02.07.2017 - 11:04 Uhr
Oberpfalz

Asteroid-Day bei der Sternwarte Amberg-Ursensollen Gefahr aus dem Weltall

Es war nur ein kleiner Asteroid. Doch als der 1908 über der Tunguska/Russland explodierte, zeigte sich, wie groß die Gefahr aus dem All für die Erde sein kann. Daran erinnert alljährlich der Asteroid Day. Den am Freitagabend auch die Sternwarte Amberg-Ursensollen beging.

Asteroid Day in Ursensollen: Die Schattenseiten des Mondes geben Gründe zur Diskussion. Bilder: dwi (2)
von Dagmar WilliamsonProfil

Ursensollen. (dwi) Am 30. Juni 1908 wurden über 2000 Quadratkilometer russischer Wald regelrecht flachgelegt, als ein relativ kleiner Asteroid mit einem Durchmesser zwischen 30 und 80 Metern etwa zehn Kilometer über dem Boden explodierte. Seit drei Jahren wird daher weltweit am Tag des Tunguska-Ereignisses der Asteroid-Day abgehalten, um über die möglichen Gefahren zu informieren.

Dieses Jahr hat sich auch die UN erstmals offiziell beteiligt, denn Politiker rund um den Globus scheinen sich der Auswirkungen nicht bewusst zu sein. Auch gibt es internationale Gesetze, die die gezielte Vorbeugung eines Meteoriten-Einschlags blockieren. Dabei sei dies die einzige Naturkatastrophe, die von Menschenhand verhindert werden könne, betonte der Vorsitzende der Sternwarte Amberg-Ursensollen, Dr. Matthias Mändl.

Immer auf dem Radar

Ein Vortrag von Vereinsmitglied Joachim Siegert am Freitagabend erläuterte die Mission der Astronomen genauer. Ceres ist mit einem Durchmesser von 950 Kilometern der größte bekannte Asteroid und sieht aus wie der Mond. Asteroiden gehören in unserem Sonnensystem zu den sogenannten Kleinkörpern. Sie bewegen sich in Zonen zum Beispiel zwischen Mars und Jupiter. Eros ist der erste erdnahe Asteroid, der 1898 in Berlin und Nizza entdeckt wurde. Beschaffenheit und Größe erdnaher Himmelskörper werden durch Satelliten- und Radarbeobachtungen gemessen und dann mit der dazugehörigen Erdbeschaffenheit verglichen. So kann festgestellt werden, ob und wie gefährlich ein Einschlag auf der Erde sein könnte.

Täglich ein Absturz

Täglich fällt irgendwo ein Himmelskörper auf unseren Planeten. Oft landen sie in Gewässern. Aber ein Asteroid mit einem Durchmesser von 277 Metern hätte bei einem Einschlag die Energie von 77 000 Hiroshima-Bomben. Geschätzt werden etwa 1400 potenziell gefährliche Asteroiden. Es soll über eine Million Erdbahnkreuzer geben.

Um diese Gefahr abzuwehren, soll die Umlaufgeschwindigkeit eines erdnahen Objektes durch Beschuss vermindert werden. Dies führt dann zu einer Bahn-Änderung - der Himmelskörper würde die Erde verfehlen. Wenn ein Asteroid zu spät entdeckt wird, hilft der Menschheit nur noch die Zerstörung des Ungetüms: Was sich wie Armageddon und Krieg der Sterne anhört, ist im Alltag der Himmelsforscher mittlerweile Realität. Eine umstrittene These ist die Zerstörung erdnaher Kleinkörper durch Atombomben. Das ist gesetzlich verboten, da sich die Folgen einer Atombombenexplosion im Weltall nicht sicher vorhersagen lassen. Zum Thema empfahl Joachim Siegert die NEO-Deflection-App auf der Webseite der NASA. Hier kann der Nutzer einen Asteroiden-Einschlag örtlich simulieren und die Auswirkungen auf Landschaft und Wohngebiete werden angezeigt.

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