Amberger Zeitung heute ohne Umlaute
Ohne "ü" fehlt uns was

Um es vorwegzunehmen: Vom hinterhältigen Täter fehlt noch jede Spur. Auch das Motiv für das feige Tun nach Redaktionsschluss liegt noch völlig im Dunkeln. Es sind an die 40 Einzeldelikte, die am Freitagfrueh registriert wurden. Der geneigte Leser braucht sich nun nicht verwundert die Augen zu reiben, wenn an dieser Stelle von "frueh" und nicht von "früh" geschrieben wird. Wir wollen nur vorbeugen, dass sich der Dieb zumindest in diesen paar Zeilen nicht wieder sämtliche "ü"s unter den Nagel reißt, die diese Seite beinhaltet.

So geschehen in der Freitagausgabe vom 9. März auf der Seite 23. Da fehlte in allen dort abgedruckten Artikeln - außer in der Bildunterschrift zu einem Hauptmann aus Nürnberg - besagter Umlaut. Egal, ob es sich um Kuemmersbruck, Schmidmuehlen, Nuernberg, um einen Schuetzen, den Truppenuebungsplatz Freihöls, um die Tuerkei, um Fluechtlingspolitik, diverse Buergermeister oder um eine polizeiliche Ueberpruefung handelte.

Beim Blick zurueck, also dem, was jemand hat Revue passieren lassen, da hat der Buchstabenganove nicht hingelangt. Deshalb versuchen wir es an dieser Stelle vorbeugend mit dem "ue". Freilich, bei all der Hinterfotzigkeit, mit der sich der Unbekannte unserer "ü"s angenommen hat, ist damit zu rechnen, dass er hier tageweise durchwechselt, getreu dem Motto heute "ü", morgen "ö" und übermorgen "ä" - tätärätä! Sollte allerdings besagter Ganove unsere geliebten "ü"s in ein Sackerl für den Export  gesteckt haben, dann scheidet die zuletzt geschilderte Variante von Haus aus weg. Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen, hat die mit rauchenden Köpfen arbeitende Redaktionspolizei wissen lassen.

Der erste Verdacht, da habe ein Mensch, versagt oder gar mutwillig agiert, wurde indes nach kurzer, aber sehr scharfsinniger Ueberlegung längst hinweg gewischt. Denn welcher Mann oder welche Frau wuerde sich je die Arbeit antun wollen, eine Zeitungsseite auf der Suche nach den "ü"s durchzuackern, um dann x-mal die Löschtaste zu betätigen? So blöd ist kein Mensch!

Sind also die Maschine oder das Programm die ueblen Schlingel? Dahinter jedoch stehen viele Fragezeichen. Die Bereiche IT und Technik wollten da kein voreiliges Geständnis ablegen. Also bleibt die Suche nach dem Verursacher weiter unklar. Eine Auffälligkeit gibt es zum Schluss noch anzufuegen: Sollte irgendwann in diesen Tagen an irgendeiner Stelle ein überflüssiges "D" bemerken, dann bitte Nachricht an erich.lobenhofer@zeitung.org. Denn dieses "D" fehlte offensichtlich völlig zusammenhanglos - und total untypisch fuer das uebliche Tatverhalten - in der Ueberschrift des Aufmachers "(D)en Frieden zum Beruf".(ben)
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