Feuerwehr-Aktionswoche widmet sich der Jugend
Nachwuchs in sozialen Netzwerken

Die Kinderfeuerwehr, ein Angebot für Sechs- bis Zwölfjährige, "ist ein großes Thema geworden", erklärt Kreisbrandrat Fredi Weiß. Auch über Aktionen im Ferienprogramm (im Bild bei der Feuerwehr Vilseck) versucht die Feuerwehr, Nachwuchs frühzeitig für sich zu begeistern. Bild: rha

Amberg-Sulzbach. Sie beherrschen Facebook und Whats-App aus dem Effeff, bewegen sich souverän auf Youtube und Twitter: Junge Menschen sind heutzutage hauptsächlich in sozialen Netzwerken unterwegs. Und darauf setzt jetzt auch die Feuerwehr bei der Nachwuchsgewinnung. In der Aktionswoche sprechen sie die Jugendlichen eben dort an, wo sie täglich aktiv sind: auf Facebook zum Beispiel.

Kreisbrandrat Fredi Weiß ist froh, dass seine Feuerwehren noch auf eine relativ große Anzahl von Jugendlichen bauen kann, wenngleich in den vergangenen Jahren die Zahlen rückläufig sind. "Wir hatten 1046 und haben jetzt knapp unter 1000", erklärt er den Stand an jungen Nachwuchskräften. "Bei uns sind die Zahlen relativ stabil, wobei der Anteil an Mädchen steigt." Darin sieht Fredi Weiß einen großen Vorteil für die Zukunft.

Die Aktionswoche der Feuerwehr zielte auch in der Vergangenheit darauf ab, neue Mitglieder für die Hilfsorganisation zu gewinnen. Einmal lag der Schwerpunkt bei den Frauen, ein anderes Mal bei den Seiteneinsteigern. Jetzt sind die Jugendlichen dran. Oberpfalzweit ist die Anzahl der Feuerwehr-Jugendgruppen von 882 auf 869 zurückgegangen, was einem Minus von 1,5 Prozent entspricht, erklärt Fredi Weiß. Die Zahl der Feuerwehranwärter ist ebenfalls rückläufig: von 9612 auf 9174, was einen Rückgang um 4,6 Prozent bedeutet.

Für die Nachwuchsgewinnung werde viel getan, sagt Fredi Weiß. Für die Kleinsten gibt es die Kinderfeuerwehr. "Das ist ein großes Thema geworden", erklärt der Kreisbrandrat. Gedacht ist dieses Angebot für Sechs- bis Zwölfjährige, im Vordergrund steht die Brandschutzerziehung. In der Jugendfeuerwehr erfahren Interessierte später eine feuerwehr-technische Ausbildung und werden zu dem späteren Dienst hingeführt. Die Freizeitgestaltung spiele aber ebenfalls eine große Rolle. "Das reicht vom Zeltlager über Fahrten bis zum gemeinsamen Pizza-Essen", führt Fredi Weiß aus.

Auch die Aktiven sind aktiv während der Feuerwehraktionswoche. Landkreisweit werden die Feuerwehren öffentliche Übungen absolvieren. "Geplant sind aber noch viele andere Aktionen, wie ein Tag der offenen Tür oder ein Tag der Feuerwehr", so Weiß. "Wir wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen", erklärt er.

Digital erreichbarDie neue Kampagne des Landesfeuerwehrverbandes zur Gewinnung von neuen Mitgliedern für die Jugendfeuerwehren startet am Samstag, 16. September, in Altötting. Dabei setzen die Initiatoren nicht nur auf Plakate, sondern auch auf die digitale Welt.

So könne man den Kontakt zur Zielgruppe der 12- bis 18-Jährigen am besten knüpfen, heißt es in einer Presseinfo. "Durch den Einsatz schneller Medien, starker Bilder und einfacher Botschaften können auch die Jugendlichen erreicht werden, die sich zum Beispiel aufgrund eines Migrationshintergrunds mit textlichen Informationen schwerer tun."

Ideen, die mit einer Agentur und der Designschule München entwickelt wurden, sind unter einem Hashtag (#FindeDeinFeuer) zusammengeführt. Die einzelnen Ideen würden mit unterschiedlichen Ansätzen in einer jugendkompatiblen Sprache motivieren. Zum Start der Kampagne geht auch eine eigene Webseite (www.ich-will-zur-jugendfeuerwehr.de) online. Über einen Button könne jeder Interessierte mit seiner, dem Wohnort am nächsten gelegenen Feuerwehr Kontakt aufnehmen. Auch auf der Homepage des Kreisfeuerwehrverbandes Amberg-Sulzbach (www.kfv-as.de) ist dieser Button zu finden. (san)
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