29.03.2018 - 17:00 Uhr

Der Feldhase ist bedroht Jäger helfen dem Osterhasen

Der Feldhase, Sinnbild für Fruchtbarkeit, Frühling und Erwachen der Natur, hat Probleme: Fressfeinde bedrohen ihn, die Lebensräume schwinden. Aber die Jäger machen sich stark, um die Bedingungen für den Osterhasen wieder zu verbessern. Auch Spaziergänger können mithelfen, ihn zu erhalten.

Ein Anblick, der immer seltener wird: Der Hase ist bedroht. Bild: Gebhardt
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Er kommt ursprünglich aus Südosteuropa. In unseren mitteleuropäischen Lebensräumen konnte der Feldhase erst Fuß fassen, als die Menschen sesshaft wurden und sich eine kleinbäuerliche Landwirtschaft entwickelte. Deshalb gilt der Feldhase als Symboltier der Agrarlandschaft, ein Stück unserer Heimat. Zum Sinnbild für Fruchtbarkeit wurde er durch seine hohe Vermehrungsrate. Häsinnen können bis zu dreimal im Jahr zwei bis vier Junge bekommen.

Die beiden Vorsitzenden der BJV-Kreisgruppen, Lore Kaiser (Sulzbach-Rosenberg) und Franz Erras (Amberg), kennen das Geheimnis: Die Muttermilch der Häsin ist besonders nährstoffreich und fetthaltig und eine Garantie dafür, dass die Kleinen schnell wachsen und so schnell aus dem kritischen Alter herauskommen.

Dramatische Entwicklung

Doch auch die Waidmänner, die den Feldhasen seit Jahren kaum noch bejagen, stellen fest: Immer weniger kleine Hasen kommen durch. Der Bestand an Feldhasen ist in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen, er ist so niedrig wie noch nie. Die Ursache dafür sehen die Experten bei vielen Faktoren: Nasskaltes Wetter in den ersten drei Lebenswochen ist der sichere Tod für den Nachwuchs. Daneben drohen Fressfeinde wie Fuchs und Marder, Wiesel und Uhu. Auch Habicht und Rabenkrähen haben die kleinen Mümmelmänner zum Fressen gern. Außerdem bedrohen sie viele Krankheiten.

Die Natur böte da aber Hilfe an: Der Hase braucht eine Vielfalt von Wildkräutern, eine sogenannte Hasenapotheke. Blühpflanzen wie Schafgarbe und Kamille machen die Hasenmilch besonders nahrhaft und sorgen dafür, dass der Feldhase schnell wächst, fit, gesund und widerstandsfähig wird und bleibt.

Entscheidend für das Überleben ist nicht zuletzt der Lebensraum in der Agrarlandschaft: Feldhasen brauchen Hecken und Feldraine, Grabenböschungen und Graswege, Ackerränder mit Blütenpflanzen, die dem Nachwuchs Nahrung und Schutz bieten können. Diese Strukturen sind vielerorts verlorengegangen.

Jäger nicht tatenlos

Die bayerischen Jäger sehen da nicht tatenlos zu. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, betont: "Vor dem Hintergrund des dramatischen Rückgangs an Feldhasen in unserer Flur wird die enge Zusammenarbeit zwischen den Landwirten und ihren Jägern immer wichtiger. Gemeinsam gelingt es, den Lebensraum für die Hasen zu verbessern und so das Überleben der Feldhasen zu sichern."

Artgerechte Lebensräume

Solche artgerechten Lebensräume entstehen auch im Landkreis Amberg-Sulzbach, etwa mit der Anlage von Blühflächen und der Aussaat von Kräutermischungen oder dadurch, dass Feldraine nicht ständig gemulcht werden.

Die bayerischen Jäger wissen, wo und wie sie in ihren Revieren Hasen und Feldhühner unterstützen können. Lore Kaiser erklärt das: "Sie geben große Summen aus, um Wildäcker und Blühflächen zur Äsung und als Deckung für das Niederwild anzulegen." Darüber hinaus habe die Naturschutz-Organisation des Bayerischen Jagdverbandes, die Wildland-Stiftung Bayern, allein auf 20 000 Hektar Fläche Biotope für Hase, Rebhuhn und Co. angelegt. Denn von blühenden Inseln in der Feldflur profitieren nicht nur unsere Feldhasen, sondern auch Fasane und Rebhühner, Lerche und Feldhamster, Käfer, Schmetterlinge und Bienen.

Eine Gefahr für den Nachwuchs im Hasenrevier ist auch der Hund. Er kann - vom Besitzer völlig unbemerkt - für den Tod junger Hasen verantwortlich sein, während er scheinbar friedlich über die Wiese streunt. Deshalb appelliert Franz Erras an das Verantwortungsbewusstsein der Hundehalter. "Nehmen Sie Ihre vierbeinigen Freunde vor allem in den Brut- und Setzzeiten - von April bis Juni - an die Leine, damit der Feldhase ein Stück Heimat bleibt und wir auch in Zukunft noch Osterhasen haben."

Nehmen Sie Ihre vierbeinigen Freunde vor allem in den Brut- und Setzzeiten an die Leine, damit der Feldhase ein Stück Heimat bleibt und wir auch in Zukunft noch Osterhasen haben.Appell von Franz Erras an Hundebesitzer
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