Borkenkäfer: Experten geben Waldbesitzern Tipps
Wo die Fichte ist, ist auch der Käfer

Michael Bartl bei der Bohrmehlsuche. Bild: Michael Bartl

Wenn die Rinde abfällt, ist es zu spät: Dann ist der Schädling, in diesem Fall der Buchdrucker, schon weg - und nimmt die nächsten Bäume ins Visier. Dass ein wenige Millimeter großer Käfer massenhaft große Fichten töten kann, fällt vielen Waldbesitzern schwer zu glauben.

Malsbach. Ein für Anschauungszwecke "wunderschönes" Borkenkäfernest mit 24 Bäumen war die Gelegenheit für das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg, zusammen mit der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Amberg-Schnaittenbach Waldbesitzer kurzfristig an eine Forststraße bei Malsbach einzuladen.

Saftig grüner Bäume

25 Interessierte nahmen das Angebot an, nicht nur die ersten Anzeichen für einen Borkenkäferbefall, sondern auch einmal den Buchdrucker aus nächster Nähe kennenzulernen. Fahlgrüne Kronen, aber auch saftig grüne Fichten, bei denen die Rinde abzufallen droht, sind klare Anzeichen, dass sich der Fichtenborkenkäfer eingenistet hat.

Hier kommt nach Auskunft der Experten der Waldbesitzer noch rechtzeitig mit Bekämpfungsmaßnahmen - auch wenn sich hartnäckig das Gerücht hält, erst an rot verfärbten Nadeln in der Krone und bei abfallender Rinde könne man den Käferbefall sicher feststellen. Fällt die Rinde ab, ist es allerdings zu spät - dann ist der Buchdrucker längst weitergezogen.

Nur vier Millimeter groß

Michael Bartl, Förster in Kastl, zeigte an umgeschnittenen Bäumen die Lebensweise der Buchdrucker. Als Krönung hatte er sogar ein Einmachglas mit gefangenen Käfern dabei. Schon die Vorstellung, dass diese vier Millimeter kleinen Tierchen Fichten in Massen umbringen können, fiel vielen Waldbesitzern schwer.

Als jedoch Forstwirt Matthias Kick von der FBG eine der saftig grünen Fichten, bei der bereits Bohrmehl am Stammfuß erkennbar war, fällte, und man beim Abschälen der Rinde feststellte, dass der Baum bis in die Krone voll mit Brut des Buchdruckers steckte, war die Betroffenheit groß.

Käferbefall sei zunächst kein Zeichen von Schlamperei, betonte Bartl: Wo es Fichte gebe, sei auch der Borkenkäfer. Und der befalle manchmal auch spontan und ohne erkennbaren Anlass starke Bäume. Allerdings seien Buchdrucker und Co. dankbar für Starthilfen in Form nicht bemerkter Windwürfe, vergessener Holzpolter und Schneebruchgipfel. Waldbesitzern rät Bartl, aktiv hohe Fichtenanteile zu reduzieren und in reinen Fichtenbeständen stattdessen auf Mischwald zu setzen.
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