Die G.O.N.D. 2017
Applaus für alle

Ob er wohl in der ersten Reihe stehend Durst hat?
 
Abfeiern vor der Bühne.
 
Rock 'n' Roll!

Das war sie also, die G.O.N.D. 2017. Mit weniger Zuspruch als in den vergangenen Jahren. Aber mit den 8500 Konzert-Besuchern, die angekündigt waren. Mit drei Tagen bestem Deutschrock, herrlichstem Sonnenschein - aber auch heftigen Regenschauern.

Ausgelassene Feierstimmung herrschte auf den beiden Bühnen und den Zeltplätzen. Aber auch bei den Organisatoren, Timo Hofmann und Steffen Kiederer. "Zunächst hoffe ich jetzt noch, dass das Wetter hält", war Kiederers erster Gedanke am Samstagnachmittag, als er eine erste Bilanz zog: "Die Stimmung war und ist immer noch gut, auch füllt sich das Festivalgelände zum Abschluss jetzt immer noch mehr, so dass wir heute Abend dann mit allen einen gewaltige Abschluss vor der Bühne feiern können."

Kiederer stand am letzten Festivaltag noch mit seiner Band King Kongs Deoroller selbst auf der Bühne. "Ich denke und hoffe, dass auch der letzte Tag so cool, entspannt und friedlich sein wird, wie die beiden davor. Und dass am Sonntag wieder alle gut und wohlbehalten nach Hause kommen."

Toller Job am Tresen


Dass es in diesem Jahr weniger Besucher waren, ist Bernhard Spies und Matthias Rauscher gar nicht aufgefallen. Die beiden Riedener stehen seit 2010, als die G.O.N.D. (Größte Onkelz Nacht Deutschlands) zum zweiten Mal in Kreuth zu Gast war, an der Bar im Backstage-Bereich: "Wir merken hier nichts, da ja eh nur die Bands sowie das Organisationspersonal bei uns vorbei kommen." Dafür stehen die beiden an allen drei Tagen von 14 Uhr bis mindestens eine Stunde nach dem offiziellen Ende hinter dem Tresen. "Das ist für uns ein toller Job, der uns trotz der vielen Jahre, in denen wir den jetzt schon machen, immer noch unglaublichen Spaß macht. Auch wenn das Trinkgeld etwas mehr sein könnte", merkte Spieß augenzwinkernd an.

Natürlich wollen die beiden auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Können sie auch. Denn Timo Hofmann kündigt jetzt schon an: "Es wird im nächsten Jahr wieder eine G.O.N.D. geben." Das sei sicher - zwei andere Dinge aber noch nicht: "Zum einen steht das Datum noch nicht fest. Zum anderen ist es nicht sicher, ob wieder in Kreuth." Man müsse die nächsten Tage abwarten, dann wollen sich Kiederer und Hofmann über die sozialen Netzwerke zur Standortbestimmung des nächsten Jahres äußern.

Trotzdem war auch Hofmann äußert zufrieden mit dem Verlauf: "Ein großartiges Fest. Stimmung großartig, wie sie bisher noch nie war auf dem Platz. Wetter ein Traum. Schau, grad kommt die Sonne wieder raus. Und Bands so genial wie nie. Mehr fällt mir gerade im Moment dazu nicht ein." Kein Wunder, denn auch in den letzten Stunden hatte er noch einiges zu organisieren: Das Telefon im Organisationsbüro stand auch Samstagnachmittag nicht still.

Alle haben mitgespielt


Ein großes Anliegen lag ihm dann aber doch noch am Herzen: "Wir wollen uns an dieser Stelle bei den Besuchern bedanken, die in diesem Jahr derart kooperativ mitgespielt haben. Ein riesen Lob unsererseits auch an alle Fachstellen und Behörden - so was ist nicht alltäglich und nicht überall anzutreffen." Dieser Dank richtete sich auch an Riedens Bürgermeister Erwin Geitner, der mit dem Verlauf bereits am Samstagnachmittag zufrieden war. Per Telefon ließ er wissen, dass "ich sowie die Gemeindeverwaltung nichts zu bemängeln haben. Es war wie in den Jahren zuvor ein für uns angenehmes Publikum, das wir heuer in Rieden begrüßen durften."

Für BRK-Einsatzleiter Dieter Hauenstein war es eine relativ entspannte G.O.N.D. "Wir waren heuer mit bis zu 80 Einsatzkräften und zwei Notärzten zu den Hauptzeiten vor Ort, die bis jetzt 450 Patienten zu betreuen hatten", berichtete er am Samstagnachmittag. Für die Größenordnung der Veranstaltung sei das eine ganz normale Zahl. Wichtig sei auch, dass sich die Verletzungen "in einem ganz normalen Festivalrahmen" bewegten, also nichts wirklich Schlimmes - "bis jetzt zumindest."

Konzert mit Rettungsgasse


Über eine Aktion war Hauenstein besonders erfreut: "Als ein Besucher vor der Hauptbühne stürzte und sich dabei verletzte, wurde sofort die Musik ausgemacht und eine Rettungsgasse für unsere Helfer geschaffen, so dass wir dem Patienten schnellstmöglich helfen konnten." Wie er erklärte, war diese Reaktion von Musikern und Publikum "schon etwas Besonderes", was er so von anderen Events nicht kenne. Und dann gab es sogar noch Beifall für die Retter: "Als wir den Verletzten geborgen hatten, zollte uns das gesamte Publikum Applaus. Das war eine tolle Aktion, über die sich unsere Leute besonders gefreut haben, weil ihre Arbeit hier so honoriert wird."

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Die Bilanz der PolizeiRund 8000 Deutsch-Rock-Fans aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland waren nach Schätzung der Polizei bei der G.O.N.D. in Kreuth. Die Anreise lief nach den Staus früherer Jahre problemlos.

Während des Festivals gab es nach Auskunft von Robert Hausmann, dem Leiter der Amberger Polizeiinspektion, "einige Ordnungs- und Sicherheitsstörungen", die bei derartigen Veranstaltungen an der Tagesordnung seien. Hauptursache für Delikte wie Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl sei übermäßiger Alkoholkonsum gewesen. "Aber auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Waffengesetz wurden beanstandet."

Nach den Erfahrungen von 2016 legte die Polizei besonderes Augenmerk darauf, dass in der Menschenmenge vor der Bühne, im sogenannten Infield, keine beganlischen Fackeln abgebrannt wurden: Dies sei "äußerst gefährlich". Am Freitagabend sei aber tatsächlich eine Fackel angesteckt worden. Diese wurde mit Sand gelöscht, der Verantwortliche festgenommen. Beim Auftritt der vorletzten Band am Samstagabend brannten trotz aller Vorkehrungen mehrere Bengalos: "Die Musik wurde unterbrochen, der Auftritt der Band beendet. Auch diese acht Verursacher werden angezeigt."

Alle Personen, die sich nicht an die Regeln hielten, mussten das Gelände, begleitet vom Sicherheitsdienst, sofort verlassen, berichtet Hausmann. Seine Bilanz: "Mit Bezug zum Besucherrückgang, der viertägigen Veranstaltungsdauer und dem durchwegs hohen Alkoholisierungsgrad der Teilnehmer ist die Zahl der straf- und ordnungsrechtlich relevanten Auffälligkeiten in diesem Jahr niedriger als die Jahre zuvor."
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