Ausbau der B 85 kommt gut voran
Vollgas, auch ohne Dobrindt

Der Verkehr rollt schon - auf den beiden künftigen zusätzlichen Spuren der B 85 zwischen Schafhof und Pittersberg sind Bagger, Lkw und Planierfahrzeuge unterwegs. Und die übrigen Verkehrsteilnehmer können weitgehend ungehindert auf der alten Trasse an der Baustelle vorbeifahren. Wegen der laufenden Arbeiten gilt hier allerdings ein Tempolimit von 70 Kilometern pro Stunde. Bild: Wolfgang Steinbacher

Die beauftragte Firma ist sehr schnell. Da wäre der dieser Tage geplante symbolische Spatenstich mit dem Bundesverkehrsminister etwas zu spät gewesen. Doch der prominente Besuch wurde ohnehin abgesagt. Alexander Dobrindt hat andere Verpflichtungen. Was den vierspurigen Ausbau der B 85 aber nicht bremst.

Amberg-Sulzbach. Wer derzeit zwischen Schafhof und Pittersberg unterwegs ist, kann bereits erahnen, wie die Bundesstraße hier künftig aussehen wird: Seit Juni laufen die Arbeiten am vierspurigen Ausbau in diesem Abschnitt. "Richtung Schwandorf haben wir den Oberboden schon komplett abgetragen", informierte der zuständige Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt, Stefan Noll, auf Nachfrage.

Nach europaweiter Ausschreibung hätten diese Arbeiten im Juni begonnen. Die beauftragte Firma sei dabei sogar schneller vorangekommen als zunächst geplant. Auch die archäologische Dokumentation in diesem Bereich ist bereits erledigt: Hier haben Experten die Überreste des ehemals geheimen Militärflugplatzes untersucht, den die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg bei Schafhof betrieben. Spektakuläre Ergebnisse seien dabei nicht zutage gekommen, ließ Noll wissen - abgesehen von einem Zehn-Pfennig-Stück von 1943, wie er augenzwinkernd hinzufügte. Parallel zu den laufenden Erdarbeiten verlege die Telekom derzeit Leitungen beziehungsweise Glasfaserkabel an der Bundesstraße.

Insgesamt werden in den Ausbau dieses Abschnitts der B 85 knapp zehn Millionen Euro investiert. In diesem Jahr sollen davon 4,5 Millionen Euro verbaut werden. Den Abschluss des Projekts stellt Noll bis Ende 2018 in Aussicht.

Dabei erinnert er daran, dass der Verkehr, abgesehen von einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h, fast die ganze Bauzeit über ungestört fließen kann: Die beiden zusätzlichen Spuren werden einfach neben die bestehende Trasse gebaut, die in dieser Zeit weiter nutzbar bleibt. Ist der neue Teil fertig, läuft der Verkehr über diese beiden Streifen, damit dann die alte Straße erneuert werden kann.

Nur ganz kurzfristig werde man die B 85 sperren müssen, schränkt Noll ein: Eine Kuppe auf der Trasse sei mit Baggern nicht zu kappen, weshalb man hier sprengen müsse.

Richtung Schwandorf haben wir den Oberboden schon komplett abgetragen.Stefan Noll zum Fortschritt beim Ausbau der B 85
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