01.09.2017 - 15:32 Uhr
Oberpfalz

Das ändert sich im neuen Schuljahr Mehr Lehrerstunden und auch mehr Personal

Die Ferien gehen in den Endspurt und an den Schulen bereiten sich die Lehrer bereits wieder auf den Unterricht vor. Heuer ist - anders als 2016 - genug Personal vorhanden.

In Amberg bleibt die Gesamtzahl der Grundschüler gegenüber dem Vorjahr unverändert: 1290 Kinder sind es.
von Markus Müller Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Die Lehrerstunden hatte der Schulamtsbezirk 2016 auch schon erhalten, aber es waren keine Lehrer mehr auf dem Markt. "Deshalb konnten 100 Stunden nicht besetzt werden", erklärt Schulamtsleiter Peter Junge. Heuer gab es noch mehr Stunden und sogar die Lehrer dazu - wenn auch auf ungewöhnlichen Wegen.

Denn erstmals wurden Referendare des Prüfungsjahrgangs 2017 direkt in der Oberpfalz angestellt - ohne den typischen Umweg über Oberbayern. "Sehr erfreulich" nennt Junges Kollege Heinrich Koch dieses für neun Grundschul- und sieben Mittelschul-Lehrkräfte praktizierte Vorgehen.

Ein großer Lichtblick

Der zweite große Lichtblick in Sachen Personalversorgung sind gelernte Realschul- und Gymnasiallehrer, die sich mit einer Qualifizierungsmaßnahme für den Einsatz in Mittel- und (jetzt neu) Grundschule fortbilden. Im Schuljahr 2017/18 gibt es 21 solcher Verträge. "Ohne diese Kollegen würden wir uns sehr schwer tun", sagt Koch.

Insgesamt ist das Schulamt Amberg/Amberg-Sulzbach damit für 727 Lehrer verantwortlich. Die größten Gruppen darunter sind die Grundschullehrer (269), die Mittelschullehrer (155) und die Fachlehrer (86). Die Schülerzahl steigt zum September in den Amberg-Sulzbacher Grundschulen um 32 auf 3329, während sie in den Mittelschulen um 110 auf 1792 sinkt. 825 Schulanfänger sind für den 12. September angemeldet, sieben weniger als im Vorjahr.

In Amberg bleibt die Gesamtzahl der Grundschüler (1290) gleich. 767 Mittelschüler sind dagegen 24 weniger als 2016. Die 325 Schulanfänger stellen ein Plus von 8 dar und gleichen somit den Rückgang im Landkreis aus.

Weniger Übergangsklassen

Für das Minus in den Mittelschulen sind zu einem guten Teil die von zwölf auf acht abgebauten Übergangsklassen für Kinder aus Flüchtlingsfamilien verantwortlich. In den Grundschulen werden hier noch 53 Kinder unterrichtet, in den Hauptschulen 60. Der Trend geht laut Koch jetzt eher zu Deutschförderklassen, in denen Migrationsschüler mit hohem Sprachförderbedarf nur noch in ausgewählten Fächern getrennt von ihrer Stammklasse unterrichtet werden. Hier stieg die Anzahl von fünf auf neun.

Neuer Religionsunterricht

Der islamische Religionsunterricht in deutscher Sprache, bisher als Modellversuch geführt, ist ab September ein reguläres Fach. Es gibt ihn an drei Amberger Grundschulen (Max-Josef, Barbara und Albert-Schweitzer) sowie an zwei Mittelschulen (Dreifaltigkeit in Amberg und Auerbach). Als neuer Lehrer agiert hier dann ein anerkannter Asylbewerber aus Syrien.

Darüber hinaus gibt es im Schuljahr 2017/18 noch einige Neuerungen, wie die AZ im Gespräch mit den Schulamtsdirektoren Junge und Koch sowie Schulrat Stephan Tischer erfahren hat:

Keine Praxisklasse P9

Diese Einrichtung für Schüler im letzten Pflichtschuljahr mit Fähigkeiten im praktischen Bereich und deutlichen Leistungsrückständen in den Kernfächern erreichte nicht die Mindestzahl von 13 Schülern. Sie soll aber nächstes Jahr wieder angeboten werden.

Vorbereitungsklasse Vk1

Dieses Projekt startet an der Mittelschule Hahnbach. Es ist für besonders leistungsstarke Schüler der 9. Klasse an Mittelschulen, die einen Quali-Gesamtdurchschnitt von mindestens 2,5 haben. Über Vk1 und die im Jahr darauf folgende Vk2 können sie nach elf Schuljahren den mittleren Schulabschluss erreichen (gleichwertig mit dem M-Zug).

Chorklassen

Diese werden an den "Musikalischen Grundschulen" in Schnaittenbach und Kümmersbruck eingerichtet. Das Konzept bedeutet eine Stunde zusätzlichen Musikunterricht je Klasse und stellt eine neue Form der Vermittlung von Musik dar - über die Stimme.

Personalwechsel an den Schulen

Gute Aufstiegschancen gibt es in den nächsten fünf Jahren im Grund- und Mittelschulbereich. "Da sind mehr als zehn Schulleitungen zu besetzen - und in der Folge auch Stellvertreter-Stellen", sagt Schulamtsleiter Peter Junge.

Aber der Andrang auf diese Funktionen hält sich in Grenzen. "Uns gehen allmählich die Leute aus", formuliert es Peter Junge sogar. Zum einen weil etliche die Belastung auf diesen Posten scheuen - "bei kleineren Schulen müssen wir teilweise Leute ansprechen, damit wir überhaupt einen Bewerber haben". Zum anderen ist die Gruppe der 40- bis 50-Jährigen, die altersmäßig für diese Aufgaben infrage käme, in den Schulen der Region nicht sonderlich stark vertreten, weil in deren Einstellungsphase sehr viele Lehrer in Oberbayern gebraucht wurden. Folge: "Jetzt kommen bei uns junge Leute zum Zug." Konkret sieht das in der Region so aus:

Amberg

Für Stephan Tischer , der ans Schulamt wechselte, wird Markus Lacher Rektor an der Grund- und Mittelschule Ammersricht. Er war zuvor Konrektor in Kümmersbruck. An der Amberger Dreifaltigkeitsgrundschule wird die Freudenberger Rektorin Marion Ott neue Schulleiterin. Ihre Vorgängerin Gisela Prüll ging in den Ruhestand, ebenso wie Konrektor Wolfgang Flierl ; auf diesen Posten steigt nun Lehrerin Anja Decker auf.

Die Dreifaltigkeits-Mittelschule hat schon während des Jahres ihren Rektor Jürgen Bomertl ans Schwandorfer Schulamt ziehen lassen müssen. Seinen alten Posten übernimmt jetzt Udo Leitz , vorher Konrektor in Ursensollen. Noch gesucht wird ein Nachfolger für Markus Lacher als Fachberater Sport.

Amberg-Sulzbach

Für Klaus Bürger , der als Leiter der Grundschule Neukirchen-Königstein in den Ruhestand ging, wechselte Lehrerin Birgit Molitor auf den Chefposten.

In die Pension verabschiedete sich auch Herbert Übelacker . Sein Nachfolger als Leiter der Grundschulen Königstein und Edelsfeld sowie die Mittelschule Neukirchen-Königstein wird Uwe Gaube , der von der Grundschule Zeilarn kommt. Den Konrektoren-Posten in der Grund- und Mittelschule Hirschau übernimmt Susanne Kasberger von Josef Schmaußer (Ruhestand). In der Grund- und Mittelschule Schnaittenbach wurde die Stelle eines Konrektors wieder neu eingerichtet, da hier die dafür notwendigen Schülerzahlen nun als gesichert gelten. Besetzt wurde sie mit Sabine Spindler , vorher Lehrerin an der Amberger Luitpoldschule.

Als Konrektorin an der Grundschule Kümmersbruck ersetzt Martina Saffert den nach Ammersricht abgewanderten Markus Lacher . Neu ist die Funktion eines Beratungsrektors für Systembetreuung im gesamten Schulamtsbezirk, die Jürgen Knahn (Krötensee-Mittelschule) übernimmt. Sabine Weiß (Grundschule Schnaittenbach) ersetzt Heidrun Leitz als Fachberaterin Musik.

Ausgeschrieben, aber noch nicht besetzt sind nach dem Wechsel der bisherigen Inhaber die Funktionen des Rektors an der Grund- und Mittelschule Freudenberg sowie des Konrektors an der Grund- und Mittelschule Ursensollen. Junge hofft, "dass wir sie eventuell schon bis September besetzen können". (ll)

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