11.09.2017 - 16:22 Uhr
Oberpfalz

Bilanz nach dem August-Sturm in Vilseck Schäden zu groß für die Waldbesitzer

Abgeknickte, entwurzelte, ineinander verkeilte Bäume: Die Schäden, die der Sturm Anfang August im Raum Vilseck angerichtet hat, sind so enorm, dass die Waldbesitzer damit alleine nicht zurecht kommen. Das gaben Betroffene jetzt dem Landtagsabgeordneten Harald Schwartz mit auf den Weg nach München.

Luftaufnahmen nach dem August-Sturm im Raum Vilseck belegen das Ausmaß der Schäden in den Wäldern. Bild: ct
von Autor CTProfil

Reisach. Harald Schwartz war einer Einladung des CSU-Ortsverbands Sigl gefolgt, um sich die Schäden des Sturms (Experten sprechen von einem Microburst oder Downburst) vom 9. August in den Wäldern im Raum Reisach, Ködritz und Sigl selbst anzusehen - und um sich anzuhören, welche Probleme die Waldbesitzer damit haben.

Die Führungsriege der Waldbauernvereinigung Sulzbach-Rosenberg war mit den Vorsitzenden Robert Pirner und Markus Graf sowie den Geschäftsführern Uwe Gmach und Jörg Berendes ebenso vertreten wie die CSU-Stadtratsfraktion und zahlreiche Waldbesitzer. Stellvertretender Ortsvorsitzender Stefan Schertl, selbst stark von den Sturmschäden betroffen, formulierte, was ihn und seine Kollegen umtreibt: Die Vielzahl der entwurzelten, in unterschiedlicher Höhe abgeknickten und stark ineinander verkeilten Bäume auf zum Teil großen Flächen, zum Teil aber auch mitten in den Wäldern, erfordere den Einsatz von Harvestern.

Alleine nicht zu schaffen

Die Aufräumarbeiten für den einzelnen Waldeigentümer seien einfach zu gefährlich und auch vom Umfang her nicht zu schaffen. Man sei zwar in der Fläche wohl nicht so betroffen wie der Raum Passau, räumte Schertl ein. Aber zahlreiche Eigentümer seien im Bereich um Reisach, Unterweißenbach, Gumpenhof und in der Vilsecker Mulde ebenso stark geschädigt wie Waldbesitzer in Niederbayern. Man erwarte deshalb ähnliche Hilfe und Unterstützung für die Aufarbeitung der Schäden, den Wegebau und die Wiederaufforstung.

Als Problem schilderten die Teilnehmer des Ortstermins auch, dass der Markt bereits durch den Holzanfall wegen des starken Käferaufkommens in manchen Wäldern und jetzt zusätzlich durch die Sturmschäden gesättigt sei. Ein Preisverfall beim Holz drohe, was zusätzlich finanzielle Einbußen bedeute, auch wenn bei dem Bruchholz durchaus noch 60 Prozent sägefähig seien. Die Masse an Material belegten Stapel an bereits aufgearbeitetem Schadholz, die sich an den Straßen und Waldrändern auftürmten.

Schnelle Hilfe angemahnt

CSU-Fraktionsvorsitzender Markus Graf mahnte als besonders dringend unbürokratische Hilfen für den Wegebau in den jetzt stark geschädigten Waldgebieten an, damit das Holz auch abtransportiert werden kann. Tonnagenbeschränkungen könnten dabei nur eine kurzfristige Lösung sein. Auch die stärkere Förderung einer gesunden Wiederaufforstung wurde verlangt. Angesichts der zunehmenden Sturmschäden schlugen die Teilnehmer auch die Aufnahme einer "Katastrophenklausel" in die allgemeinen Förderrichtlinien für Aufforstung vor.

Schwartz zeigte sich betroffen vom Ausmaß der sichtbaren und von den Waldbesitzern geschilderten Schäden in der Großgemeinde Vilseck. Er bat darum, ihm weitere Belege in Form von Karten und Fotos zuzusenden. Er will die Situation in München vorbringen und auch die Bitte der Vilsecker Waldbesitzer, "neben Passau nicht vergessen zu werden", nachdrücklich unterstützen.

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