16.03.2018 - 18:24 Uhr

Bund Naturschutz betreut Amphibienzäune Achtung Autofahrer: Kröten wandern wieder

Kröten, die in Scharen über die Straße ziehen: Zu dieser Jahreszeit ist das nicht ungewöhnlich. Der Bund Naturschutz schützt die Tiere mit Amphibienzäune entlang der Straßen davor, überfahren zu werden. Auch in der Nähe der Bereitschaftspolizei in Sulzbach-Rosenberg steht einer.

Wenn sie aus der Winterstarre erwacht sind, wandern die Kröten zu ihren Laichgewässern - für viele von ihnen ein lebensgefährlicher Marsch, wenn er über stark befahrene Straßen führt. Bild: Bund Naturschutz
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Sulzbach-Rosenberg. (pjeh) Amphibien wie die Erdkröte erwachen jetzt langsam aus der Winterstarre und wandern in den nächsten Wochen zu ihren Laichgewässern. Dort legen die Kröten ihre Eier. Dazu kommen die Tiere aus einem Umkreis von zwei Kilometern und überqueren dabei auch in Scharen breite Straßen: Viele von ihnen werden dabei überfahren.

Um dies zu verhindern, stellt der Bund Naturschutz (BN) Amphibienzäune an vielbefahrenen Strecken auf. Alle 20 Meter entlang der Barriere ist ein Eimer in den Boden eingelassen: Hier fallen die Kröten hinein, wenn sie an dem Hindernis entlang wandern. "Wir haben auch Ausgleichsgewässer geschaffen, aber die werden von den Kröten oft nicht angenommen", sagt Peter Zahn, BN-Vorsitzender der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach.

Zu wenige Helfer

Gleich neben der Bereitschaftspolizei (Bepo) in Sulzbach-Rosenberg liegt der bevorzugte Weiher für alle Amphibien, die in der Nähe überwintern. Zahn dreht hier fast jeden Tag seine Runden und bringt die Tiere, die in den Eimern gelandet sind, sicher über die Straße. Eigentlich müsste die Strecke mindestens zweimal am Tag abgegangen werden, aber dem Bund Naturschutz fehlen die Helfer. "Viele Freiwillige sind berufstätig und haben deshalb nur am Wochenende Zeit."

Die Wanderung der Erdkröten beginnt meist ab März, wenn die Temperaturen wieder über Null steigen, und endet Anfang Mai. In diesen zwei Monaten haben die Ortsgruppen im Landkreis alle Hände voll zu tun. "Es gibt auch Tunnel, die unter der Straße durchführen, aber den Amphibien sind die zu eng und dunkel. Viele gehen dann lieber über die Straße", erklärt der Vorsitzende. Trotz der Schutz-Maßnahmen ist die Zahl der Erdkröten, die in dem Gewässer nahe der Bepo laichen, seit 1988 von über 4000 auf 366 (2017) gesunken. Das liegt laut Zahn aber nicht nur an den vielbefahrenen Straßen - wie der B 85 - sondern auch an einem geringeren Nahrungsangebot für die Tiere und an den sehr späten Kältewellen.

Gefahr für Autofahrer

Insgesamt gibt es im Raum Amberg-Sulzbach zwölf Stellen, an denen der Bund Naturschutz Amphibienzäune aufstellt und betreut, sowie vier weitere, für die der Landesbund für Vogelschutz verantwortlich ist.

"Die Zäune dienen auch dem Schutz der Verkehrsteilnehmer, da die vielen Kröten eine Art Schmierfilm auf der Straße bilden", sagt Zahn. Trotzdem sollten die Autofahrer besonders nachts vorsichtig sein.

16 Standorte

Im Landkreis gibt es 16 Standorte mit Amphibienzäunen: In Amberg am Langanger Weg, in Adlholz, an der B 14 bei Stephansricht, in Edelsfeld, in Fürnried, in Hundheim, Illschwang, Kastl, Leinhof, Schmidtstadt, Stifterslohe, in Sulzbach-Rosenberg bei der Bereitschaftspolizei, in Schnellersdorf (nahe Edelsfeld), in Ranna (bei Auerbach), in Höfling (Birgland) und in der Gemeinde Neukirchen. (pjeh)

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