08.04.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Arbeitsreiches Jahr für den Landesbund für Vogelschutz Kassenstand etwas niedriger als 2016

Amberg-Sulzbach. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat bei seiner Jahreshauptversammlung seine Aktivitäten in Amberg-Sulzbach dargestellt. Jugendbetreuerin Daniela Reisch informierte über die Auerochsen in Auerbach. Da die monatlichen Treffen sehr gut besucht sind, hat der LBV vor wenigen Monaten die Gruppe aufgeteilt. Die jüngeren Kinder kommen am Freitag zusammen, die älteren am folgenden Samstag. Themen waren unter anderem die Biologie der Pilze, ein Besuch im Felsenlabyrinth bei Sackdilling oder der Bau von Nistkästen für den Waldkauz. Im Advent gab es eine kleine Grillfeier in der Rohrmühle.

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Der Neukirchener Vorsitzende Gerhard Horn zeigte das umfangreiche Spektrum der Arbeiten in seinem Ortsverband. Neben sechs Vorträgen, darunter auch über den Wolf, wurden im vergangenen Jahr 14 naturkundliche Wanderungen zu Naturschönheiten im westlichen Landkreis angeboten. Daran nahmen jeweils bis zu 30 Interessierte teil. Schwerpunkte waren die FFH-Gebiete und die Wälder im Oberpfälzer Jura. Horn erwähnte zudem mehrere Pflegeeinsätze auf den betreuten Grundstücken, zum Beispiel auf der Obstwiese am alten Schuttplatz. Die von Ernst Luber geleitete Kindergruppe Neukirchen trifft sich einmal im Monat. Auf dem Programm standen eine Fahrt zur Vogelinsel am Altmühlsee und die Anlage einer Krokuswiese als Bienenweide im Frühjahr.

Wie LBV-Kreisvorsitzender Bernhard Moos ausführte, hat die Kreisgruppe derzeit knapp 1500 Mitglieder. Rund 50 von ihnen wirken regelmäßig mit. Laut Moos wurde die interne Arbeitsverteilung der Kreisgruppe neu organisiert. Eingerichtet wurden drei Arbeitskreise: Kommunikation, Artenschutz- und Landschaftspflege sowie Jugendarbeit. So könnten die Mitglieder einfacher mitwirken, zum Beispiel an der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen. Bernhard Moos erklärte noch, dass im vergangenen Jahr rund 70 Vorträge, naturkundliche Führungen und Kinderveranstaltungen angeboten wurden.

Aktuell betreut der LBV Amberg-Sulzbach insgesamt 229 Grundstücke mit 220 Hektar Fläche, um gefährdeten Tier- und Pflanzenarten zu helfen beziehungsweise die Vielfalt der Natur zu erhalten und zu fördern. 2017 wurde die von stellvertretendem Vorsitzenden Christopher Trepesch geleitete Dammsanierung am großen Häuslweiher in der Vilsecker Mulde abgeschlossen. Heuer werden dort Ehrenamtliche die Tierwelt untersuchen. In Auerbach nahm das Vermessungsamt Grenzfeststellungen bei zwei LBV-Flächen vor. Hintergrund war, dass die Bewirtschaftung mit den Grenzen nicht übereinstimmte.

Zusammen mit der Höheren und Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Landschaftspflegeverband erfolgte eine Begehung des Stadionbergs im Hirschbachtal, um die Ergebnisse der bisherigen Pflegemaßnahmen zu bewerten und die weitere Vorgehensweise zu erörtern, hieß es. Zudem betreut der LBV bereits seit vielen Jahren vier Amphibienzäune bei Ranna, im Birgland, bei Edelsfeld und Neukirchen. Vier Flächen im Hirschbachtal und bei Auerbach werden von zwei Landwirten mit Schafen und Ziegen beziehungsweise schottischen Highland-Rindern beweidet. Der LBV begleite diese Form der Bewirtschaftung, um ein bestmögliches naturschutzfachliches Ergebnis zu erhalten, hieß es bei der Jahreshauptversammlung. Kassier Michael Scharl stelle die finanzielle Seite vor und erläuterte, wie sich die einzelnen Posten zusammensetzen. Gegenüber dem Jahr 2016 war seinen Worten nach der Kassenstand etwas niedriger, da Zuschüsse für 2017 noch nicht ausgezahlt worden seien (siehe auch "EU-Fördergelder noch nicht ausbezahlt"). Kassenprüfer Hans Ott bescheinigte Michael Scharl eine korrekte Kassenführung. Die Entlastung der Vorstandschaft erfolgte daraufhin mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung.

EU-Fördergelder noch nicht ausbezahlt

Auf Nachfrage von Oberpfalzmedien ging Bernhard Moos in dieser Woche auch auf die Aussage ein, es fehlten dem Landesbund für Vogelschutz rund 30 000 Euro in der Kasse. "Das stimmt überhaupt nicht", sagte er. Vielmehr verhalte es sich so, dass der LBV noch auf EU-Fördergelder warte, die bisher nicht ausgezahlt worden seien.

Der Verein unterhalte nämlich bei seinem Auerochsen-Programm in Auerbach einen landwirtschaftlichen Betrieb. "Und für den bekommen wir Fördergelder - wie alle anderen auch." Nun sei es aber so, dass dort eine frühere Nass-Wiese "zurückgenässt" worden sei. Also praktisch wieder unter Wasser gesetzt wurde.

"Deshalb wird es immer schwieriger, diese Fläche zu mähen." Das habe auch das Amt für Landwirtschaft bei seinen regelmäßigen Überflügen festgestellt, mit denen vermieden werden solle, dass Subventionen für Flächen kassiert werden, die überhaupt nicht bewirtschaftet sind.

"Diese Wiese ist aber jedes Jahr auffällig." Als erste Maßnahme würden dann alle Fördergelder, die über das Amt laufen, einbehalten. "Wir müssen dann immer bis 31. März einen Antrag stellen, dann bekommen wir das Geld." So sei es auch in diesem Jahr wieder gewesen, der entsprechende Antrag inzwischen auch abgegeben. "Ich gehe davon aus, dass die Fördergelder wieder ausgezahlt werden", sagt Moos mit dem Hinweis: "Es ist weder Geld verschwunden, noch ist es aus der Kasse genommen worden."

Ab kommendem Jahr, so sagt Moos, werde man die Feuchtwiese wohl nicht mehr mähen, sondern dazu übergehen, sie zu beweiden. "Wir haben einfach nicht vorausgesehen, dass die Rückwässerung so schnell geht." (ass)

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