22.09.2017 - 16:06 Uhr
Oberpfalz

Ausbau der B 85 zwischen Schafhof und Pittersberg: Das gibt's auch am Bau: Es wird billiger

Wenn es um Planung geht, wird Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt zum Tüftler, wie er selbst sagt - ein Faible von ihm. Das zahlt sich im Fall der B 85 aus. Und zwar auch ganz wörtlich genommen: Der vierspurige Ausbau des Abschnitts zwischen Schafhof und Pittersberg kommt nicht nur schneller voran als geplant. Er wird auch billiger.

Im Vordergrund deutlich zu erkennen ist der Untergrund der beiden neuen Spuren der B 85 zwischen Schafhof und Pittersberg: Er ist inzwischen so weit vorbereitet, dass hier ab Ende nächster Woche asphaltiert werden kann. Bild: Wolfgang Steinbacher
von Heike Unger Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Ein öffentliches Bauprojekt, das am Ende weniger kostet als vorgesehen? Da staunt der Laie - und der Fachmann schmunzelt. Stefan Noll, der zuständige Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt, verrät das Geheimnis: Da, wo es möglich sei, habe man die technische Planung noch etwas optimiert. Und das spart in diesem Fall Geld. Bei einer Investitionssumme von voraussichtlich 4,2 Millionen Euro in diesem Jahr sei es durchaus möglich, durch geschickte Planung "ein paar 100 000 Euro" weniger ausgeben zu müssen.

Einreihig spart Geld

Dadurch, dass beispielsweise die Querneigung der Straße verändert worden sei, könne man auf bestimmte Entwässerungseinrichtungen verzichten. Außerdem bekommt die Bundesstraße hier eine einreihige statt einer zweireihigen Betongleitwand, die die Fahrtrichtungen voneinander trennt. Dies sei bei früheren Projekten noch nicht möglich gewesen, sagt Noll mit Blick auf die bestehenden zweireihigen Betonwände, zum Beispiel direkt bei Schafhof. Durch solche Details "spart man sich ein paar Euro", wie es Noll ein wenig locker formuliert. Tatsächlich sei es denkbar, am Ende eine Viertelmillion günstiger wegzukommen.

Glück hatten die Verantwortlichen an einer Stelle, an der sie damit gerechnet hatten, sprengen zu müssen. Es ging darum, eine Kuppe abzutragen, um die neue Fahrbahn kurz vor Pittersberg deutlich tiefer legen zu können als die aktuelle. Bekannt war, dass das Material, das in diesem Bereich abgetragen werden musste, sehr massiv war. Dann aber stellte sich heraus, dass es dennoch so fein geschichtet war, dass es mit dem Bagger entfernt werden konnte.

Also musste hier nicht gesprengt werden - und die für diesen Fall erforderliche vorübergehende Vollsperrung der B 85 blieb den Verkehrsteilnehmern auch erspart. Die werden auch im weiteren Baufortschritt keine Umleitungen fahren müssen, sagt Noll. Der Unterbau der beiden neuen Fahrspuren ist inzwischen so weit, dass sie ab Donnerstag, 28. September, asphaltiert werden können. Vorausgesetzt, "das Wetter passt", denn das sei bei diesem Schritt tatsächlich besonders wichtig.

Auf neuen Spuren

"Unser Ziel ist es nach wie vor, den Verkehr noch vor dem Wintereinbruch auf die neuen Fahrbahnen umzulegen", betont Noll. Derzeit rollen die Fahrzeuge auf der stark frequentierten Bundesstraße noch auf den beiden alten Spuren. Sobald die beiden neuen asphaltiert sind, wird der Verkehr auf diese umgelenkt. "Ende November, Anfang Dezember" soll es so weit sein, kündigt Noll an. Dann kann die Sanierung des alten Teils beginnen. Gebaut wird, " so lange es die Witterung zulässt", versichert Noll: Erst wenn Dauerregen, Frost und Schnee kommen, beginnt eine Winterpause.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.