05.03.2017 - 13:24 Uhr
Oberpfalz

Fachstelle für Pflegende im Landkreis Hilfe für Angehörige

Im seniorenpolitischen Gesamtkonzept für den Landkreis steht es schwarz auf weiß: Die Zahl der Pflegebedürftigen wird von aktuell 2300 auf fast 3000 im Jahr 2022 und auf mehr als 3500 im Jahr 2032 steigen. "Eine Herausforderung, der wir entgegentreten müssen", sagt Landrat Richard Reisinger. Der Landkreis hat damit schon begonnen.

Norbert Vogl (Abteilungsleiter am Landratsamt), Caritas-Geschäftsführer Günther Koller, Landrat Richard Reisinger sowie die Pflegefachkräfte Susanne Frey und Alexandra Pirner stellten die Fachstelle für pflegende Angehörige vor. Bild: exb
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Amberg-Sulzbach. Berechnungen ergeben: Im Jahr 2050 gibt es in Deutschland mehr als 10 Millionen Menschen, die älter sind als 80 Jahre - doppelt so viele wie heute. Mit einer längeren Lebenserwartung steigt auch die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden. Unterstützung bietet hier die Fachstelle für pflegende Angehörige, die begleitet, berät und entlastet. Im Landkreis wurde dieses Hilfsnetz zu Jahresbeginn neu aufgestellt. Seine Angebote präsentierten nun Landrat Richard Reisinger, Caritas-Geschäftsführer Günther Koller sowie die Pflegefachkräften Alexandra Pirner und Susanne Frey der Öffentlichkeit.

Mit der Caritas habe der Landkreis einen Partner gefunden, der mit der Fachstelle für pflegende Angehörige die Beratung und Betreuung übernimmt, betonte Reisinger. Mit einer konzeptionellen Neuaufstellung wird Amberg-Sulzbach seit Jahresbeginn flächendeckend von der ökumenischen Sozialstation Sulzbach-Rosenberg und von der Caritas-Sozialstation Ensdorf versorgt.

In Sulzbach-Rosenberg sind für die Beratung die Pflegefachkräfte Alexandra Pirner (nördlicher Landkreis) und in Ensdorf Susanne Frey (südlicher Landkreis) verantwortlich. Damit ist laut Reisinger eine Beratung für Pflegende sichergestellt. Für die Stadt Amberg gewährleistet diese der Malteser Hilfsdienst.

Pflegende Angehörige sind nach den Worten von Caritas-Geschäftsführer Günther Koller der größte Leistungserbringer, wenn es um die Betreuung und Begleitung der Menschen geht, die zu Hause auf Hilfe angewiesen sind. Immerhin werden gut 70 Prozent der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden gepflegt. Wer dies tue, sei hohen Ansprüchen ausgesetzt. Oftmals fühlten sich Pflegende selbst überfordert und kämmen körperlich und seelisch an ihre Grenzen. Dies gelte vor allem, wenn es um die Betreuung von Menschen mit Demenz geht, sagte Koller.

Die Fachstelle unterstützt hier mit Beratung und Begleitung. Bereits nach wenigen Wochen lautet das Fazit von Alexandra Pirner: "Das Angebot wird vermehrt angenommen. Dadurch können wir die Menschen entscheidend entlasten." Die Fachkräfte informieren über Hilfsmöglichkeiten und beraten insbesondere zu den Themen Alter und Pflege - kostenlos, persönlich, objektiv und vor allem vertraulich.

Gut zu wissen

Zwei barrierefreie Büros

Die Fachstellen sind in Sulzbach-Rosenberg und in Ensdorf in einem barrierefreien Büro in der Sozialstationen untergebracht. Die Beratung erfolgt unabhängig von Nationalität oder Glaubenszugehörigkeit, telefonisch oder persönlich in der Fachstelle oder bei Hausbesuchen. An beiden Standorten ist das Büro montags, dienstags, donnerstags und freitags von 9 bis 13 Uhr besetzt. Hausbesuche können individuell vereinbart werden.

Regelmäßige Gruppen

Neben der Beratung organisiert die Fachstelle auch Gruppenangebote für Pflegebedürftige und Angehörige. So trifft sich beispielsweise in Sulzbach-Rosenberg montags, 14-tägig eine Strickgruppe, jeden Dienstag kommt die Gruppe Sonnenstrahl für demenziell Erkrankte zusammen. Zudem kann mittwochs im Seniorentreff gebastelt, gesungen, Gymnastik getrieben oder Kaffee getrunken werden. Jeden zweiten Freitag im Monat können Pflegende im Angehörigen-Café ihre Erfahrungen austauschen.

Kontakt aufnehmen

Fachkraft Alexandra Pirner (Sulzbach-Rosenberg) ist telefonisch (09661/8 76 00 10) oder per E-Mail (alexandra.pirner[at]sozialstation-sulzbach[dot]de) erreichbar, Fachkraft Susanne Frey unter 09624/92 22 10.

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