft. "Dadurch könnten wir einen richtig positiven Schub bekommen."
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